Demografische Entwicklung

Die Zahl behinderter Menschen wächst. Mehr Menschen mit schweren Beeinträchtigungen werden geboren und überleben die kritischen ersten Lebensjahre. Gründe dafür liegen in verbesserten Lebensbedingungen und einer besseren medizinischen Versorgung. Einen Überblick über die Entwicklung nach Altersgruppen der Menschen mit geistigen Behinderungen in den nächsten zwanzig Jahren zeigt die folgende Grafik.

Die Grafik zeigt Personen mit geistiger Behinderung in Westfalen-Lippe nach Altersgruppen im Jahr 2010 und die Prognose für das Jahr 2030.
Quelle: KatHO NRW in Kooperation mit der LWL-Behindertenhilfe Westfalen, Erster Zwischenbericht zum Forschungsprojekt "Lebensqualität inklusiv(e): Innovative Konzepte unterstützten Wohnens älter werdender Menschen mit Behinderung"

Die besondere demografische Entwicklung bei behinderten Menschen zeichnete sich bis vor wenigen Jahren noch nicht in dieser Deutlichkeit ab. Das zeigen beispielhaft die Zahlen der Schüler mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“ in Nordrhein-Westfalen: 1996 prognostizierte man, dass im Jahr 2008 nicht nennenswert mehr Jungen und Mädchen mit diesem Förderschwerpunkt eine Schule besuchen würden als zum Zeitpunkt der Prognose. Tatsächlich lag die Schülerzahl dann 2008 um 42 Prozent über der Vorhersage.
 

Die Grafik zeigt Schülerzahlen: Die Prognose aus dem Jahr 1996 und die tatsächliche Entwicklung.
Quelle: MSW NRW Stat. und LWL

Während insgesamt immer weniger Kinder eingeschult werden, nehmen die Zahlen an den Förderschulen nach wie vor zu. Erfahrungsgemäß ist ein großer Teil der Jungen und Mädchen mit diesem Förderschwerpunkt nach dem Schulabschluss auf die Hilfe der Gesellschaft etwa durch Eingliederungshilfe angewiesen.