Witten (lwl). Am Wochenende nach Ostern startet das Westfälische Industriemuseum Zeche Nachtigall in die letzte Vorlaufsaison. Bis Oktober sind das Gelände und die denkmalgeschützten Gebäude dann wieder regelmäßig geöffnet – und zwar jeden Samstag von 14 bis 18 Uhr und an Sonntagen von 11 bis 18 Uhr. Sonntags um 15 Uhr werden wieder kostenlose öffentliche Führungen angeboten.
Nachtigallgäste können sich bei einem Besuch auch vom Fortgang der Aufbauarbeiten über-zeugen: Im Frühjahr 2003 will das Museumsteam über und unter Tage interessante Ausstellungen zu den Bereichen früher Bergbau an der Ruhr, Kleinzechen und Kohleschifffahrt präsentieren. Dann startet im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) der reguläre Betrieb mit ganzjähriger Öffnung. "Wir wollen unseren Besuchern ein attraktives Museum mit vielen spannenden Themen bieten. Deshalb haben wir uns entschlossen, die zunächst für den Herbst vorgesehene Eröffnung auf das Frühjahr zu verschieben, dafür aber das gesamte Ausstellungsspektrum zu präsentieren", so Museumsdirektor Helmut Bönnighausen.
Eine Attraktion des künftigen Museums wird der Nachtigallstollen, der sich zu einem richtigen Besucherbergwerk mausern soll. In einem Seitenstreb
will das Museum eine typische Abbauszene, wie sie in unzähligen Kleinzechen des Ruhrtals vorkam, nachstellen.
Einmalig dürfte auch ein Besuch an Bord der nachgebauten Ruhraak werden. Seit dem 18. Jahrhundert beförderten solche Segelschiffe Kohlen flussabwärts Richtung Rhein. Für das 35 Meter lange Holzboot, das derzeit noch auf einer Mülheimer Werft komplettiert wird, entsteht auf dem Nachtigallgelände eine komplette Wasserlandschaft mit Kohlenniederlage und Anleger. "Aus konservatorischen Gründen wird die Aak allerdings nicht im Wasser liegen, sondern auf Pfählen einige Zentimeter darüber stehen", erzählt Dr. Olaf Schmidt-Rutsch vom Westfälischen Industriemuseum. Im Frühsommer soll die Ruhraak auf Schwertransportern in mehreren Teilen von Mülheim nach Witten gebracht und dort zusammengebaut werden.
Trotz der laufenden Arbeiten im Rahmen des Museumsaufbaus dürfen sich die Besucher im Sommer auf zwei Ausstellungen freuen: Beim Projekt "Dialog – Diálogo" kooperiert die Zeche Nachtigall mit dem Westfälsichen Industriemuseum Henrichshütte Hattingen. An vier Wochenenden im August werden auf Nachtigall Installationen und Skulpturen der chilenischen Künstlerin Zinnia Ramirez und des Bochumer Künstlers Marcus Kiel zu sehen sein. Zu der Ausstellung, die im Juni und Juli in Hattingen läuft, erscheint ein gemeinsamer Katalog. Außerdem wird die Zeche Nachtigall im September wie bereits im Vorjahr wieder Schauplatz der EN-Kunst – eines Ausstellungsprojektes, das mit innovativer Kunst aus Nordrhein-Westfalen, offenen Ateliers, Musik, Literatur und Performances aufwartet.
Pressekontakt: Christiane Spänhoff, Tel. 02 31 / 69 61 – 127
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