Ein Gewinn an Lebensqualität und Autonomie

Fragen & Antworten

Mechtild Harmann ist die Mutter einer Tochter mit Down-Syndrom, die sich mit einer Freundin eine gemeinsame Wohnung gesucht hat.

Frau Harmann, was haben Sie gedacht, als Ihre Tochter den Wunsch äußerte, nicht mehr zuhause wohnen zu wollen?

Es bot sich bei uns in Ostbevern die Möglichkeit, dass Anne mit ihrer Freundin eine gemeinsame Wohnung beziehen konnte. Diese befindet sich in einem Haus, in dem Ambulant Betreutes Wohnen möglich ist. Gut war, dass sie ihre alten sozialen Kontakte behalten konnte. Wir haben den Entschluss gemeinsam gefasst, wobei sich beide Seiten zu Beginn viel Sorgen gemacht haben, ob das Ganze auch funktioniert. Heute sind wir allerdings beruhigt, weil es meistens gut klappt.

Welche Unterstützung – auch vom LWL – haben Sie erfahren?

Gut ist, dass der LWL das Ambulant Betreute Wohnen ermöglicht. In dem Haus leben mehrere Menschen in eigenen Wohnungen mit ein bis zwei Personen, die wie meine Tochter ambulant betreut werden. Diese Anbindung an die Gruppe gibt unserer Tochter und uns Sicherheit, dass sie nicht vereinsamt. Natürlich benötigt sie Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags. Daher ist eine angemessene, individuelle Betreuung sehr wichtig.

Wo sehen Sie noch Schwierigkeiten, wenn es um das inklusive Wohnen geht?

Das Ziel eines selbstständigen Lebens ist mit Hindernissen und ganz viel Üben verbunden. Vorher trainieren zu können ist gut und erleichtert vieles, auch den Betreuerinnen und Betreuern. Wenn die Voraussetzungen gegeben sind, dass die Menschen mit Behinderungen individuell betreut werden können, ist ambulant betreutes Wohnen ein Gewinn an Lebensqualität und Autonomie.