Die Zahl behinderter Menschen wächst. Mehr Menschen mit schweren Beeinträchtigungen werden geboren und überleben die kritischen ersten Lebensjahre. Gründe dafür liegen in verbesserten Lebensbedingungen und einer besseren medizinischen Versorgung. Einen Überblick über die Entwicklung nach Altersgruppen der Menschen mit geistigen Behinderungen in den nächsten zwanzig Jahren zeigt die folgende Grafik.
Die besondere demografische Entwicklung bei behinderten Menschen zeichnete sich bis vor wenigen Jahren noch nicht in dieser Deutlichkeit ab. Das zeigen beispielhaft die Zahlen der Schüler mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“ in Nordrhein-Westfalen: 1996 prognostizierte man, dass im Jahr 2008 nicht nennenswert mehr Jungen und Mädchen mit diesem Förderschwerpunkt eine Schule besuchen würden als zum Zeitpunkt der Prognose. Tatsächlich lag die Schülerzahl dann 2008 um 42 Prozent über der Vorhersage.
Während insgesamt immer weniger Kinder eingeschult werden, nehmen die Zahlen an den Förderschulen nach wie vor zu. Erfahrungsgemäß ist ein großer Teil der Jungen und Mädchen mit diesem Förderschwerpunkt nach dem Schulabschluss auf die Hilfe der Gesellschaft etwa durch Eingliederungshilfe angewiesen.