Dieses Foto zeigt Katrin an ihrem Arbeitsplatz.

Katrin arbeitet in einer Werkstatt für behinderte Menschen

Hier fühle ich mich gut

„Hallo, ich bin Katrin“, stellt sich die junge Frau ihrem Besuch entgegeneilend vor. Die Rolle der Interviewpartnerin macht Katrin Rohlmann sichtlich Spaß. Die 29-Jährige spricht über ihre Arbeit in der Werkstatt der Westfalenfleiß GmbH, über ihre neue Wohnung, ihre Stärken und Schwächen.
Katrin gehört zu den 37.000 Frauen und Männern, die in den westfälischen Werkstätten für behinderte Menschen arbeiten. Neben einer geistigen Beeinträchtigung stellt sie auch ihre Diabeteskrankheit vor Probleme. Sechs bis siebenmal muss sie sich täglich Insulin spritzen.
Jeden Morgen verlässt sie ihre Wohnung in einem Appartementhaus in Münster - eine stationäre Wohnform für berufstätige Menschen mit Behinderungen - und fährt mit dem Rad zur Werkstatt, in der sie seit neun Jahren arbeitet. Derzeit verpackt die junge Frau Filter für die Auto- und Motorenindustrie in großen Plastikbeuteln.
Die Nähe zum allgemeinen Arbeitsmarkt hat Katrin schon ein paar Mal getestet - bislang noch ohne Erfolg. Zuletzt absolvierte sie in einer Außenarbeitsgruppe der Werkstatt ein vier-wöchiges Praktikum in der Großküche einer Versicherung. „Danach wollte ich sofort wieder zurück in die Werkstatt“, erzählt die 29-Jährige. Die Aufgabe war stressig, das Arbeitsumfeld zu laut und zu hektisch, findet sie.
Deshalb sucht Katrin zunächst weiter das beschützte Umfeld in der Werkstatt für behinderte Menschen. „Hier fühle ich mich gut“, sagt die junge Frau.
Außerdem trifft sie jeden Tag Ingrid, Jana, Gabi und den Rest ihrer unzertrennlichen Clique. Die Freundinnen verbringen fast jede ihrer Pausen gemeinsam und gehen nach Feierabend gerne zusammen aus.

Arbeit strukturiert den Tag, stärkt das Selbstbewusstsein und sorgt für ein eigenes Einkommen. Für Menschen mit Behinderungen wie Katrin Rohlmann ist häufig - zumindest vorübergehend - ein angepasstes Arbeitsumfeld nötig, das ihnen Werkstätten bieten. Dort werden die Menschen am Arbeitsplatz individuell unterstützt und begleitet. Auch sehr schwer behinderte Menschen können dadurch am Berufsleben teilnehmen.