Die Hochöfen der Henrichshütte Diavortrag über die 130-jährige Geschichte
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der Hattinger Hochofenanlage
Hattingen (lwl).Acht Hochöfen hatte Graf Henrich zu Stolberg Wernigerode 1854 für sein neues Hüttenwerk in Hattingen geplant. Die größte Hochofenanlage des Ruhrgebiets wollte er bauen lassen. Was aus seinen Pläne wurde, erzählt am Freitag, 26. Oktober 2001, um 20 Uhr der Historiker Ralf Molkenthin in seiner „Hochofengenealogie“im Westfälischen Industriemuseum Henrichshütte Hattingen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).
Die Hochöfen sind das Herz eines Hüttenwerkes. Sie produzieren ununterbrochen Roheisen, um Gießereien und Stahlwerk zu versorgen. Immer wieder in den letzten 150 Jahren verbesserten die Ingenieure Bauweise,Technik und Verfahren, um die Leistung der Hochöfen zu steigern. Die zehn Hochöfen, die zwischen der Gründung der Henrichshütte
1854 und der Stilllegung der Hochofenanlage 1987 gebaut wurden, spiegeln diese technische Entwicklung wider.
Die ersten Hochöfen der Henrichshütte Mitte des 19. Jahrhunderts waren nur acht Meter hoch und gemauert. Roheisen zu gewinnen, war überwiegend Handarbeit. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts lösten größere und leistungsfähigere Hochöfen mit Stahlgerüstkonstruktion ihre Vorgänger ab. Dafür musste man spezielle Aufzüge entwickeln, die die Rohstoffe zu der immer höher gelegenen Hochofenöffnung transportierten.
Mit technischen Verbesserungen ändern sich auch immer die Arbeits- und Lebensumstände der Menschen. Auch das gilt für die Henrichshütte und ihre Hochöfner. Gasvergiftungen, Verbrennungen und viele andere Gefahren, die mit der Herstellung von Roheisen verbunden sind, wurden durch technische Neuerungen gebannt. Trotzdem blieb die Arbeit der
Hochöfner gefahrvoll. Zu den schlimmsten Unglücken der Henrichshütte zählen der Einsturz von Hochofen 1 im Jahr 1900 und die Kohlenstaubverpuffung 1964.
Seit 1989 zählt die Hochofenanlage der Henrichshütte zum Westfälischen Industriemuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Das Museum erhält und restauriert Hochofen 3
als Industriedenkmal. Es erforscht und dokumentiert seine Geschichte, die seiner Vorgänger und vor allem die der ehemaligen Hüttenwerker.
Der Dia-Vortrag findet im Foyer des Westfälischen Industriemuseums Henrichshütte Hattingen statt und ist kostenlos. Im Vorfeld, um 19 Uhr, können die Museumsgäste bei
einer Schnuppertour die Hochofenanlage kennenlernen Erwachsene 5 DM, Kinder unter 12 Jahren frei).
Kontakt: Anja Kuhn, Tel.: 02 31 / 69 61 - 139 - Gunda Otholt, Tel.: 0 23 24 / 92 47-0
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