Diese Foto zeigt drei Männer vor einem alten Backsteinhaus.

Sie lebten im Heim. Jetzt führen sie zusammen einen Haushalt.

Drei Mann unter einem Dach

Drei Männer, die vorher in einem Wohnheim lebten, haben nun wieder die volle Verantwortung für ihren Alltag – und mehr Selbstvertrauen. Die Wohngemeinschaft der psychisch kranken Männer im Kreis Warendorf ist mehr als eine Zweckgemeinschaft. Es geht auch um Freundschaft, um Nähe. „Wir sind so ein bisschen wie eine Familie“, sagt Ludwig K. über das Männertrio.
Natürlich sind sie in ihrer WG nicht auf sich allein gestellt. Schon in der Außenwohngruppe vor ihrem Einzug in die eigene Wohnung betreute sie Maria Teckentrup. Heute muss die Heilerziehungspflegerin nur noch einmal täglich kommen, für eine Stunde gegen Abend. „Das war ein großer Schritt, denn das Wohnheim bedeutet für die meisten doch ein wichtiges Stück Sicherheit“, sagt Maria Teckentrup.
Die drei WG-Bewohner dürfen zwar noch jede Veranstaltung im Heim besuchen, „sie sind immer willkommen“. Aber dennoch leben sie heute deutlich selbstständiger, berichtet die Mitarbeiterin. Die Fortschritte, seitdem die Männer allein wohnen, sind immens. Je mehr sie auf sich selbst gestellt sind, umso mehr lernen sie und trauen sich zu.
Die Männer bekommen ihren Arbeitslohn, den sie bei der Montage oder im Küchendienst in den Freckenhorster Werkstätten verdienen. Hinzu kommt die Grundsicherung der Kommune – insgesamt ein wenig mehr als der Hartz-IV-Satz. Für die Betreuungskosten kommt die LWL-Behindertenhilfe Westfalen auf. Die Drei mieten selbst ihre Wohnung, gehen einkaufen und finanzieren ihre Freizeit.

Wohnen für Menschen mit Behinderungen

Die eigene Wohnung - eine neue Lebensqualität!
Seit dem Jahr 2003 hat der LWL schon dafür gesorgt, dass viele  Menschen mit Behinderungen selbstständig wohnen können, auch wenn sie im Alltag auf Hilfe angewiesen sind. Gemeinsam mit den Kreisfreien Städten und Kreisen hat der LWL ein dichtes Netz ambulanter Hilfsangebote in Westfalen-Lippe geschaffen und Lücken in der Versorgung gefüllt. Zahlreiche Menschen haben dadurch eine neue Lebensqualität gewonnen. Sie konnten - wie z.B. die Männer-WG in Neubeckum - das stationäre Wohnen oder das Elternhaus verlassen und in eine eigene Wohnung ziehen. Fachleute helfen ihnen meist einige Stunden in der Woche, ihren Alltag zu meistern.