Abbauhammer, Arbeitsjacke, Bessemerbirne, Cocktailkleid, Einmachglas, Fernseher, Fördermaschine, Kinderwagen, Industriegemälde, Sicherheitshelm, Stechuhr, Webstuhl, Ziegelpresse und vieles mehr hat das LWL-Industriemuseum gesammelt. Die weit über 250.000 Objekte zählenden Bestände reichen von historischen Schriftdokumenten, Postkarten, Industriebildern über Hausrat, Möbel bis hin zu technischen Großexponaten wie Maschinen und Fahrzeugen.
Sie dokumentieren wichtige Aspekte der Industriegeschichte: Maschinenproduktion und Handarbeit, Zeitdisziplin und Arbeitssicherheit, unternehmerisches Selbstverständnis und Sozialkritik, Kriegsarbeit und Frauenarbeit, Migration und Montankrise, Lebensverhältnisse und Lebensstile. Neben kostbaren, ästhetisch hochwertigen und seltenen Stücken gibt es auch eher unscheinbare Objekte aus der Alltagskultur: authentische Zeugnisse der Arbeit und des Alltags der Menschen. Den Schwerpunkt bildet die Epoche zwischen 1850 und 2000.
Mehr Infos finden Sie unter Schätze aus der Sammlung.
Kopf eines Bergmanns mit Helm und Lampe
Bildhauer: Anonym
In einen Reigen von Bergmannsbüsten reiht sich dieser Kopf eines Bergmanns ein, den das LWL-Industriemuseum seit Kurzem zu seiner Sammlung zählen darf. Damit ist das LWL-Industriemuseum in Besitz einer Sammlung an Arbeiterskulpturen, die von Werner Bibl über Jahre zusammen getragen wurde und mit über 200 Skulpturen die weltweit größte ihrer Art darstellt. Möglich wurde die Übernahme der umfangreichen Sammlung durch eine gemeinsame Initiative des Milwaukee School of Engineering (MSOE), des Grohmann Museum "Man at work" der MSOE und des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe.
Hertha Fischer: Im Hochofenwerk
Malerin: Hertha Fischer
Dieses in Dampf- und Rauchschwaden eingehüllte Hochofenwerk fing Hertha Fischer (1881-1956) mit viel dynamischer Atmosphäre ein. Zudem hat sie viele technische Details und Arbeitsprozesse wiedergegeben, wie etwa das Abfüllen des rotglühenden Roheisens aus dem Hochofen in einen Pfannenwagen.
Hertha Fischer begleitete ihren Vater und später ihren Ehemann, beides Ingenieure, auf Reisen in die Industrieanlagen Europas und entdeckte die Welt der Hochöfen, Hammerwerke, Gießhallen und Arbeiter als eines ihrer künstlerischen Themen – für eine Künstlerin ihrer Zeit sehr ungewöhnlich. Im letzten Jahr konnten wir 32 Industriebilder dieser weitgehend vergessenen Künstlerin aus dem Nachlass in die Sammlung übernehmen.