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Westf. Industriemuseum
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Zehn Jahre WIM Altes Schiffshebewerk Henrichenburg
Neuigkeiten im Jubiläumsjahr und Start der Vortrags-Reihe

Waltrop (lwl). Zehn Jahre alt wird im kommenden Jahr das Westfälische Industriemuseum (WIM) Altes Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop. Kleine und große Besucher dürfen sich bereits jetzt auf Überraschungen freuen. Im Jubiläumsjahr 2002 wird es Neuigkeiten in der Ausstellung geben, unter anderem das erste Hebewerk-Modell der Welt aus dem Jahr 1787/88; die Übernahme des Schleppkahns "Ostara" in den Museumsbetrieb steht an, neue Veranstaltungen auf schwankenden Schiffsplanken sind in Planung und für Schulen und Gruppen entwickelt das Museumsteam neue Programme.

Bereits im November startet eine Vortrags-Reihe zum neuen Buch:

Die Schiffs-Hebewerke der Welt
Menschen - Technik – Geschichte


von Dr. Eckhard Schinkel, wissenschaftlicher Referent am Museum des Landschaftsverban-des Westfalen-Lippe (LWL). In insgesamt fünf Vorträgen rollt der Autor die Geschichte der faszinierendsten Wasserbauwerke der Welt auf.

Bis heute wurden 44 Senkrechthebewerke errichtet; sieben weitere sind im Probebetrieb, im Bau oder werden geplant. Und damit ist die Familie der Hebewerke viel größer als bisher gedacht. Schiffshebewerke sind Knotenpunkte der Technik-Geschichte. Jeweils mit der Jahrhundertwende um 1800, um 1900 und mit Beginn des 21. Jahrhunderts begann auch eine neue Ära der Hebewerke. Doch über die reine Technik hinaus spiegeln sich in ihnen politischer Wille, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen. Erkennbar wird ein Bedeutungswandel von der reinen Funktion zur aussagekräftigen Architektur, zur architekto-nischen Plastik und zum baukünstlerischen Sinnbild. In den Hebewerken spiegelt sich das Selbstverständnis ihrer Zeit.

Anhand zahlreicher zumeist unbekannter Bilder unternimmt die Vortrags-Reihe eine Welt- und Zeitreise zu den Schiffshebewerken der Welt. Erfinder und Erbauer kommen zu Wort. Erfolge und Misserfolge, Träume und Visionen werden dargestellt und diskutiert.


Den Auftakt macht am Dienstag, 13. November 2001, um 19.30 Uhr der Diavortrag Dr. Eckhard Schinkel und Norbert Tempel:

Schiffs-Hebewerke - Das Vorbild England und seine Nachfolger. Der Kampf um die Riesen der Technik im 19. Jahrhundert.


Das hydraulische Schiffshebewerk Anderton in Mittelengland aus dem Jahr 1875 gilt als das erste Hebewerk für eine ganze Generation. Mit seiner Hilfen wurden die Schiffe vom Flusses Weaver 15,34 m hoch auf die Ebene des Trent-and-Mersey-Canals gehoben oder in umge-kehrter Richtung gesenkt. Der berühmte Ingenieur Edwin Clark hatte das System entwickelt. Weitere Anlagen nach diesem Vorbild und in Konkurrenz zu neuen Systemen entstanden in Frankreich, Belgien und Canada. Zwischen 1906 und 1908 wurde das Hebewerk Anderton auf Gegengewichts-Betrieb umgebaut.

Der Vortrag mit vielen unbekannten Hintergrund-Geschichten stellt alle Anlagen im Dia vor. Als Ergebnis seiner neuen Forschungen präsentiert E. Schinkel die bisher unbekannte Vor-geschichte des Hebewerks Anderton. N. Tempel berichtet über den Verfall und die Restaurierung. Und er erläutert, was es mit dem neuen Doppelleben des Hebewerks Anderton auf sich hat.

Nach dem Vortrag kann das Buch "Schiffslift. Die Schiffs-Hebewerke der Welt. Menschen - Technik - Geschichte." (Klartext-Verlag, Essen 2001. 376 Seiten, ca. 220 Abbildungen und Karten.) zum Preis von 58 DM erworben werden - auf Wunsch auch signiert.

Das weitere Vortrags-Programm

2. Dia-Vortrag

Welches Hebewerk sollen wir bauen?
Hebewerke in Preußen - Neues zur Geschichte des Alten Schiffs-Hebewerks Henrichenburg

3. Dia-Vortrag (mit Video-Vorführung)

Die internationale Welt der Schiffs-Hebewerke im 20. Jahrhundert


4. Dia-Vortrag (mit Video-Vorführung)

Das 21. Jahrhundert - eine neue Epoche für Schiffs-Hebewerke?
Hebewerks-Neubauten und unbekannte Bilder vom größten Hebewerk der Welt in China.

5. Dia-Vortrag

Das neue Schiffs-Hebewerk Niederfinow

Die Termine der Vorträge werden rechtzeitig bekannt gegeben. Die Reihenfolge und das genaue Thema können sich kurzfristig ändern.
 
Im Frühjahr 2002 wieder in Betrieb: das restaurierte Schiffshebewerk Anderton in Mittelengland aus dem Jahr 1875. Bild: British Waterways Im Frühjahr 2002 wieder in Betrieb: das restaurierte Schiffshebewerk Anderton in Mittelengland aus dem Jahr 1875. Bild: British Waterways
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