• G.I.B. / Foto: Dietrich Hackenberg

    Förderung von STAR – Schule trifft Arbeitswelt

    Land, Landschaftsverbände und Bundesagentur für Arbeit investieren innerhalb von drei Jahren mehr als 22 Millionen Euro zur beruflichen Integration.

    Düsseldorf (MAIS). Pressetext: Ministerium für Arbeit, Integration, und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen.

    Nordrhein-Westfalen ebnet Jugendlichen mit Beeinträchtigungen den Weg in die Arbeitswelt. NRW hat als erstes Bundesland ein systematisches und flächendeckendes System der Berufsorientierung für Jugendliche mit Schwerbehinderungen oder Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung in den Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung, Körperliche und Motorische Entwicklung, Hören und Kommunikation, Sehen und Sprache abgesichert. Landesregierung, Bundesagentur für Arbeit und die Landschaftsverbände stellen für das Programm STAR (Schule trifft Arbeitswelt) bis 2020 insgesamt rund 22,3 Millionen Euro zur Verfügung.
     
    „Schülerinnen und Schüler mit einem besonderen Unterstützungsbedarf brauchen beim Übergang in die Arbeitswelt auch eine besondere Begleitung. Genau hier knüpft das Programm STAR an. Es ergänzt das landesweite Übergangssystem ‚Kein Abschluss ohne Anschluss‘, sodass auch Jugendliche mit einer schweren Behinderung daran teilnehmen können“, sagte Ludwig Hecke, Staatssekretär im Ministerium für Schule und Weiterbildung. Dr. Wilhelm Schäffer, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales, ergänzte: „STAR richtet sich an junge Menschen, die es am allgemeinen Arbeitsmarkt besonders schwer haben und die in der Vergangenheit kaum eine Chance auf Ausbildung oder Erwerbstätigkeit außerhalb der Werkstätten für behinderte Menschen hatten.“
     
    „Hier setzt STAR an“, erklärte Matthias Münning, Sozialdezernent des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). „Durch Potenzialanalysen, eine individuelle Berufswegeplanung, Betriebserkundungen und Praktika werden die jungen Leute ab der achten Klasse in einem dreijährigen Berufsorientierungsprozess systematisch bei der Suche nach einer Ausbildung oder Arbeitsstelle unterstützt.“

  • STAR unter dem Dach von „Kein Abschluss ohne Anschluss Übergang Schule –Beruf in NRW (KAoA)“

    Die Landesregierung von NRW hat zum Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss - Übergang Schule-Beruf in NRW“  Zwischenbilanz gezogen und hierzu relevante Partner und Akteure am 08.09.2016 in die Stadthalle nach Düsseldorf eingeladen. Das Land NRW setzt sich mit aller Kraft dafür ein, den Übergang von der Schule in Ausbildung und Arbeit effizient zu gestalten. NRW hat damit als erstes Bundesland ein einheitlich gestaltetes Übergangssystem eingeführt. Das von den beiden Landschaftsverbänden initiierte und koordinierte Programm STAR – Schule trifft Arbeitswelt: zur Integration (schwer)behinderter Schülerinnen und Schüler stellt im Rahmen des Landesvorhabens KAoA sicher, dass in NRW ein großer Teil von Jugendlichen mit Behinderung Zugang zu einer vertieften Berufsorientierung erhält und deren besonderen Bedarfe berücksichtigt werden, d. h., dass KAoA auch Inklusion verwirklicht.

     

    Im Rahmen der Veranstaltung erhielten die Gäste gute Einblicke in die Praxis. Die Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Schulministerin Sylvia Löhrmann zeigten großes Interesse an dem STAR-Ausstellungsstand. Hier wurden unter anderem die Besonderheiten  der Potenzialanalyse für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Sehen von dem Expertenteam Agnes Egbert vom Fachdienst für Menschen mit Sehbehinderung des LWL-Integrationsamtes sowie Erwin Denninghaus vom LWL-Berufsbildungswerk Soest vorgestellt. Darüber hinaus berichtete der Leiter des LWL-Integrationsamtes Westfalen, Ulrich Adlhoch, über die positiven Vermittlungserfolge von STAR.

