„Die Vertragsstaaten anerkennen das gleiche Recht von Menschen mit Behinderungen auf Arbeit und insbesondere die Möglichkeit, in einem offenen, integrativen und zugänglichen Arbeitsmarkt und Arbeitsumfeld den Lebensunterhalt zu verdienen.“ Artikel 27 der UN-Konvention
Die Industriegesellschaft wandelt sich in eine wissensbasierte Dienstleistungsgesellschaft. Immer mehr Arbeitsplätze, die früher von Menschen mit Behinderung besetzt wurden, fallen weg. Neue Arbeitsplätze zu finden wird immer schwieriger. Deshalb müssen auf jede Person genau zugeschnittene Lösungen gefunden werden.
Arbeit ist für die Inklusion behinderter Menschen von entscheidender Bedeutung. Behinderung darf kein Grund sein, vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen zu bleiben.
Es liegt auf der Hand: Je eher ein junger Mensch sich über seine eigenen Fähigkeiten klar wird, desto besser wird ihm sein Berufsweg gelingen. Menschen mit Behinderungen haben häufig Fähigkeiten, die nicht sofort wahrgenommen werden. Diese gemeinsam mit den Lehrerinnen und Lehrern auch im Hinblick auf eine spätere Berufstätigkeit zu erkennen, das ist leicht gesagt und schwer getan.
Gute Erfahrungen hat man mit individuellen Berufswegekonferenzen gemacht. Der LWL versucht systematisch Wege zu ebnen: So hat er mit seinen Schulen mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung ein Projekt „Talentprobe" umgesetzt. Gemeinsam mit vielen Partnern werden die Ergebnisse jetzt unter dem Titel „Schule trifft Arbeitswelt "(STAR) für alle Förderschulen nutzbar gemacht. Dies sind nur einige Beispiele.
Flächendeckend stellen alle sogenannten Integrationsfachdienste (IFD) Fachberatung zum Übergang von Schule zu Beruf bereit. Das LWL-Integrationsamt Westfalen und die IFD arbeiten dabei Hand in Hand. Die Jugendlichen stehen im Mittelpunkt des berufsvorbereitenden Prozesses mit dem Ziel der Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt.
Konkrete Hilfe gibt es mit dem Sonderprogramm „aktion5“ oder einer Weiterbildung zum Job-Coach "Unterstützte Beschäftigung" für Menschen, die behinderte Menschen am Arbeitsplatz unterstützen. Der LWL bereitet so gemeinsam mit seinen Partnern immer mehr Menschen den Weg zu einem inklusiven Arbeitsmarkt.
Knapp zehn Prozent der Menschen in Westfalen-Lippe sind schwerbehindert. In Westfalen-Lippe stehen rund 90.000 schwerbehinderte Menschen im Arbeitsleben auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Ein Arbeiten Seite an Seite von Menschen mit und ohne Handicap ist im besten Sinne Inklusion.
Das LWL-Integrationsamt arbeitet dabei mit seinen Partnern zusammen: den Arbeitgebern und Integrationsprojekten, den schwerbehinderten Menschen, den gewählten Schwerbehindertenvertretungen in den Betrieben und Dienststellen, den Betriebs- und Personalräten, den örtlichen Fachstellen für behinderte Menschen im Beruf sowie den Integrationsfachdiensten (IFD).
Das LWL-Integrationsamt verfügt über eine Reihe von Fachdiensten, die sich mit sehr speziellen Fragen auskennen. Beim Kündigungsschutz wird das Ziel verfolgt, unter anderem mit begleitenden Hilfen, das Arbeitsverhältnis schwerbehinderter Beschäftigter zu erhalten.
Trotz aller Bemühungen, einzelne Menschen mit Behinderungen an ihrem Arbeitsplatz zu unterstützen, gibt es für viele Menschen mit Behinderungen überhaupt keine Chance, den eigenen Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen.
Was helfen kann: Unternehmen zu gründen, die nicht nur Ertrag erwirtschaften wollen, sondern zusätzlich das Ziel verwirklichen, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam arbeiten – die Integrationsprojekte. In den vergangenen drei Jahren sind so mehr als 1.000 Arbeitsplätze in Nordrhein-Westfalen auch in gewerblichen Unternehmen entstanden. In Westfalen-Lippe gab es 2010 93 vom LWL geförderte Firmen mit ca. 1.100 Arbeitsplätzen für schwerbehinderte Menschen. Der LWL hat hierfür 2010 rund 7,9 Millionen Euro ausgegeben.
Hier finden Sie Informationen über die Münsteraner Integrationsunternehmen.
Ein „Drei Sterne Superior" - Haus als Integrationsunternehmen
Bettina Rehaag sitzt an der Rezeption des Hotels Aspethera am Rande der Paderborner Innenstadt - im Rollstuhl. Die 27-Jährige leidet an einer Spastik, seitdem sie als Frühchen zur Welt kam. In dem Integrationsunternehmen hat sie mit Unterstützung des LWL ihren den Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt geschafft.
Ann-Kathrin Busse arbeitet als Hauswirtschafterin im Familienzentrum
Die 26-jährige Ann-Kathrin Busse hat das Down-Syndrom - meist ist Menschen mit dieser Behinderung ein normaler Berufsweg verschlossen. Ann-Kathrins Job aber ist vollkommen normal: Sie geht als Hauswirtschafterin in einem Familienzentrum einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Auch dank des LWL hat sie einen Arbeitsvertrag erhalten.
UNTERNEHMEN TUN GUTES - inklusiv arbeiten!
Neuer Rekord - 5.500 Besucher kamen zur zweiten LWL-Messe für Integrationsunternehmen
Rund 5.500 Besucher informierten sich in der Halle Münsterland darüber, was Menschen mit Behinderungen in Integrationsunternehmen leisten, in denen 25 bis 50 Prozent der Beschäftigten Behinderungen haben. Unter dem Titel "Unternehmen tun Gutes! - inklusiv arbeiten" hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die Messe zum zweiten Mal veranstaltet. "Die Messe war in diesem Jahr ein riesiger Erfolg, wir haben die Besucherzahl mehr als verdoppelt. Ich freue mich schon auf die dritte Auflage", sagte LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch nach einem Messerundgang.
Insgesamt 85 Integrationsunternehmen aus ganz Westfalen-Lippe, die der LWL bei ihrer Arbeit unterstützt, präsentieren sich am Donnerstag (22.03.2012).
Wenn behinderte Menschen keine Arbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt finden, bieten die Werkstätten für behinderte Menschen Arbeit an.
Der LWL unterstützt 31.000 behinderte Menschen in diesen Werkstätten mit knapp 450 Millionen Euro im Jahr. Allerdings: Seinen Lebensunterhalt kann der behinderte Mensch in diesen Werkstätten nicht verdienen.
Der Schwerpunkt der LWL-Förderung wird sich in Zukunft von den Werkstätten hin zu Integrationsprojekten verlagern. Mehr Inklusion bedeutet mehr Integrationsunternehmen.
Für erwachsene Menschen mit psychischen Behinderungen, die zur Zeit erwerbsunfähig sind, bieten die Tagesstätten eine Tagesstruktur. Ohne dieses Angebot müssten viele psychisch behinderte Menschen ihre eigene Wohnung aufgeben und in einer stationären Einrichtung wohnen.