Barrieren abbauen, Bewusstsein bilden

„Um Menschen mit Behinderungen eine unabhängige Lebensführung und die volle Teilhabe in allen Lebensbereichen zu ermöglichen, treffen die Vertragsstaaten geeignete Maßnahmen mit dem Ziel, für Menschen mit Behinderungen den gleichberechtigten Zugang zur physischen Umwelt, zu Transportmitteln, Information und Kommunikation, einschließlich Informations- und Kommunikationstechnologien und -systemen, sowie zu anderen Einrichtungen und Diensten, die der Öffentlichkeit in städtischen und ländlichen Gebieten offenstehen oder für sie bereitgestellt werden, zu gewährleisten.“

Der kleine Ausschnitt aus dem Artikel 9 der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen stellt den Landschaftsverband Westfalen-Lippe vor große Herausforderungen. Der LWL nimmt diese an: Er analysiert und beseitigt Barrieren, die sich für Menschen mit Behinderungen beim gleichberechtigten Zugang zu Information und Kommunikation sowie zu Gebäuden ergeben. Dazu gehört auch, wirksame Kampagnen zu entwickeln und die Medien zu sensibilisieren, um ein Bewusstsein für Inklusion in der Öffentlichkeit zu bilden – ein länger andauernder Prozess.
Ein Beispiel dafür: Wenn Wohnprojekte für Menschen mit einer psychischen Behinderung oder einer Suchterkrankung entstehen sollen, akzeptieren die Anwohnerinnen und Anwohner diese neuen dezentralen Wohnformen zunächst häufig nicht. Der LWL versucht die Bedenken, Sorgen und Vorbehalte etwa in Versammlungen direkt vor Ort sachlich zu entkräften.

Barrierefreies Bauen

LWL-Bau- und Liegenschaftsbetrieb entwickelt Checkliste


Die Gebäude und Einrichtungen des LWL unterscheiden sich derzeit noch sehr voneinander, wenn es um die Barrierefreiheit geht. Die Neubauten der vergangenen Jahre sind barrierefrei zugänglich für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen. Bei der älteren und denkmalgeschützten Bausubstanz sind diese Anforderungen jedoch zum Teil noch nicht umgesetzt. Nicht alle Immobilien und Außenanlagen sind auf Menschen mit Sinnesschädigungen ausgerichtet – deren Belange wurden in der Vergangenheit nur rudimentär berücksichtigt.
Eine Checkliste des LWL-Bau- und Liegenschaftsbetriebs auf der Grundlage der DIN-Vorschrift 18040-1, die beschreibt, unter welchen Voraussetzungen bauliche Anlagen als barrierefrei einzustufen sind, ermöglicht eine flächendeckende Bestandsanalyse, die den Weg für barrierefreie Umbauten ebnet.
Zu diesem Beispiel

Leichte Sprache

Jeder soll es verstehen


Gesetze, Briefe, Verträge, Formulare, Vorträge und Gespräche: Für Menschen mit Lernschwierigkeiten oder einer geistigen Behinderung sind sie oft eine Herausforderung. Komplizierte Sprache schließt diese Gruppe von der Gesellschaft aus. Immer häufiger gibt es deshalb Übersetzungen in sogenannte Leichte Sprache: Kurze Sätze, der Verzicht auf Fremdwörter und bildliche Sprache oder Wortwiederholungen machen die Texte dabei verständlicher. Ebenso helfen bestimmte Schriftarten und ergänzende Bilder, die Inhalte begreifbar zu machen. Auch für Menschen mit Migrationshintergrund oder Menschen, die die Deutsche Gebärdensprache als Muttersprache haben, sind solche Übersetzungen sinnvoll.

Leichte Sprache

BITV 2.0

Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung 2.0

Quelle: bund.de

Gemäß § 11 Absatz 1 BGG sind Bundesbehörden verpflichtet, ihre Internetauftritte und -angebote sowie die von ihnen zur Verfügung gestellten grafischen Programmoberflächen barrierefrei zu gestalten. Für die genaue Definition, welche Angebote welche Voraussetzungen erfüllen müssen, um barrierefrei zu sein, wurde am 17. Juli 2002 die BITV erlassen und mit Wirkung vom 22. September 2011 durch die BITV 2.0 abgelöst.

BaNu - Barrieren finden - Nutzbarkeit sichern