  • Von der Förderschule in den Beruf

    Wenn der Weg für junge Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf nicht automatisch in die Werkstatt für Menschen mit Behinderungen führt und sich auch noch andere Perspektiven, wie eine betriebliche Ausbildung, Beschäftigung oder weitere Möglichkeiten schulischer und beruflicher Vorbereitungen ergeben können, werden die Mitarbeiter des Integrationsfachdienstes im Bereich Übergang Schule – Beruf aktiv.

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  • Ein ganz besonderer STAR, der "dicke Bretter bohrt"

    RTL-West zeigt die Geschichte von Mario-Barreiros-Fliß, der seinen Traumjob gefunden hat - Filmbeitrag vom 12.04.2016. RTL-West, täglich um 18 Uhr auf RTL.

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  • "Sven Otten macht seinen Weg"

    Berufliche Perspektive statt Behindertenwerkstatt - Der Weg in die Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) war eigentlich vorgezeichnet für Sven Otten aus Ibbenbüren. Doch seit Juli 2014 startet der 22-Jährige als Produktionshelfer bei der Firma Gerhardi im Prototypenbau durch.

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  • "Ich bin der Küster"

    Schon früh war klar, dass der aus Raesfeld-Erle stammende Niklas Grewing eine Kämpfernatur ist. So schaffte der junge Mann, der die Montessori-Schule in Borken mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung besucht hat, den Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt.

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  • Mit der Lupe durchs Leben

    Einen passenden Ausbildungsplatz zu finden, ist nicht einfach. Noch schwieriger wird es, wenn man wie Jacqueline Krömer zu etwa 70 Prozent sehbehindert ist. Bei der DB Station&Service AG hat die 17-Jährige Bielefelderin nun eine Ausbildungsstelle bekommen, die ihrer Behinderung entsprechend gestaltet ist.

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  • STAR auf der REHACARE 2014

    Auch auf der diesjährigen REHACARE in Düsseldorf, vom 24. – 27. September waren der LWL und LVR mit einem Messestand vertreten. Hier bestand auch die Möglichkeit, zum Projekt STAR Informationen zu erhalten. Unter anderem besuchte die Ministerin für Schule und Weiterbildung und Stellvertretende Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann den Messestand der Landschaftverbände.

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  • STAR- Elternseminar im Zentrum für Gehörlosenkultur Dortmund

    Am 28. Juni 2014 fand in Dortmund die erste ganztägige STAR- Elternveranstaltung für Eltern von Kindern mit einer Hörschädigung statt. Teilgenommen haben 6 Elternteile, deren Kinder die LWL- Förderschulen Hören und Kommunikation in Dortmund und Büren besuchen.

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  • Mit viel Ehrgeiz zum Traumberuf

    Nach Abschluss der Förderschule absolviert Wolf-Hagen Rösler eine Ausbildung zum Bäckergesellen. Früh stand für Wolf-Hagen Rösler fest, dass er einmal Bäcker werden will. Zwar konnte der junge Löhner keine reguläre Schule besuchen, aber sein persönlicher Ehrgeiz hat ihm notwendige Türen geöffnet: Heute ist er Auszubildender im zweiten Lehrjahr in der Bäckerei Simon.

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  • DB Station&Service AG zu Gast im LWL-Integrationsamt

    Am 24.06.2014 waren der  Gesamtschwerbehindertenbeauftragter der DB Station&Service AG Alfons Kruse und Werner Schulze, Arbeitsgebietsleiter Operations, DB StationService AG, Bielefeld zu Gast im LWL-Integrationsamt, Koordinierungsstelle STAR.

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  • Kai-Uwe Franz hat sein Berufsziel erreicht

    Die Frage, wo ein behinderter junger Mann nach dem Schulbesuch  einen Arbeitsplatz findet, ist nicht leicht zu beantworten. Für Kai-Uwe Franz (19) stand fest, das eine Behindertenwerkstatt nicht sein Ziel ist. Deshalb nahm er am Programm STAR („Schule trifft Arbeitswelt“) teil – mit Erfolg.

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  • Franzi im Glück

    Die 19-jährige Hemeranerin Franziska Bung STARtet durch. Frau Bung hat bis zum Sommer 2013 die Carl-Sonnenschein-Schule in Iserlohn-Sümmern, Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung, besucht und ist seit dem 01.02.2014 bei McDonald´s in Hemer fest angestellt.

