Dieses Foto zeigt Tatjana Clusmann in der Waescherei, sie hat den Sprung von der Werkstatt in den ersten Arbeitsmarkt geschafft. Tatjana Clusmann ist nur ein Beispiel für erfolgreiche Integration.

Arbeit

Weil Arbeit zum Leben dazu gehört

Der LWL zahlt für die Beschäftigung in Werkstätten
Der LWL unterstützt die Arbeit der Menschen mit Behinderungen in Werkstätten mit knapp 493 Millionen Euro im Jahr. Für 34.000 Menschen zahlt der Verband durchschnittlich 32 Euro Vergütungen pro Tag an die Werkstattträger. Für rund 6.000 weitere Menschen sind derzeit andere Kostenträger zuständig, z. B. die Arbeitsagenturen.

So nah wie möglich am Arbeitsmarkt
Die Werkstatt ist für zahlreiche behinderte Beschäftigte dauerhaft ihr Arbeitsort, denn Unternehmen können ihnen oft keinen regulären Arbeitsplatz anbieten. Der LWL versucht, diese Menschen näher am allgemeinen Arbeitsmarkt zu beschäftigen. Beispielsweise verpflichteten sich die Träger, das Angebot der Werkstätten an Außenarbeitsplätzen auszuweiten. Einzelne Beschäftigte oder auch Gruppen arbeiten dabei in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes, ohne dort angestellt zu werden.

Trotz aller Möglichkeiten, Menschen zu fördern und vorzubereiten, kommt für den allgemeinen Arbeitsmarkt nur eine vergleichsweise kleine Gruppe der Werkstattbeschäftigten in Frage. Damit ihr Arbeitsplatzwechsel gelingt, helfen die LWL-Behindertenhilfe und das LWL-Integrationsamt mit ihren Fachleuten und finanziellen Leistungen.

Zahl der Beschäftigten steigt
Alle Integrationsbemühungen ändern nichts daran, dass die Werkstätten für behinderte Menschen in den nächsten zehn Jahren rund 650 Menschen jährlich aufnehmen werden. Die Zahl der Abgänge wird dagegen gering sein. Besonders psychisch kranke Menschen, die zunehmend aus dem allgemeinen Arbeitsmarkt gedrängt werden, lassen die Beschäftigtenzahl steigen. Außerdem arbeiten mehr Menschen mit körperlichen, geistigen und schwerst-mehrfachen Beeinträchtigungen in den Werkstätten.

 

Alternde Belegschaft
Eine steigende Lebenserwartung stellt die Behindertenhilfe zusätzlich vor die Herausforderung, Menschen mit zunehmendem Alter in den Werkstätten zu versorgen. Nach heutiger Erkenntnis sind in zehn Jahren ca. 15 Prozent der Beschäftigten über 60 Jahre und knapp 30 Prozent über 50 Jahre alt. Für diese Menschen müssen Konzepte entwickelt werden, die sich an ihrer nachlassenden Leistungsfähigkeit orientieren. Sie haben, wie alle Menschen mit Behinderungen, einen gesetzlich garantierten Anspruch auf einen Arbeitsplatz in einer Werkstatt. Diesen stellt der LWL durch seine finanziellen Hilfen sicher.

Einkommen
Die Beschäftigten in den Werkstätten erhalten für ihre Arbeit ein Entgelt, was je nach Leistung des einzelnen Menschen unterschiedlich hoch sein kann. Garantiert ist jedoch ein Mindestlohn von monatlich 75 Euro, den alle unabhängig von ihrer individuellen Leistungsfähigkeit bekommen. Die Löhne werden von der Werkstatt aus den Umsätzen gezahlt. Zusätzlich sind die Beschäftigten mit Behinderungen gesetzlich kranken- und rentenversichert.