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Westf. Industriemuseum
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Ausstellung in der Glashütte Gernheim
Spuren des Kupferschieferbergbaus in der Mansfelder Mulde
Petershagen (lwl). Über Jahrhunderte haben Bergbau und Hüttenwesen Handel und Wandel im Mansfelder Land bestimmt. Dabei haben sie in der Landschaft, in den Siedlungen und bei den Menschen Spuren hinterlassen. Spuren, die nicht so schnell auszulöschen sind, auch wenn schon längst kein Kupferschiefer mehr gefördert wird.
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Die ungewöhnliche Prägung einer Landschaft durch Bergbau- und Schlackehalden unterschiedlicher Gestalt, die Überreste von Förder- und Verhüttungseinrichtungen, die Charakteristika der Siedlungen bildeten die zentralen Themen einer fotografischen Bestandsaufnahme der beiden Fotografen Annette Hudemann und Martin Holtappels vom Westfälischen Industriemuseum (Dortmund) des Landschaftsverbandes-Westfalen-Lippe (LWL), die in Zusammenarbeit mit dem Mansfeld-Museum in Hettstedt entstand. Vom kommenden Sonntag, 10. März, bis zum 19. Mai ist die Fotodokumentation "Spuren des Kupferschieferbergbaus in der Mansfelder Mulde" im Westfälischen Industriemuseum Glashütte Gernheim in Petershagen zu sehen.

Nur wenige andere Bergbaugebiete in Deutschland können auf eine die Region so anhaltend prägende Betriebszeit zurückblicken wie das Mansfelder Revier. Und kaum eine andere Bergbauregion ist aus der Zeit der Industrialisierung so monostrukturiert hervorgegangen.

Die Allgegenwärtigkeit der Hinterlassenschaften des Kupferschieferbergbaus in der Mansfelder Mulde übt eine eigenartige Faszination aus: Kaum ein Stein liegt hier an der Erdoberfläche, der nicht von den Menschen aus dem Erdinnern geholt worden ist; die gesamte Landschaft in ihrem heutigen Erscheinungsbild ist das Resultat von 800 Jahre währenden plastischen Eingriffen.

Landschaft besteht hier immer aus Halden, Halden, Halden. Sie sind das Ergebnis der Notwendigkeit, bei einer sehr geringen Flözmächtigkeit von 30 cm beim Abbau große Mengen an taubem Gestein fördern zu müssen. Halden finden sich hier aus den verschiedensten Epochen des Kupferschieferbergbaus, von großen, namentlich benannten, über mittlere Größen aus der Zeit des beginnenden Dampfmaschineneinsatzes bis hin zu kleinen, unscheinbaren aus der Frühzeit des Bergbaus. Ihre Namen erzählen eine eigene Geschichte von ihrer Entstehungszeit – von "Glückhilf" bis zu "Ernst Thälmann" und "Fortschritt I", sie sind Zeugnisse berg- und hüttenmännischer Tätigkeit, aber auch Identifikationsobjekte der Menschen, die hier gelebt und gearbeitet haben.

Aber es gab nicht nur Halden: auf mehr als 2000 wird die Anzahl der Schächte und Hütten geschätzt, die hier im Laufe der Zeit in Betrieb waren. Viele sind verschwunden. Aber auch die Häuser, die sich oft eng an die Halden schmiegen und fast unter ihnen zu verschwinden scheinen, erzählen ihre Geschichten, man sieht ihnen an, dass ihre Besitzer mit geringem Lohn auskommen mussten.

Sozialgeschichtliche Denkmäler sind auch die um die Jahrhundertwende entstandenen Schlaf- und Familienhäuser, die der Ansiedlung zuziehender Arbeiter dienten. Viele der technischen Denkmäler des Mansfelder Reviers werden heute durch einen montangeschichtlichen Wanderweg erschlossen.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 10. März, um 11 Uhr eröffnet. Sie ist während der Öffnungszeiten des Museums dienstag bis sonntag von 10 bis 18 Uhr zu sehen.


Kontakt: Michael Funk, Museumsleiter Glashütte Gernheim, Tel. 0 57 07 / 93 11 - 0

 
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