Berufsbegleitung in der Unterstützten Beschäftigung nach § 38a Absatz 3 SGB IX

Was ist Unterstützte Beschäftigung?

Die Unterstützte Beschäftigung ist ein Instrument der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nach dem SGB IX. Im Rahmen dieser Maßnahme soll die Leistungsfähigkeit der schwerbehinderten Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf unter individuellen Bedingungen langfristig so gefördert werden, dass nach passgenauer Vorbereitung das Erreichen einer  sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglicht wird.

Unterstützte Beschäftigung umfasst eine individuelle betriebliche Qualifizierung (InbeQ) und bei Bedarf Berufsbegleitung. Die Leistungen zur individuellen betrieblichen Qualifizierung werden vom zuständigen Rehabilitationsträger, in der Regel von der Agentur für Arbeit, erbracht.

Im Anschluss an diese Phase und mit Zustandekommen eines sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses können bei Bedarf Leistungen der Berufsbegleitung beim zuständigen Integrationsamt beantragt werden. Das LWL-Integrationsamt Westfalen ist zuständig, wenn kein Rehabilitationsträger nach § 6 Absatz 1 Nummer 3 oder Nummer 5 SGB IX vorrangig zuständig ist und der zu sicherende Arbeitsplatz im Zuständigkeitsbereich Westfalen-Lippe liegt.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Für die Leistungen der Berufsbegleitung nach § 38a Absatz 3 SGB IX ist beim LWL-Integrationsamt Westfalen ein formeller Antrag zu stellen. Der Antrag auf Leistungen der Berufsbegleitung ist von der schwerbehinderten Person in Zusammenarbeit mit der zuvor betreuenden Stelle, zum Beispiel dem InbeQ-Leistungserbringer, zeitnah vor Anbahnung des Beschäftigungsverhältnisses zu stellen.

Voraussetzung für die Beantragung von Leistungen der Berufsbegleitung nach § 38a Absatz 3 SGB IX ist, dass der/die Antragsteller/in schwerbehindert im Sinne des § 2 Absatz 2 SGB IX oder den schwerbehinderten Menschen nach § 2 Absatz 3 SGB IX gleichgestellt ist.

Die Berufsbegleitung nach § 38a Absatz 3 SGB IX entspricht inhaltlich weitestgehend der psychosozialen Betreuung nach § 102 Absatz 2 Satz 4 SGB IX, unterscheidet sich jedoch von ihr durch die prognostizierte Dauer und Intensität des Unterstützungsbedarfs. Diese intensivere und quantitativ umfangreichere Begleitung am Arbeitsplatz sollte mindestens einen Bedarf von einer Fachleistungsstunde wöchentlich umfassen. Fachlich versierte Mitarbeiter/innen der Fachdienste des LWL-Integrationsamtes Westfalen erörtern jeden Einzelfall vor Ort im Rahmen eines gemeinsamen Planungsgespräches.

Wie wird die Maßnahme durchgeführt?

Die Berufsbegleitung wird in der Regel vom örtlichen Integrationsfachdienst (IFD) durchgeführt. Die Begleitung kann jedoch im Einzelfall auch durch einen Träger der Unterstützten Beschäftigung im Sinne des § 38a Absatz 5 SGB IX durchgeführt werden. Die Beauftragung und Finanzierung eines solchen Trägers richten sich nach den Erfordernissen des Einzelfalls. Die erbrachten Leistungen werden in Form von Fachleistungsstunden finanziert. Dazu ist gegenüber dem LWL-Integrationsamt Westfalen ein entsprechendes Angebot für den Preis/Fachleistungsstunde abzugeben.

Neben den Leistungen der Berufsbegleitung könnte ein Job-Coaching als notwendig erachtet werden. Diese Leistungen sind ebenfalls direkt beim LWL-Integrationsamt Westfalen zu beantragen. Weitere Informationen zum Job-Coaching stehen Ihnen unter www.job-coaching.de  zur Verfügung.

Schweigepflichtentbindung

schweigepflichtsentbindung_ub.pdf

Entwicklungsbericht

bericht.doc

Nachweis über Betreuungseinheiten

nachweis-betreuungseinheiten.pdf

Informationen

Empfehlungen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH) für die Erbringung von Leistungen für eine Berufsbegleitung im Rahmen der Unterstützten Beschäftigung nach § 38a SGB IX

bih-empfehlung-ub.pdf

Gemeinsame Empfehlung der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) nach § 38a Absatz 6 SGB IX

gemeinsame-empfehlung-ub.pdf

Powerpoint-Präsentation der gemeinsamen UB-Veranstaltung der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen und der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe vom 11.6.2014

ub-praesentation.pdf

Tagesdokumentation der gemeinsamen UB-Veranstaltung der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen und der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe vom 11.6.2014 und 26.06.2014

ub-tagungsdokumentation_06_2014.pdf

Rahmenvereinbarung zwischen der Regionaldirektion Nordrhein- Westfalen, der Bundesagentur für Arbeit und dem Integrationsamt des Landschaftsverbandes Westfalen- Lippe, sowie dem Integrationsamt des Landschaftsverbandes Rheinland zur Optimierung des Übergangs von der Individuellen betrieblichen Qualifizierung (InbeQ) zur Berufsbegleitung im Rahmen der Unterstützten Beschäftigung (UB) nach § 38a Sozialgesetzbuch Neuntes Buch (SGB IX).

Die Rahmenvereinbarung tritt zum 01.03.2016 in Kraft.

Anlagen: Arbeitsmittel für die Teilhabeplanung nach § 12 der gemeinsamen Empfehlungen nach § 38a SGB IX "Unterstützte Beschäftigung" (GE UB)

Ihr Ansprechpartner

Christian Krawietz

Telefon: 0251 591-3491

E-Mail: christian.krawietz@lwl.org