"Ein Dach über dem Kopf. Wohnformen im Revier der 50er Jahre"
Dortmund (lwl). Die alten Werkssiedlungen des Reviers kennen alle. Sie prägen bis heute das Erscheinungsbild der Region. Um ihren Abriss bzw. ihren Erhalt gab es tweilweise heftige Auseinandersetzungen. Was aber fand zwischen Industrialisierung und Strukturkrise auf dem Wohnungsmarkt statt? Was insbesondere passierte nach dem Zweiten Weltkrieg, der das Ruhrgebiet als Trümmerlandschaft zurückließ? Wie wurden die Bergleute untergebracht, von deren Arbeit der Wiederaufbau des ganzen Landes wesentlich abhing?
Um diese Fragen geht es in dem Vortrags- und Filmabend "Ein Dach über dem Kopf. Wohn-formen im Revier der 50er Jahre", den Olge Dommer und Dr. Dagmar Kift am kommenden Dienstag, 6. November, im Westfälischen Industriemuseum Zeche Zollern II/IV des Land-schaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) halten. Beginn ist um 20 Uhr, der Eintritt ist frei!
Der Dokumentarfilm "Alltag nach dem Krieg" mit Aufnahmen der Dortmunder Filmamateurin Elisabeth Wilms aus den Jahren 1945-1948 führt ins Thema ein. Er zeigt eindrücklich die Lebensumstände in einer weitgehend zerstörten Stadt und macht die Schwierigkeiten deut-lich, unter denen die Wiederankurbelung der Wirtschaft stattfand.
Insbesondere im Bergbau konnte nur mit einer Aufstockung der durch den Krieg dezimierten Belegschaften vernünftig gefördert werden und dafür mussten auch Bergleute von außerhalb des Reviers angeworben werden. Neben Heimen entstanden innovative Wohnformen wie das Pestalozzidorf. Darum geht es in dem kleinen Spielfilm "Im Dorf der Berglehrlinge" aus dem Jahre 1956. Ein kurzer Exkurs zum Mietwohnungsbau und zu den Eigenheimsiedlun-gen der späten 50er Jahre rundet das Programm ab.
Der Vortrag ist Teil einer Serie, in der Olge Dommer und Dr. Dagmar Kift Themen aus der Dauerausstellung der Zeche Zollern II/IV für ein breiteres Publikum vertiefen. Die hier erörterten Aspekte der Revierkultur sind gleichzeitig ein Beitrag zur heute wieder intensiv geführten Debatte über die Identität der Region - oder die "Ruhrstadt".
Pressekontakt: Christiane Spänhoff, Tel. (0231) 69 61 – 127
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