Dortmund (lwl). Zahlreiche Familien und interessierte „Geschichtsreisende“ aus dem Kreis Siegen-Wittengenstein nutzen die Osterferien zu spannenden Touren in die Zeit der Industrialisierung. Insgesamt 86 Teilnehmer – 60 Erwachsene und 26 Kinder – reisen mit der Volkshochschule (VHS) Siegen-Wittgenstein zu Standorten des Westfälischen Industriemuseums. Drei Touren stehen auf dem Programm; ein Viertel der Teilnehmer hat gleich das ganze Paket „gebucht“.
Schon der erste Museumsausflug am Dienstag vor Ostern zur Ziegelei Lage und zur Glashütte Gernheim in Petershagen war ein voller Erfolg. „Die Teilnehmer waren begeistert und beieindruckt“, freut sich VHS-Leiter Klaus Arndt. Er hat das Projekt initiiert und begleitet selbst alle Touren. „Was mich an der Idee der Tour durch das Westfälische Industriemuseum faziniert hat, ist, dass den Besuchern dort Leben und Arbeit vergangener Generationen sehr anschaulich und authentisch nahe gebracht werden“, so Arndt.
In Lage, wo der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) eine vollständig erhaltene Ziegelei aus dem frühen 20. Jahrhundert restauriert und als Standort des Westfälischen Industriemuseums aufgebaut hat, tauchte die Gruppe in die
Geschichte der Ziegelherstellung ein. Beeindruckendstes Erlebnis in der Glashütte Gernheim an der Weser war für die Teilnehmer die Schauproduktion im historischen Glasturm
(Foto). Dort wird heute wie vor 150 Jahren wieder
Glas geblasen.
Am Dienstag nach Ostern war das Textilmuseum in Bocholt erste Station der Tour. In dieser „Museumsfabrik“ im Westmünsterland konnten Jung und Alt erleben, wie an historischen Webstühlen aus Fäden fertiger Stoff entsteht. Am Nachmittag stand das Alte Schiffshebewerk Henrichenburg auf dem Ausflugsplan. Dieses Industriedenkmal von europäischem Rang übt auch 103 Jahre nach seinem Bau eine große Faszination aus. Besondere Attraktion für die Kinder aus dem Siegen-Wittgensteiner Land: An Bord eines richtigen Dampfers erkundeten die Jungen und Mädchen die Arbeitswelt einer Schiffsbesatzung und erforschten, wie ein Dampfer funktioniert.
Die letzte Tour am Freitag (5.4.) führt die Teilnehmer in die Welt der Montanindustrie an der Ruhr. Auf dem Programm stehen dann die Zeche Zollern II/IV in Dortmund mit dem berühmten Jugendstilportal – zugleich Zentrale des
Westfälischen Industriemuseums -, die Zeche Hannover in Bochum und die Henrichshütte Hattingen mit dem ältesten Hochofen im Revier.
Klaus Arndt stellt nach der gelungenen Premiere der Museumstouren schon Überlegungen für die Zukunft an: „Ich könnte mir gut vorstellen, dass aus dem Projekt ein ständiges Angebot der VHS Siegen-Wittgenstein wird.“
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