Erfolge und Ziele

Arbeit

Artikel 27 der UN-Behindertenrechtskonvention

 „Die Vertragsstaaten anerkennen das gleiche Recht von Menschen mit Behinderungen auf Arbeit; dies beinhaltet das Recht auf die Möglichkeit, den Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen, die in einem offenen, integrativen und für Menschen mit Behinderungen zugänglichen Arbeitsmarkt und Arbeitsumfeld frei gewählt oder angenommen wird.“



Herausforderungen

Mehr als 850.000 Menschen und damit knapp 11 % der Bevölkerung in Westfalen-Lippe haben eine
Schwerbehinderung im Sinne des SGB IX. Rund 90.000 von ihnen arbeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, rund 22.000 sind arbeitslos. Über 40.000 Menschen arbeiten in Werkstätten für behinderte Menschen – mit stark steigender Tendenz.

Diese Situation ist nicht zufriedenstellend, zumal die Probleme für Menschen mit Behinderungen weiter zunehmen. Immer mehr Arbeitsplätze, die sie früher besetzen konnten, fallen weg. Neue Arbeitsplätze zu finden, wird schwieriger. Mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmerinnen und -nehmer mit Behinderungen ist zwischen 50 und 65 Jahre alt. Zudem ist die Regelaltersgrenze für die Rente auf 67 Jahre gestiegen. Die Beschäftigungsfähigkeit muss trotz Schwerbehinderung und höherem Lebensalter möglichst lange erhalten bleiben, um eine vorzeitige Verrentung zu verhindern und eine gesundheitlich möglichst verträgliche Teilhabe am Arbeitsleben zu gewährleisten.
Es wird also nicht einfacher, sondern schwieriger, die Vorgabe der UN-Konvention zu erfüllen. Es müssen daher Konzepte und Maßnahmen entwickelt werden, die nicht nur Menschen unterstützen, die einen Arbeitsplatz auf dem Arbeitsmarkt haben. Ebenso wichtig sind die Menschen, die einen solchen Platz suchen.
Bei sämtlichen Konzepten muss immer klar sein, dass Menschen mit Behinderungen häufig Fähigkeiten haben, die andere nicht sofort wahrnehmen. Die Lösungen müssen daher ihre Stärken unterstützen und personenzentriert entwickelt werden.

Freie Wahl des Arbeitsplatzes

Matthias Münning, LWL-Sozialdezernent

Matthias Münning, LWL-Sozialdezenernt

Eine Behinderung darf kein Grund sein, vom allgemeinen Arbeitsmarkt ausgeschlossen zu werden. Dort arbeitet in Westfalen-Lippe eine große Zahl von Menschen mit einer Schwerbehinderung. Der LWL möchte das ausbauen und für möglichst viele Menschen mit einer wesentlichen Behinderung eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ermöglichen.

Das ist nicht einfach: Die Industriegesellschaft wandelt sich in eine wissensbasierte Dienstleistungsgesellschaft. Immer mehr Arbeitsplätze, die früher von Menschen mit einer Schwerbehinderung besetzt wurden, fallen weg. Die Suche nach neuen Arbeitsplätzen gestaltet sich immer schwieriger. Deshalb müssen auf die Person zugeschnittene Lösungen gefunden werden.

Der LWL setzt sich dafür ein, dass jeder Mensch - unabhängig von der Schwere der Behinderung - individuell so weit wie möglich am Arbeitsleben teilhaben kann.
Der Mensch mit seinen persönlichen Zielen und seinen vorhandenen und ausbaubaren Fähigkeiten steht daher im Mittelpunkt der Arbeit. Der LWL fasst sein Konzept und die dahinter stehenden vielgestaltigen Leistungen und Maßnahmen für Menschen mit Behinderungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt als LWL-Budget für Arbeit zusammen.

Das LWL-Integrationsamt Westfalen arbeitet eng mit Arbeitgebern und Integrationsprojekten, gewählten Schwerbehindertenvertretungen in den Betrieben und Dienststellen, Betriebs- und Personalräten, örtlichen Fachstellen bei den Kreisen, kreisfreien Städten und großen kreisangehörigen Städten und selbstverständlich mit den Menschen mit Behinderungen zusammen.
Ein wichtiger Kooperationspartner - und zugleich ein Angebot des LWL zur Inklusion auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt - sind die Integrationsfachdienste (IFD).
Sie unterstützen, im Auftrag des LWL-Integrationsamts Westfalen oder der Rehabilitationsträger, Menschen mit Behinderungen im Arbeitsleben.

Sie vermitteln die Menschen mit Behinderungen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt, betreiten sie auf ihren neuen Arbeitsplatz vor, begleiten sie am Arbeitsplatz und beraten sie und ihre Arbeitgeber in allen Fragen.
Bei allen Fördermaßnahmen trägt der LWL dafür Sorge, dass Männer und Frauen gleichberechtigt von den Fördermaßnahmen profitieren.

Der LWL verfolgt mit seinen Kooperationspartnern konsequent den personenzentrierten Ansatz, der den Menschen mit seinen Fähigkeiten in den Mittelpunk stellt.