Als früher Pionier der Industriekultur hat sich der Fotograf Manfred Hamm weltweit einen Namen gemacht. Seit den 1970er Jahren spürte er der "Toten Technik" nach, den "antiken Stätten von morgen" - so zwei seiner Buchtitel. Vom 14. August bis zum 30. Oktober zeigt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) auf der GalerieIndustrieArbeit seiner Zeche Zollern in Dortmund 39 großformatige Schwarz-weiß-Fotos von Manfred Hamm. Die Ausstellung "Eisenwelten" wurde vom LVR-Industriemuseum, Schauplatz Oberhausen, konzipiert.
Die Fotos zeigen Motive aus Deutschland, England und Polen. Für Deutschland sind vorindustrielle Montanlandschaften wie das Sauerland und der Westerwald vertreten, aber auch Brandenburg und Bayern, der Thüringer Wald und das Erzgebirge. Gezeigt werden u.a. die Wendener Hütte bei Olpe, die Sayner Hütte bei Koblenz, die Königshütte in Bad Lauterberg, die Neue Hütte in Schmalkalden und die Hammerhütte Brausental im Erzgebirge. Manches Bauwerk präsentiert sich als Industrieruine, die Knüppelhalle des Hüttenwerks in Eberswalde mit zerbrochenen Fenstern. Andere Anlagen wurden als Baudenkmale sorgfältig restauriert. Die Maximilianshütte im Chiemgau erstrahlt im neuen Glanz, in ihren Hallen befindet sich seit 2002 ein Museum.
Aus Oberschlesien sind die Donnersmarckhütte in Zabrze (Hindenburg) und die ehemalige königlich-preußische Eisengießerei in Gleiwitz vertreten. Im östlich anschließenden "Kongresspolen" wurde u.a. das Hüttenwerk Jósefów bei Kielce fotografiert, das an die Ruinen einer mittelalterlichen Burg erinnert. Mit der Berücksichtigung solcher Motive knüpft "Eisenwelten" an die Tradition der GalerieIndustrieArbeit an, Ausstellungen zur polnischen Industriegeschichte und Industriekultur zu zeigen. Somit leistet das LWL-Industriemuseum mit "Eisenwelten" einen kulturellen Beitrag zum aktuellen Polen-Nordrhein-Westfalen-Jahr 2011/12.
Im Rahmen des Begleitprogramms hält Dr. Burkhard Zeppenfeld, der kommissarische Leiter vom Schauplatz Oberhausen des LVR-Industriemuseums, am 11. Oktober um 19.30 Uhr auf Zeche Zollern einen Bildvortrag über die St. Antony-Hütte in Oberhausen-Sterkrade, die Wiege der Ruhrindustrie. Bereits am 20. September referiert Dr. Olaf Schmidt-Rutsch um 19.30 Uhr über das Bessemer Stahlwerk der Henrichshütte in Hattingen, das vermutlich einzige erhaltene Baudenkmal aus der Pionierzeit der industriellen Stahlerzeugung im Ruhrgebiet.
Eisenwelten - Industriefotografie von Manfred Hamm
14.8. - 30.10.2011
LWL-Industriemuseum Zeche Zollern
Grubenweg 5
44388 Dortmund
Geöffnet Di-So, 10-18 Uhr
Bundespräsident Gauck übernimmt Schirmherrschaft
Bundespräsident Joachim Gauck hat die Schirmherrschaft über die Ausstellung übernommmen. Mehr dazu in einer Pressemitteilung der EVZ.
Die nächste Veranstaltung
Do, 14.6. 19 Uhr
Die Entschädigung von NS-Zwangsarbeit am Anfang des 21. Jahrhunderts.
Buchpräsentation von Constantin Goschler, Professor für Zeitgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum
Ort: Gedenkstätte Steinwache
Eintritt frei!
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Ausgewählte Pressestimmen zur Ausstellung:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Vertonte Fotostrecke im Online-Angebot des WDR
Ausstellungseröffnung
Am Sonntag (18.3.) fand auf der Zeche Zollern die Ausstellungseröffnung statt. Unter den mehr als 300 Gästen waren auch die Zeitzeugen und ehemaligen Zwangsarbeiter Gabriela Turant aus Polen (auf dem Foto mit Dieter Gebhard, Vorsitzender der Lanschaftsversammlung), Vera Friedländer und Jean Chaize. Vor allem die Erinnerungen des polnischen KZ-Überlebenden Marian Turski, der als letzter von sechs Rednern die Bühne betrat, bewegten die Zuhörer. Bilder von der Eröffnung finden Sie in unserem Fotoalbum auf Facebook.
Eröffnungsreden
Folgende Reden, mit denen die Ausstellung eröffnet wurde, stehen als PDF zum Download bereit.
Günter Saathoff, Stiftung evz
Dr. Volkhard Knigge, Direktor der Stiftung Buchenwald und Mittelbau-Dora
Dieter Gebhard, Vorsitzender der Landschaftsversammlung des LWL
Ullrich Sierau, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund