Eine Million Pfund Eisen aus Hattingen für Berliner Markthallen
Hattingen (lwl). Die Henrichshütte sei in "schwunghaftem Betrieb" und habe "rund 1 Million Pfund für die Berliner Markthallen geliefert", schrieb am 21. März 1866 die Zeitung "Märkische Blätter". Bei der Lieferung handelte es sich um gusseiserne Säulen und Träger für die Hallenkonstruktion. Tatsächlich wurden vor kurzem in einer unter Denkmalschutz stehenden Halle in Berlin gusseiserne Bauteile mit dem Zeichen "Hh" (Henrichshütte) entdeckt. Diese und weitere Geschichten aus den ersten Betriebsjahren der Henrichshütte wird Walter Gan-tenberg am Freitag, 22. März, um 20 Uhr im Westfälischen Industriemuseum Henrichshütte erzählen. Zuvor startet um 19 Uhr im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) im Rahmen der freitäglichen "Spätschicht" eine Fackelführung.
Der anschließende Diavortrag mit dem Titel "Eisengusswaren, Facon- und Stabeisen" beschäftigt sich mit Produkten der Hütte und ihrem Absatz während der ersten Betriebsjahre, mit der Werbung für diese Produkte auf der Pariser Industrieausstellung 1855 und der Weltausstellung in Wien 1873 sowie mit Absatz- und Transportproblemen. "Wegen der fehlenden Eisenbahnanbindung und des schlechten Zustandes der Straßen und Wege ergaben sich schon beim Antransport der Rohstoffe Erz, Kohle und Kalk große Schwierigkeiten. Fast alles musste auf Pferdekarren herangeschafft werden", so Gantenberg.
Der 68jährige Diplom-Ingenieur aus Bochum hat in den 1950er-Jahren vor dem Studium des Eisenhüttenwesens im Rahmen eines Praktikums selbst auf der Henrichshütte gearbeitet. Als Laienhistoriker beschäftigt sich Gantenberg seit vielen Jahren mit der Geschichte des Bergbaus sowie des Glas- und des Eisenhüttenwesen in der Region.
Der Vortrag findet im Museumsfoyer, Werksstraße 25, statt und ist kostenlos. Wer zuvor an der Fackführung über das Museumsgelände und auf den Hochofen teilnehmen möchte,
sollte um 19 Uhr am Foyer sein. Teilnahmekosten: 3,50 € (Kinder ab sechs Jahren 2 €).
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