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LWL-Projekt PiA

Kurzfilm zeigt, wie junge Menschen mit Behinderung für Aufgaben in der Altenpflege qualifiziert werden

Viele junge Menschen mit Behinderung oder psychischer Beeinträchtigung wollen außerhalb einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung arbeiten. Gleichzeitig macht sich der Fachkräftemangel immer mehr in stationären Altenhilfeeinrichtungen bemerkbar. Hier will der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) mit dem Projekt PiA (Perspektive in der Altenhilfe) vermitteln: PiA qualifiziert die jungen Menschen mit Behinderung dazu, einfache Aufgaben in der Altenpflege erledigen zu können. Sie finden so eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt, die Fachkräfte in der Altenhilfe werden dadurch entlastet. In einem neuen Kurzfilm zeigt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) wie das funktioniert.

Felix Osterkamp ist einer von elf Teilnehmern, der gerne als Betreuungsassistent arbeiten möchte. Im Film ist zu sehen, wie er sich darauf vorbereitet. "Das bringt mir viel, dass ich anderen Menschen mit meiner Arbeit helfen kann", sagt der 27-Jährige. "Das ist für mich ein großer Schritt in Richtung Selbständigkeit. Das bedeutet mir viel."

Die fachliche Qualifizierung dauert 15 Monate und läuft noch bis zum 31. Januar 2018. Sie besteht aus Praktika in Einrichtungen der stationären Altenhilfe und Fachunterricht. Nach der Einführungswoche verbringen die Teilnehmer vier Tage in der Woche an ihrem jeweiligen Praktikumsplatz und einen Tag im Fachunterricht. "Durch diese enge Verzahnung von Theorie und Praxis können sie ihr erworbenes Wissen und ihre Fertigkeiten sofort umsetzen und erproben, die betriebliche Wirklichkeit kennenlernen und sich in einem geschützten und begleiteten Rahmen mit ihr auseinandersetzen", erklärt Andrea Miske vom DRK-Landesverband Westfalen-Lippe mit dem der LWL im Projekt zusammenarbeitet. "Andererseits haben so auch die Einrichtungen der stationären Altenhilfe die Möglichkeit, die Jugendlichen kennenzulernen und einen Blick dafür zu entwickeln, wo deren besondere Fähigkeiten liegen - auch im Hinblick auf eine mögliche spätere Beschäftigung."

Die jungen Menschen mit Behinderung arbeiten in den Bereichen Hauswirtschaft, Hausmeisterassistenz oder einfache Betreuung. Das Projekt orientiert sich an die praktischen und theoretischen Anforderungen der aktuellen Richtlinien zur Qualifikation und den Aufgaben von zusätzlichen Betreuungskräften in Einrichtungen der stationären Altenhilfe. Deshalb können die Teilnehmerinnen die Qualifikation als Betreuungsassistentin erreichen. Sieben der Teilnehmer haben bereits jetzt gute Aussichten, einen Job in der Altenpflege zu bekommen.

Jeder Schultag beginnt mit einer Reflexionsstunde, die dem Austausch der Teilnehmer über ihre Erfahrungen in den Praktika dient. Die Inhalte der anschließenden Unterrichtsstunden sind durch ein Curriculum vorgegeben, das den Anforderungen für Betreuungsassistenten entspricht. Neben den fachspezifischen Kenntnissen und Fertigkeiten vermittelt der Unterricht auch Schlüsselqualifikationen wie soziale Kompetenzen, die die Teilnehmer stark machen für schwierige beruflichen Situationen.

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Publikationsdatum: 19.10.2017

Themen: Arbeit, Alter