Erfolge spornen an
Einen Überblick über die Erfolge beim inklusiven Wohnen in Westfalen-Lippe gibt die folgende Grafik:
„Die Vertragsstaaten anerkennen das gleiche Recht von Menschen mit Behinderungen, mit gleichen Wahlmöglichkeiten wie andere Menschen in der Gemeinschaft zu leben, ihren Aufenthaltsort zu wählen und zu entscheiden, wo und mit wem sie leben. Sie sind nicht verpflichtet, in besonderen Wohnformen zu leben“. Artikel 19 der UN-Konvention
Das Land Nordrhein-Westfalen hat im Jahr 2003 den Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe die Verantwortung für alle Wohnhilfen für behinderte Menschen übertragen. Die Verbände erbringen damit die Leistungen aus einer Hand: Neben dem Wohnen in stationären Einrichtungen unterstützen sie Menschen, die in einer eigenen Wohnung leben wollen.
Denn behinderte Menschen sollen über ihre Wohnsituation selbst bestimmen. Der Leitsatz lautet: „ambulant vor stationär“, d. h. das Leben in den eigenen vier Wänden – das bisher so genannte Ambulant Betreute Wohnen, heute würde man sagen, das inklusive Wohnen – vor dem Leben im Heim. Der LWL arbeitet konsequent an dieser Forderung aus der UN-Konvention. Die Einrichtungen in Westfalen-Lippe haben stationäre Wohnplätze abgebaut.
Einen Überblick über die Erfolge beim inklusiven Wohnen in Westfalen-Lippe gibt die folgende Grafik:
Stationäre Wohnhilfen abzubauen und stattdessen mehr ambulante Hilfen anzubieten – darin ist NRW Vorbild für die Bundesrepublik. Die Grafik zeigt, wie sich die stationären Wohnhilfen in NRW und im übrigen Bundesgebiet entwickelt haben:
Viele Menschen haben sich inzwischen für die eigene Wohnung entschieden.
Gegenüber dem Jahr 2003 hat sich ihre Zahl mehr als verdreifacht. In Westfalen-Lippe wurden Ende 2011 etwa 20.800 Menschen mit Behinderungen in der eigenen Wohnung betreut, acht Jahre zuvor waren es nur rund 6.000. Dadurch wurde zugleich der Anstieg stationärer Hilfen gestoppt und die Kosten durch die deutlich günstigeren ambulanten Angebote gesenkt.
Persönliches Budget bedeutet, dass der behinderte Mensch die ihm zustehenden Leistungen direkt als Geldzahlung bekommt.
Er kann damit seine behinderungsbedingt notwendigen Unterstützungsleistungen von verschiedenen Partnern (Fachdiensten, Einrichtungen, Privatpersonen) selbst einkaufen.
In Westfalen-Lippe planen derzeit 270 Menschen mit wesentlicher Behinderung ihre Hilfe für das tägliche Leben eigenständig. 2008 waren es noch 96 Personen.
Broschüre: Das Persönliche Budget in leichter Sprache (pdf-Datei 1 KB)
Für Menschen, die einerseits nicht den Betreuungsumfang des stationären Wohnens benötigen, andererseits aber überfordert sind, allein in der eigenen Wohnung zu leben, kann das Betreute Wohnen in Familien die passende Hilfestellung bei ihrer Inklusion in der Gesellschaft sein. Jedes Jahr schaffen es die sogenannten Familienteams im Auftrag des LWL, 50 neue Familien zu finden, die einen Menschen mit Behinderung aufnehmen. Derzeit haben über 400 Menschen mit Behinderung ihr Zuhause in Gastfamilien - ein Erfolgsmodell mit Zukunftscharakter.