Eine Assistenzkraft reicht einer Rollstuhlfahrerin eine Akte aus dem Schrank.

Ein Beispielfall für Arbeitsassistenz in der öffentlichen Verwaltung

Frau Adam arbeitet als Angestellte bei der Stadt Bielefeld. Sie ist halbtags im Kulturamt beschäftigt. Frau Adam plant zum Beispiel Veranstaltungen und arbeitet mit Vereinen zusammen.

Frau Adam ist schwerbehindert. Sie benutzt einen Rollstuhl. Frau Adam braucht Hilfe bei Arbeiten, die sie wegen ihrer Behinderung nicht selbst machen kann. Zum Beispiel kann sie keine Akten aus dem Regal holen. Frau Adam braucht auch Hilfe beim Kopieren und Faxen. Wenn sie Termine außerhalb des Amtes hat, braucht sie jemanden, der sie mit dem Auto fährt. Bisher hat eine Kollegin Frau Adam unterstützt. Weil das nicht mehr möglich ist, sucht Frau Adam nach einer anderen Person, die ihr hilft.

Frau Adam hat gehört, dass es für schwerbehinderte Menschen Arbeitsassistenz gibt. Sie geht zum LWL-Integrationsamt Westfalen und informiert sich. Frau Adam bespricht mit dem Mitarbeiter des LWL-Integrationsamtes Westfalen, bei welchen Aufgaben sie Hilfe braucht.

Frau Adam erfährt, dass es zwei Möglichkeiten gibt:

  1. Sie kann selbst eine Arbeitsassistenz einstellen, die ihr hilft. Damit wird sie Chefin mit allen Rechten und Pflichten.
  2. Frau Adam beauftragt einen Dienst, der ihr eine Arbeitsassistenz bereitstellt. Die Arbeitsassistenz ist dann bei dem Dienst angestellt. Der Dienst kümmert sich zum Beispiel auch um eine Vertretung, wenn eine Arbeitsassistenz krank wird oder Urlaub hat.

 

Frau Adam entscheidet sich für einen Dienst.

Der Mitarbeiter des LWL-Integrationsamt Westfalen prüft, ob Frau Adam die Bedingungen erfüllt, um Arbeitsassistenz zu bekommen. Frau Adam erfüllt alle Bedingungen und bekommt Leistungen für 2 Stunden Arbeitsassistenz am Tag bewilligt. Das LWL-Integrationsamt Westfalen bezahlt ihr 409 Euro im Monat.

Frau Adam geht danach zum "Dienst für Arbeitsassistenz". Der Dienst stellt Frau Adam mehrere Personen vor, die für sie als Arbeitsassistenz arbeiten können. Frau Adam entscheidet sich für Frau Schmidt und Herrn Meyer. Der "Dienst für Arbeitsassistenz" bekommt von Frau Adam das Geld für die Arbeitsassistenz.

Die Stadt Bielefeld ist einverstanden, dass Frau Adam Arbeitsassistenz bekommt.

Die Assistenzkräfte erledigen nun jeden Tag Hilfsarbeiten nach den Anweisungen von Frau Adam.

 

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