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  • Job in der Küche: „Ich bin vor Glück fast ausgeflippt“

    Kreis Warendorf / Münster (gl). Sophie Hovestadt klopft gegen die Metalltür. „Das ist mein Fach“, sagt sie, grinst und deutet auf die Spindzahl 28. „Ich habe mir genau dies ausgesucht, weil das die Rückennummer von Holger Badstuber ist“, erläutert sie.

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  • G.I.B. / Foto: Dietrich Hackenberg

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Zum Beispiel Christian H. (21 Jahre): An einer Förderschule für Jugendliche mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung im Bereich Geistige Entwicklung wurde Christian H. drei Jahre lang bis zu seiner Schulentlassung begleitet. Zunächst nahm er an einer zweitägigen Potenzialanalyse teil und lernte seine Stärken kennen. Weitere Stationen waren ein Berufsorientierungsseminar und ein Training arbeitsrelevanter sozialer Kompetenzen. Bei einem Betriebspraktikum auf einem Bauernhof am Niederrhein konnte er den Landwirt von seinem Können überzeugen. Im Laufe eines anschließenden Langzeitpraktikums auf dem Hof entwickelte er weitere Kompetenzen und übernahm immer mehr feste Aufgaben, wie die Kälber füttern und den Stall ausmisten. Der Integrationsfachdienst unterstützte und beriet den jungen Mann und seinen Arbeitgeber weiter, zum Beispiel bei der Finanzierung des Führerscheins für Traktoren. Seit August 2015 ist Christian H. als landwirtschaftlicher Helfer unbefristet angestellt und sagt: „Ich habe meinen Traumjob gefunden.“
 
„Dies ist ein beispielhafter Berufsorientierungsprozess“, erläuterte Prof. Dr. Angela Faber, Dezernentin für Schulen und Integration beim Landschaftsverband Rheinland (LVR). „Eine solche Erfolgsstory wäre ohne die differenzierten Instrumente aus dem STAR-Werkzeugkasten nicht möglich gewesen.“
 
Torsten Withake, Geschäftsführer Arbeitsmarktmanagement Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit: „Die Förderung junger Menschen mit Schwerbehinderung zahlt sich aus. Die Zahl der Jugendlichen mit Behinderung, die eine Ausbildung beginnt, nimmt gegen den Trend weiter zu – von 2015 bis 2016 um rund 19 Prozent. Diese jungen Menschen suchen engagiert ihre Chance auf einen frühen Einstieg ins Berufsleben. Das wollen wir tatkräftig unterstützen.“
 
Eine Zwischenbilanz von STAR bestätigt den Erfolg: Zwischen 2012 und 2016 wurden in NRW mehr als 11.000 Schülerinnen und Schüler unterstützt. Einige Tausend von ihnen befinden sich noch im Berufsorientierungsprozess, weil sie die Schule noch nicht abgeschlossen haben. 1.600 fanden bereits eine Chance auf dem Arbeitsmarkt oder in Vorbereitungsmaßnahmen: 285 begannen eine betriebliche Ausbildung und 182 eine außerbetriebliche Ausbildung. 123 sind in „Unterstützte Beschäftigung“ übergegangen, 178 sind auf dem ersten Arbeitsmarkt beschäftigt. Und 834 bereiten sich bei Bildungsträgern oder am Berufskolleg auf eine Ausbildung vor.
 
Staatssekretär Dr. Schäffer sagte: „Wenn man bedenkt, dass diese jungen Menschen aufgrund ihrer Einschränkungen früher auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt so gut wie keine Chance hatten, dann sind diese Zahlen ein Riesenerfolg und jeder investierte Euro hat sich gelohnt!“
 
STAR wurde in NRW seit 2009 schrittweise auf- und ausgebaut, bis 2017 mit maßgeblicher Förderung der Berufsorientierungsmaßnahmen aus dem Bundesprogramm „Initiative Inklusion“. Mit dem Auslaufen der Bundesförderung zum 31. Juli 2017 wurde eine Neuorientierung erforderlich. Die Landesregierung, die beiden Landschaftsverbände und die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit haben sich darauf verständigt, die Finanzierung der Berufsorientierungsmaßnahmen zu übernehmen und STAR in das Regelsystem „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf in NRW“ (KAoA) zu überführen. Für einen Zeitraum von drei Jahren stellen Landesregierung, Landschaftsverbände und Bundesagentur für Arbeit insgesamt rund 22,3 Millionen Euro zur Verfügung, jeder Partner übernimmt mit rund 7,4 Millionen Euro ein Drittel. Insgesamt werden voraussichtlich rund 10.000 Schülerinnen und Schüler daran teilnehmen.

