Richtung Inklusion

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V.l.n.r.: Birgit Westers (Landesrätin für Jugend Schule), Matthias Löb (LWL-Direktor), Prof. Dr. Reinhard Klenke (Regierungspräsident) und Frank Baranowski (Oberbürgermeister) unterzeichenen die Kooperationsvereinbarung. Foto: Stadt Gelsenkirchen

Neues "Beratungshaus Inklusion": Vertrag unterzeichnet

Hilfe in Gelsenkirchen: Welche Schule für Kinder mit Behinderungen?

Das westfalenweit vierte "Beratungshaus" für die schulische Inklusion von jungen Menschen mit Körper- oder Sinnesbehinderungen entsteht in Gelsenkirchen. Dafür haben am Donnerstag (19.1.) vor Ort Matthias Löb, Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe (LWL), Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke von der Bezirksregierung Münster sowie Frank Baranowski, Oberbürgermeister der Stadt Gelsenkirchen und die LWL-Jugend- und Schuldezernentin Birgit Westers die Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Ab Anfang Februar wird das neue Beratungshaus am Gelsenkirchener LWL-Förderschulzentrum all diejenigen unterstützen, die im westfälischen Revier als Mutter oder Vater eines behinderten Kindes, als Erzieherin oder Lehrkraft Orientierung in Sachen sonderpädagogische Förderung und Inklusion suchen.

Das Beratungshaus wird in umgewidmeten Räumen der Gelsenkirchener LWL-Löchterschule an der Lasthausstraße 8 am 1. Februar seine Arbeit aufnehmen. Es ist das vierte seiner Art nach den Vorbildern in Münster (in Betrieb seit Frühjahr 2012), in Paderborn (seit Mai 2015) und in Olpe (seit Oktober 2015). Ziel ist, flächendeckend in Westfalen-Lippe bürger- und praxisnah Hilfestellungen bei der schulischen Inklusion zu geben.
Auch in Gelsenkirchen bündelt das Gemeinschaftsprojekt der Bezirksregierung Münster, des Förderschulträgers LWL und der Stadt Gelsenkirchen unter einem Dach, was an viel-fältigen Fachkenntnissen für einen gleichberechtigten Zugang gehandicapter junger Menschen zum Bildungssystem wichtig ist , was sich Interessierte bislang aber oftmals aus weit verstreuten Quellen holen mussten.. "Wir verstehen uns als Lotsen", erläutert Georg Wrede, Koordinator in der neuen Einrichtung (Tel: 0209 9305-160).

Für diese Aufgabe stehen vor Ort künftig Lehrkräfte für Sonderpädagogik, ergo- und physiotherapeutische sowie pflegerische Fachleute bereit, die in Zusammenarbeit mit anderen Kooperationspartnern qualifizierte und differenzierte Information und Unterstützung bieten. Sie informieren die Betroffenen über adäquate regionale Bildungsmöglichkeiten und -wege, zum Beispiel über Fördermöglichkeiten und praktische Hilfsmittel wie etwa sehbehindertengerechte PC-Bildschirme oder barrierefreie Zugänge für den Schul- und Lernalltag.

" Gemeinsames Lernen für alle zu entwickeln - das ist eine große Herausforderung für alle Beteiligten und kann nur in enger Zusammenarbeit gelingen", so LWL-Direktor Matthias Löb bei der Kooperationsvertrags-Unterzeichnung. "Wir wollen, dass alle Kinder und Jugendlichen unabhängig vom Förderort ihren Möglichkeiten entsprechend optimal gefördert werden - und das geht nur durch gute Beratung", ergänzt Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke. Und der Gelsenkirchener Oberbürgermeister Frank Baranowski betont: "Das Beratungshaus Gelsenkirchen ergänzt mit seinen Beratungskompetenzen in hervorragender Weise das bestehende Beratungsangebot für die Bereiche Geistige Entwicklung, Lernen, Emotionale und soziale Entwicklung und Sprache in der Primarstufe, das die örtliche Inklusionswerkstatt bietet."

Hintergrund: Die Forderung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen nach gleichberechtigter Teilhabe in allen Lebensbereichen gilt auch für Schulen. Für den Bildungsbereich fordert die UN-Konvention von 2009 das Recht auf Bildung für Menschen mit Behinderungen und den gleichberechtigten, diskriminierungsfreien Zugang zur allgemeinen Schule und zwar wohnortnah im sozialen Umfeld.
Die vollständige Auflösung von Förderschulen wird in der Konvention nicht gefordert. Unter anderem als Träger von westfalenweit 35 Förderschulen mit rund 6.500 körperbehinderten oder sinnesgeschädigten Kindern und Jugendlichen verfügt der LWL über große Erfahrung im Bereich der Inklusion und Behindertenhilfe.

Der Elternwille ist grundlegend zu berücksichtigen bei der Wahl des Förderortes. Der Vielfalt soll Rechnung getragen werden. So bietet die Bezirksregierung Münster in Abstimmung mit den jeweiligen Schulträgern regional sowohl ein Angebot an Förderschulen als auch flächendeckend und schulformübergreifend das Gemeinsame Lernen an Allgemeinen Schulen an. Ergänzt wird dies durch die Kooperation mit vorhandenen Bildungseinrichtungen und Einrichtungen in freier Trägerschaft sowie sonstiger Partner der Stadt.

Pressemeldung

Publikationsdatum: 20.01.2017

Themen: Kindheit und Jugend