Richtung Inklusion

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Fliegende Hände: Gebärdensprache wirkt schnell und ausdrucksstark. Foto: LWL

"Gebärden - Welten"

Foyerausstellung im LWL-Landeshaus gibt Einblicke in die Welt gehörloser Menschen

Im Foyer seines Landeshauses zeigt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in Münster bis Donnerstag (23.3.) Fotografien der Kommunikation mittels Gebärden: Die Ausstellung "Gebärden - Welt" ist zusammen mit gehörlosen Menschen beim Caritasverband Emsdetten-Greven entstanden. Sie illustriert deren zentrales visuelles Kommunikationsmittel. Die Fotos von Jürgen Christ sollen auch hörenden Menschen einen Eindruck von der Bedeutung und Ästhetik von Gebärden vermitteln und ihnen gleichzeitig einen Einblick in die Gehörlosenkultur ermöglichen.

"Durch ihre andere Kommunikationsart verbindet gehörlose Menschen untereinander ein starkes Gefühl der Solidarität und Verbundenheit", erklärte Ausstellungsorganisatorin Bärbel Henrich vom Caritasverband bei der Eröffnung. In ihrer Gemeinschaft begegneten sie Gleichgesinnten - "das führt zur Entwicklung einer eigenen Gehörlosenkultur."

Gehörlosen Menschen sei es in der Regel nur innerhalb dieser Gemeinschaft, allenfalls noch im engsten Familienkreis, möglich, in einem stressfreien Rahmen zu kommunizieren. Denn trotz Fortschritten in Sachen Barrierefreiheit und Inklusion erleben sie in der "hörenden" Welt immer wieder Erschwernisse und Belastungen: Durchsagen am Bahnhof oder wichtige Informationen im Radio können sie nicht hören. Behördengänge, Arztbesuche oder andere wichtige Gesprächssituationen sind ohne einen Gebärdendolmetscher meist nicht möglich. "Mit der Ausstellung möchten wir einen Beitrag dazu leisten, auch hörende Menschen auf die Bedeutung von Gebärdensprache aufmerksam zu machen", erklärt Henrich. Der Eintritt ist frei.

Pressemeldung

Publikationsdatum: 13.03.2017

Themen: Freizeit, Veranstaltungen