Die Formen der Werke reichen vom gewachsenen Baumsegment des „Goldbaumes“ über das spitze Oval der „Boote“ bis hin zu den zerklüfteten Keilformen der hoch aufragenden Skulptur „Barbara“. Diese überlebensgroße Figur wirkt trotz ihrer beeindruckenden Größe zierlich und fragil. Die Formensprache des Künstlers ist ebenso vielfältig wie vieldeutig: ausdrucksstark und elementar, offen und geheimnisvoll, bloßlegend und schützend, männlich und weiblich zugleich. Abschließend bearbeitet Rennertz seine Werke mit Farben oder schwärzt sie durch Feuer.
„Seine Skulpturen erschafft Rennertz in direkter Auseinandersetzung mit dem Material und mit den Orten, an denen sie entstehen. Seine Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Natur und Technik, Mensch und Industrie, Skulptur und Industriedenkmal“, so Museumsdirektor Dirk Zache. Geschichte und Atmosphäre der Entstehungsorte fließen mit ein in die Werke des Bildhauers.
Den Stamm des „Goldbaums aus Zollern“ hat er zunächst geschwärzt und dann vergoldet: „Kohle und ihre Entstehung, Schwarz und Gold als Kontrast – man spricht ja auch vom schwarzen Gold – reizen mich“, erklärt Karl Manfred Rennertz. So regen seine Arbeiten dazu an, sich mit dem künstlerischem Werk wie mit dem industriellen Museumsort auseinander zu setzen.
Die Ausstellung auf der Zeche Zollern präsentierte neun Arbeiten, die der Künstler dort schuf: Neben der „Barbara“ und dem „Goldbaum“ waren die „Drei Boote von Zollern“ zu sehen. Die „Roten Splitter“ leuchten in kräftigem Rot, und zwei ausdrucksstarke Gesichter, männlich und weiblich, entstanden ebenso aus bemalten Lindenstämmen wie die Skulptur „Mandorla“. Weitere Werke der letzten Jahre wurden in der Ausstellung gezeigt. Si sthet im Ehrenhof des Museums die Iroko-Säule, die für die Ausstellung aus Baden-Baden geholt und in einer spektakulären Aktion im August von Rennertz mit dem Flammenwerfer geschwärzt wurde. Ebenso waren die wuchtigen „Drei Säulen Lichtentaler Allee“ oder die zweiteilige Skulptur „Figur im Baum“, die der Künstler aus einem Mammutbaum schuf, zu sehen.
Das Projekt auf Zollern ist Teil des Ausstellungszyklus „Atelier.Industrie“, der Rennertz in den nächsten Jahren zu allen acht Standorten des LWL-Industriemuseums führt. Den Auftakt machte im Juni das Ziegeleimuseum in Lage: Dort haben der Kunstprofessor und seine Detmolder Studenten eine Portraitgalerie aus Ton und einen mobilen Turm aus Ziegeln installiert.
Anfang November führt ihn sein Weg zur Glashütte Gernheim, und im nächsten Jahr wird Karl Manfred Rennertz sein Atelier in weiteren Standorten des LWL-Industriemuseums einrichten. Einige der Arbeiten, die auf Zollern entstanden, werden im Rahmen von „Atelier.Industrie“ eine weitere Entwicklung durchleben. So will der Bildhauer die Holzboote, die er aus den Linden gesägt hat, im nächsten Jahr am Museumsstandort Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop als brennende Skulpturen zu Wasser lassen.
Ausstellungsort:
Lehrerfortbildungen
Di, 14.2.
15.30 Uhr
Das Thema „Zwangsarbeit“ an einem außerschulischen Lernort im Religions-Unterricht der Sekundarstufen I und II
Der Workshop stellt Lehrerinnen und Lehrern mit einer Power-Point Präsentation die Ausstellung „Zwangsarbeit“ und die pädagogische Arbeit mit ihr vor. Das zusätzlich gelieferte Unterrichtsmaterial soll die umfassende Vorbereitung des Themas im Unterricht ermöglichen und auch über den Besuch der Ausstellung hinaus Handreichungen zur Bearbeitung des Themas Zwangsarbeit liefern. Anmeldung unter Tel. 0231-6961-211
Do, 16.2.
15.30 Uhr
Das Thema „Zwangsarbeit“ an einem außerschulischen Lernort im Geschichts-Unterricht der Sekundarstufen I und II
Der Workshop stellt Lehrerinnen und Lehrern mit einer Power-Point Präsentation die Ausstellung „Zwangsarbeit“ und das zugehörige pädagogische Programm vor. Das zusätzlich gelieferte Unterrichtsmaterial soll die umfassende Vorbereitung des Themas im Unterricht ermöglichen und auch über den Besuch der Ausstellung hinaus Handreichungen zur Bearbeitung des Themas Zwangsarbeit liefern. Anmeldung unter Tel. 0231-6961-211
Holzsandale steht für
Zwangsarbeiter-Schicksal
Holz, Lederreste und ein paar Nägel - daraus besteht die Sandale eines Zwangsarbeiters, der 1944 beim Bau eines Bunkers in Oberhausen eingesetzt war. Wie er hieß, weiß niemand, auch seine Herkunft ist unbekannt. Fest steht, dass er sein Schicksal mit 20 Millionen Menschen teilte, die in Deutschland und den besetzten Gebieten während des Zweiten Weltkriegs als Fremdarbeiter, Kriegsgefangene oder KZ-Häftlinge Zwangsarbeit leisteten. Ihre Geschichte erzählt ab 18. März eine internationale Wanderausstellung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Weiter zur Pressemitteilung.