Vortrag mit Musik und Bildern über Revierkultur in der 50er Jahren
Dortmund (lwl). Die Heilige Barbara, Schutzpatronin der Berg- und Hüttenleute, und James Dean, das Idol einer ganzen Generation von Jugendlichen – zwei Figuren, die gegensätzlicher kaum sein können. Im Ruhrgebiet der 50er Jahre spielten jedoch beide eine große Rolle. Warum? Das erzählen Dr. Dagmar Kift und Olge Dommer vom Westfälischen Industriemuseum am Barbaratag auf der Zeche Zollern II/IV. Ihr Vortrag mit dem Titel "Zwischen St. Barbara und James Dean. Jugend- und Revierkultur zwischen Wiederaufbau und Kohlenkrise" beginnt am Dienstag, 4. Dezember, um 20 Uhr im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Dortmund-Bövinghausen.
"Wiederaufbau und Wirtschaftswunder hingen in hohem Maße von der wirtschaftlichen und sozialen Konsolidierung des Reviers, insbesondere des Bergbaus ab. Die Arbeit unter Tage aber war gefährlich und der Beruf des Bergmanns wenig angesehen", erklärt Historikerin Dagmar Kift. Durch die Belebung bergmännischer Traditionen wie Barbarafeiern und die Förderung des künstlerischen Schaffens von Bergleuten habe man vor allem versucht, das schlechte Image zu heben und das Selbstbewusstsein einer ganzen Berufsgruppe zu stärken. Angesprochen wurden vor allem jugendliche Bergleute. Die waren aber zugleich gefangen von einer ganz anderen Kultur aus den USA, die den Markt mit Rockmusik und Jugendfilmen überschwemmte und andere Identifikationsmuster anbot.
In ihrem Diavortrag stellen Olge Dommer und Dr. Dagmar Kift - auch mit Musikbeispielen - die Traditionen und Muster vor, die die beiden Kultfiguren, die Heilige Barbara und der weni-ger heilige James Dean, verkörpern.
Der Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie in der Umbruchsituation der 50er Jahre neue Identitäten geschaffen und angenommen wurden – auch heute ein aktuelles Thema. Am Ende des Strukturwandels im Revier stellt sich erneut die Frage: Wie soll die Identität der Region zukünftig aussehen? Dagmar Kift: "Die Antwort ist sicherlich nicht in den Vorbildern der 50er Jahre zu finden. Interessant aber ist der Blick darauf, wie damals große Teile der Bevölkerung erfolgreich in eine Identitätsfindung einbezogen waren, bei der es ebenfalls darum ging, einen Weg zwischen Tradition und Neuem, zwischen Vergangenheit und Zukunft zu finden."
Der Eintritt zum Vortrag im Magazin der Zeche Zollern II/IV, Grubenweg 5, ist frei!
Pressekontakt: Christiane Spänhoff, Tel. (0231) 69 61 – 127
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