29.11.2009 bis 5.5.2010
GALERIE INDUSTRIEARBEIT
Filigrane Spitzen, brillante Stoffdrucke, farbenfrohe Entwürfe für Kleiderstoffe und Heimtextilien, aber auch solide Küchentücher aus Leinen und Baumwolle: Die Mustersammlung des LWL-Industriemuseums fasziniert durch Vielfalt, Schönheit und einen ungeheuren Reichtum an Kreativität aus 100 Jahren textiler Produktion. Unter dem Titel „Viel Stoff“ zeigt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) auf der „Galerie Industriearbeit“ in seinem Industriemuseum Zeche Zollern ab Sonntag, 29. November 2009, eine große Auswahl an textilen Mustern und Musterbücher aus den Jahren 1900 bis 2000. Die Ausstellung, in der neben Stoffmustern auch Kleider, ein Bett und eine komplette Musterstube zu sehen sind, gibt erstmals Einblick in die Sammlung.
Textil-Designer zeichnen Jahr für Jahr eine Unzahl von Entwürfen, von denen nur relativ wenige den Weg bis zum fertigen Stoff gehen können. Mit der Entscheidung für ein Muster beginnt der Herstellungsprozess, der je nach Art der Produktion mit aufwändigen Zwischenarbeiten verbunden ist. Die fertigen Stoffe schließlich werden in Kollektions- und Musterbüchern gesammelt. Sie dienen als Vorlage für die Produktion, als Dokumentation und nicht zuletzt auch als Verkaufshilfe. Heute bilden sie umfangreiche Archive mit Hunderttausenden Mustern und damit einen gewaltigen Schatz zur textilen Kulturgeschichte.
Die Sammlung
Die Spezial-Sammlung des LWL-Industriemuseums umfasst Nachlässe von über 100 inzwischen meist geschlossenen Textilbetrieben aus NRW und Deutschland, dazu eine Vielzahl von Einzelstücken. Kern der Sammlung sind über 500 Musterbücher in verschiedenen Formaten und mit den unterschiedlichsten Inhalten. Darunter gibt es nahezu lückenlose Serien wie die Bestände der Wuppertaler Etikettenweberei Saatweber & Sieper oder der Möbelstoffweberei H. Besenbruch in Haan. „Solche Reihen sind besonders wertvoll, da sich in ihnen die Entwicklungen und Veränderungen von Mode und Geschmack am besten aufspüren lassen“, erklärt Dr. Arnold Lassotta, wisenschaftlicher Referent für das Textilmuseum Bocholt – einer von acht Standorten des LWL-Industriemuseums. Musterbücher seien die dichteste Form der textilen Überlieferung. Auf engem Raum könne in ihnen eine große Anzahl – oft Hunderte, manchmal Tausende – von Mustern und Informationen festgehalten werden.
Seit den 1960er Jahren wird auf die sehr aufwändige Herstellung von Musterbüchern immer mehr verzichtet. An ihre Stelle treten leicht handhabbare großformatige Coupons an Hängebügeln und bebilderte Kataloge und Prospekte.
Lehrerfortbildungen
Di, 14.2.
15.30 Uhr
Das Thema „Zwangsarbeit“ an einem außerschulischen Lernort im Religions-Unterricht der Sekundarstufen I und II
Der Workshop stellt Lehrerinnen und Lehrern mit einer Power-Point Präsentation die Ausstellung „Zwangsarbeit“ und die pädagogische Arbeit mit ihr vor. Das zusätzlich gelieferte Unterrichtsmaterial soll die umfassende Vorbereitung des Themas im Unterricht ermöglichen und auch über den Besuch der Ausstellung hinaus Handreichungen zur Bearbeitung des Themas Zwangsarbeit liefern. Anmeldung unter Tel. 0231-6961-211
Do, 16.2.
15.30 Uhr
Das Thema „Zwangsarbeit“ an einem außerschulischen Lernort im Geschichts-Unterricht der Sekundarstufen I und II
Der Workshop stellt Lehrerinnen und Lehrern mit einer Power-Point Präsentation die Ausstellung „Zwangsarbeit“ und das zugehörige pädagogische Programm vor. Das zusätzlich gelieferte Unterrichtsmaterial soll die umfassende Vorbereitung des Themas im Unterricht ermöglichen und auch über den Besuch der Ausstellung hinaus Handreichungen zur Bearbeitung des Themas Zwangsarbeit liefern. Anmeldung unter Tel. 0231-6961-211
Holzsandale steht für
Zwangsarbeiter-Schicksal
Holz, Lederreste und ein paar Nägel - daraus besteht die Sandale eines Zwangsarbeiters, der 1944 beim Bau eines Bunkers in Oberhausen eingesetzt war. Wie er hieß, weiß niemand, auch seine Herkunft ist unbekannt. Fest steht, dass er sein Schicksal mit 20 Millionen Menschen teilte, die in Deutschland und den besetzten Gebieten während des Zweiten Weltkriegs als Fremdarbeiter, Kriegsgefangene oder KZ-Häftlinge Zwangsarbeit leisteten. Ihre Geschichte erzählt ab 18. März eine internationale Wanderausstellung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Weiter zur Pressemitteilung.