Drei Fallbeispiele

David B., 17 Jahre, Praktikant im Restaurant Grenzenlos e.V.

David B. besucht in Düsseldorf eine LVR-Schule mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung. Er nahm an einer zweitägigen Potenzialanalyse teil und im Rahmen einer Berufswegekonferenz mit David B., seinen Eltern, dem Integrationsfachdienst (IFD), der Schule und der Reha-Beratung der Agentur für Arbeit wurde ein erstes Schnupperpraktikum in der Gastronomie verabredet. Zu seinen Aufgaben gehört es, die Servicekraft zu unterstützen und die Tische abzuräumen und neu einzudecken. Der IFD ist zuversichtlich, dass sich hieraus eine Perspektive auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ergibt, die Davids individuellen Stärken entspricht.

Marcel Z., 21 Jahre, Auszubildender Fachpraktiker Küche

Als Schüler einer sonderpädagogischen Förderklasse eines Berufskollegs in Mettmann hat Marcel Z. ein Schnupperpraktikum in der Küche eines Cateringunternehmens absolviert. Hieraus ergab sich ein Langzeitpraktikum, das er neben dem Schulbesuch absolvierte. In dem Unternehmen war man so zufrieden mit Marcel Z., dass ihm nach Abschluss der Schule ein Ausbildungsplatz zum Fachpraktiker Küche angeboten wurde. Der Integrationsfachdienst sorgte für einen Jobcoach, der Marcel Z. beim Erlernen neuer Tätigkeiten unterstützte, so dass ein erfolgreicher Abschluss der Ausbildung und eine Perspektive auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu erwarten sind.

Jacqueline K., 19 Jahre, demnächst bei der Deutschen Bahn eingestellt

Die sehbehinderte Jacqueline K. hat an einem Bielefelder Gymnasium die Mittlere Reife erworben. Im Rahmen der Berufsorientierung nach STAR nahm sie noch als Schülerin an einer behinderungsspezifischen Potenzialanalyse in einem Förderzentrum für blinde und sehbehinderte Menschen teil und absolvierte zwei Praktika bei der Deutschen Bahn. Unterstützt durch den Integrationsfachdienst und die Agentur für Arbeit absolvierte sie anschließend eine Ausbildung bei der Deutschen Bahn und wird dort nach erfolgreicher Ausbildung ab dem Sommer 2017 unbefristet eingestellt."

Quelle: https://www.mais.nrw/pressemitteilung/star-jugendliche-mit-beeintraechtigungen-starten-die-arbeitswelt

Was ist STAR?

Schülerinnen und Schüler mit Bedarf an sonderpädagogischer Förderung benötigen nachhaltige Unterstützung für den Berufseinstieg - gerade dann, wenn der Weg nicht automatisch in die Werkstatt für Menschen mit Behinderung führen soll. Angestrebt wird eine reguläre betriebliche Ausbildung und Beschäftigung oder andere Möglichkeiten der beruflichen oder schulischen Vorbereitung.

STAR [Schule trifft Arbeitswelt: zur Integration (schwer-)behinderter Jugendlicher] setzt frühzeitig ein und begleitet beim Übergang von der Schule in den Beruf. Zugleich sollen die Kooperations- und Vernetzungsstrukturen der beteiligten Akteure in Nordrhein-Westfalen verbessert werden.

Grundsätzliches Ziel des landesweiten Projektes ist es, mehr Schülerinnen und Schüler mit den Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung, Hören und Kommunikation, Körperliche und motorische Entwicklung, Sehen und Sprache in betriebsnahe Beschäftigung und Ausbildung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu bringen.

Um die berufliche Integration zu verbessern, setzt STAR darauf, den individuell bestmöglichen Übergang von der Schule in den Beruf zu organisieren. Die Begleitung der Jugendlichen beginnt deshalb bereits in dem drittletzten Schulbesuchsjahr und umfasst eine verbindliche Berufswegeplanung einschließlich Praktika und Betriebserkundungen.

Bei Fragen zum Projekt können Sie sich an die STAR-Koordinierungsstelle im LWL-Integrationsamt Westfalen wenden. Hier finden Sie auch eine Übersicht über die Zuständigkeit in den jeweiligen Regionen.

Hier finden Sie die Informationen zu STAR in leichter Sprache.