Dieses Foto zeigt Jan-Henning mit einem Schweinchen auf der Hand.

Der LWL ist Partner für Menschen mit Behinderungen

Gemeinsam Hindernisse überwinden

Behinderung ist ein allgemeines Lebensrisiko. Menschen werden mit Beeinträchtigungen geboren oder erleiden sie im Laufe ihres Lebens. In unserer Gesellschaft stoßen diese Menschen auf Hindernisse, die ihre Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft einschränken. Sie brauchen deshalb - wie viele andere Menschen auch - Schutz und Unterstützung, um ein selbstständiges Leben führen zu können. Darin besteht ein breiter gesellschaftlicher Konsens.

Welches Ziel verfolgt der LWL?
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) will die vorhandenen Barrieren abbauen. Gemeinsam unterstützen die LWL-Behindertenhilfe und das LWL-Integrationsamt Menschen mit Behinderungen bei einem selbstständigen Leben und fördern sie in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung. Dabei konzentrieren sich die Aufgaben des LWL vor allem auf die beiden Lebensbereiche Wohnen und Arbeit, die sogenannte Eingliederungshilfe und das LWL-Budget für Arbeit. Auf die Unterstützung des LWL als kompetenter Partner sind immer mehr Menschen angewiesen. Denn:

Die Zahl der Menschen mit Behinderung wächst.
Nicht nur in Westfalen. Jährlich kommen in Deutschland etwa 29.000 Menschen hinzu. Gründe dafür liegen in verbesserten Lebensbedingungen und einer besseren medizinischen Versorgung.  Menschen mit Behinderungen haben heute eine deutlich höhere Lebenserwartung; viele erreichen inzwischen das Rentenalter. Außerdem werden mehr Menschen mit schweren Beeinträchtigungen geboren und überleben die kritischen ersten Lebensjahre. 

War der Anstieg vorherzusehen?
Die besondere demografische Entwicklung bei Menschen mit Behinderungen zeichnete sich noch Mitte der 1990er Jahre nicht ab. Das zeigen beispielhaft die Schülerzahlen an den Förderschulen mit Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung in Nordrhein-Westfalen: Experten schätzten 1996, dass (nach zwischenzeitlich steigenden Zahlen) im Jahr 2008 nicht nennenswert mehr Jungen und Mädchen diese Schulen besuchen würden als zum Zeitpunkt der Prognose. Tatsächlich lag die Schülerzahl 2008 um 42 Prozent über der Vorhersage.

Schülerzahlen - Prognose 1996 und tatsächliche Entwicklung

Die Grafik zeigt den enormen Anstieg der Schülerzahlen in den Förderschulen in NRW. 1996 besuchten 12.213 Mädchen und Jungen die Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in Nordrhein-Westfalen, 2008 waren es bereits 17.791 Mädchen und Jungen. Experten schätzten 1996, dass im Jahr 2008 nur ca. 12.570 Jungen und Mädchen diese Schulen besuchen würden. Quelle: MSW NRW Stat. und LWL

Aktuell sind an allen Schulformen für Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf steigende Anmeldungen zu verzeichnen. Erfreulich aber ist auch, dass immer mehr Kinder im gemeinsamen Unterricht unterrichtet werden können.

Wohnen und Arbeit

Menschen mit Behinderungen sollen über ihre Wohnsituation selbst bestimmen. Der LWL steht ihnen bei ihrer Entscheidung beratend zur Seite. Die LWL-Behindertenhilfe bezahlt sowohl den Aufenthalt in Spezialeinrichtungen für Menschen mit sehr schweren oder seltenen Beeinträchtigungen als auch eine Unterkunft in einem Wohnheim oder die ambulante Unterstützung in der eigenen Wohnung.

Im Lebensbereich „Arbeit“ unterstützt der LWL erfolgreich Menschen mit Behinderungen, die keinen Arbeitsplatz auf dem Arbeitsmarkt haben. Unser besonderes Anliegen ist es, den Weg dorthin zu öffnen.

Menschen mit Behinderungen haben häufig besondere Stärken. Fähigkeiten, die nicht sofort wahrgenommen werden. Deshalb müssen individuelle Lösungen gefunden werden. Das „LWL-Budget für Arbeit“ hilft hierbei. Es verwirklicht die UN-Konvention über die Rechte der Menschen mit Behinderungen.

Mit dem „LWL-Budget für Arbeit“ werden Geldleistungen gezahlt, die Nachteile von Menschen mit Behinderungen ausgleichen.