Auf dem Bild ist ein junger Mann in Arbeitskleidung und eine Mitarbeiterin des Integrationsfachdienstes, in einer Werkstatt zu sehen

Aus der Behindertenwerkstatt auf den ersten Arbeitsmarkt

Der Integrationsfachdienst ebnet den Weg

Der LWL unterstützt Menschen mit Behinderung im Sinne der Inklusion dabei, ihren Weg zum freien Arbeitsmarkt zu finden. Seit 2008 konnten 350 Menschen von Behindertenwerkstätten in Westfalen in die freie Wirtschaft wechseln. Dabei noch eine normale Ausbildung zu beginnen, ist ein seltener Glücksfall. In einem neuen Film zeigt der LWL im Internet, wie Andrej vom Integrationsfachdienst dabei unterstützt wird, einen Ausbildungsplatz zu finden.

Der Umgang mit schweren Stahlteilen ist für Andrej Alltag. Der 23-Jährige ist trotz Handicap bei Kropp-Stahl in Vreden (Kreis Borken) voll integriert. "Ich bin sehr zufrieden. Ich wurde gut aufgenommen, mir wird alles vernünftig beigebracht, bis jetzt läuft es super", sagt er.

Zunächst arbeitete Andrej in den Werkstätten Haus Früchting. Schon früh war klar, dass Andrej höher hinaus will. "Er hat sich sehr gut entwickelt bei uns, er kam von Anfang an mit dem Wunsch, irgendwann auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu wechseln, und diesen Wunsch hat er immer behalten", erzählt Ingeborg Zielonka von den Werkstätten Haus Früchting.

Der LWL fördert den Wechsel von den Werkstätten für Menschen mit Behinderung auf den ersten Arbeitsmarkt mit Sonderprogrammen wie "aktion5" und "Übergang +2", wobei Arbeitgeber Förderungen wie Prämien, monatliche Leistungen oder Budgets für Qualifizierungen erhalten können. Zudem werden solche Übergänge auch von Leistungsträgern wie der Agentur für Arbeit oder den Rentenversicherungen unterstützt. "Außerdem haben wir in Westfalen 20 Integrationsfachdienste. In jedem dieser Dienste ist ein Mitarbeiter für den Übergang Werkstatt-Wirtschaft zuständig", so Dr. Monika Peters vom LWL-Integrationsamt Westfalen.

Für Andrej ist das Petra Mönstermann vom LWL-Integrationsdienst Borken-Coesfeld. Sie betont die Vorteile der Integrationsprogramme für Arbeitgeber: "Auf der einen Seite bekommen die Arbeitgeber in der Regel einen sehr motivierten Mitarbeiter, diese Rückmeldung bekomme ich immer wieder. Auf der anderen Seite gibt es natürlich Förderleistungen wie Lohnkostenzuschüsse oder Zuschüsse für Arbeitsmittel. Und wir als Integrationsfachdienst nehmen dem Arbeitgeber viel bei der Arbeit mit Formularen und Anträgen ab."

Und so war auch Andrejs Arbeitgeber zufrieden: "Während des Praktikums hat er einen sehr guten Eindruck hinterlassen, und danach haben wir entschieden, ihn auszubilden. Da wir schon mehrere Menschen mit Handicap beschäftigen, war es für uns nicht neu", so Franz-Wilhelm Frankemölle, Geschäftsführer bei Kropp-Stahl.