Ausstellung im Westfälischen Industriemuseum Zeche Hannover
Bochum (lwl). Zwei Männer mit Lederhelm und Abbauhammer vor der zerklüfteten Gesteinswand im Stollen, gezeichnet von Anstrengung und Konzentration – der Holzschnitt "Gesteinshauer" von 1947 lässt die alltäglichen Mühen und Gefahren des Bergbaus vor 50 Jahren heute noch spürbar werden. Die einzigartige Arbeitswelt unter Tage hat den Bochumer Bergmannssohn Erich Palmowski früh geprägt und Zeit seines Lebens nicht mehr losgelassen.
Anlässlich seines 90. Geburtstags an diesem Donnerstag, 31. Januar, widmet das Westfälische Industriemuseum Zeche Hannover der Bergbaukunst Palmowskis in diesem Jahr eine große Ausstellung. Sie wird 18. August bis 27. Oktober im Museum des Landschaftsverban-des Westfalen-Lippe (LWL) in Bochum-Hordel zu sehen sein.
Mit 14 Jahren begleitete Erich Palmowski erstmals seinen Vater auf die Zeche Caroli-nenglück. Bergbaumotive prägten fortan das Schaffen des jungen Künstlers, der bis 1929 mit einem Stipendium der Stadt Bochum an der Kunstgewerbeschule Dortmund studierte. Ansichten der Bochumer Zechen Carolinenglück und Hannover, des Stahlwerks "Bochumer Verein" und immer wieder Bergleute unter Tage und Hüttenarbeiter am Hochofen bilden die eindrucksvollen Motive seiner Arbeiten.
Nach Abschluss seiner Ausbildung lobt der Dortmunder Kunstprofessor Walter Herricht den Bochumer als "Gestalter der Welt des Ruhr-Kumpels", der die Arbeit der Menschen in den Mittelpunkt seiner Werke rückt.
Doch das sozial engagierte Schaffen erweist sich in den 30er- Jahren als brotlose Kunst. Palmowski arbeitet daher vor dem Krieg als Dekorationsmaler im Kaufhaus Alsberg, dem späteren "Kortum". Als Kriegsberichterstatter hält der Künstler Anspannung und Strapazen der Soldaten in den zerstörten Städten fest.
In den Jahren 50er-Jahren sind Bergbaumotive oft gefragt, doch der Bochumer Grafiker setzt auf „sicheres Brot“ und betreibt erfolgreich eine Werbeagentur. Bis Mitte der 70er-Jahre prägen Palmowskis prämierte Grafiken das Bild der Stadt Bochum in Anzeigen, Werbebro-schüren und auf Plakaten der Stadtwerbung. Und als Wettbewerbssieger kann das Mitglied des Bochumer Künstlerbundes 1962 die Gestaltung des Ehrenrings der Stadt Bochum über-nehmen. Sein Herz hängt aber stets am Bergbau. "Mit besonderer Hingabe zeichnete ich jahrelang Plakate für die Grubensicherheit", verrät der Künstler. Und auch im Ruhestand rücken Zechenmotive wieder ins Zentrum seines Schaffens. So entstand in den letzten zehn Jahren ein Zyklus von Bergbaubildern, der die Erinnerung an die harte Arbeit unter Tage wach hält.
Dassdie Bergbaumotive nicht verklärte Rückschau sind, kann der 90-Jährige eindrucksvoll belegen: "Als ich für die Ausstellung bei der Bergbau-Berufsgenossenschaft nach meinen alten Bildern suchte, wurden die wieder auf mich aufmerksam und beauftragten mich mit einem neuen Plakat. So schlecht kann meine Arbeit ja nicht gewesen sein", schmunzelt der Künstler.
Pressekontakt: Christiane Spänhoff, Tel. (0231) 69 61- 127,
c.spaenhoff@lwl.org
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