In dieser Halle zeigt das Museum ab Samstag, 1.9., die Ausstellung „Bruno Möhring und der Deutsche Werkbund“. Eine “Veredelung der gewerblichen Arbeit im Zusammenwirken von Kunst, Industrie und Handwerk“ – das hatte sich der Deutsche Werkbund bei seiner Gründung im Jahr 1907 auf die Fahnen geschrieben. Dabei ging es um eine grundlegende Reform der Architektur und des Kunsthandwerks. Der Werkbund polemisierte vor allem gegen die historisierende Stilarchitektur, die ohne Rücksicht auf konstruktive Vorgaben nur Kulissen schuf. An deren Stelle sollte eine Baukunst treten, die „ehrliche“, d.h. in ihrer Bauweise klar zu erfassende Gebäude errichtete. Ebenso forderte man, die Funktion der Bauwerke stärker zu berücksichtigen und die Eigenarten der Materialien zu respektieren. Man beabsichtigte, den Geschmack der Konsumenten zu beeinflussen, aber auch den Erfolg deutscher Produkte auf dem Weltmarkt zu fördern.
Der Berliner Architekt Bruno Möhring hat das Erscheinungsbild der Maschinenhalle von Zollern II/IV 1902/03 entscheidend geprägt, indem er dort das Querhaus, die Portale, die marmorne Schaltwand im „Neuen Stil“ gestaltete. Fünf Jahre später war Möhring in München bei der Gründung des Werkbunds anwesend. Der Architekt der Zollern-Halle kann als ein Wegbereiter der Werkbund-Ideen gelten: Er engagierte sich im Ingenieurbau und forderte grundsätzlich eine konstruktionsgerechte Architektur. Die „aufgeklebten“ Verzierungen historischer Stile lehnte er ab und bezeichnete z.B. die Monotonie der üblichen gotischen Ausschmückungen im Hausbau als „Jammergotik“.
Die Dortmunder Ausstellung gibt einen Überblick über das Gesamtwerk Bruno Möhrings, das nicht nur im Fall der Dortmunder Maschinenhalle die Ideale des Deutschen Werkbunds aufgreift. Vorgestellt werden Brücken und Bahnhöfe, Wohnhäuser und Ausstellungsbauten. Dazu zählt z.B. der kombinierte Ausstellungs-Pavillon der Gutehoffnungshütte und der Deutzer Gasmotorenfabrik, der 1902 auf einer großen Industrieausstellung in Düsseldorf aufgrund seiner unverkleideten Stahlfachwerk-Architektur großes Aufsehen erregte und Vorbild für die Dortmunder Halle war. Außerdem behandelt die Ausstellung die Kunstverglasungen Möhrings und stellt auch seine Innenraum- und Möbelentwürfe vor.
Eröffnung: 1.9., 11 Uhr
Finissage mit Führung: 30.9., 15 Uhr
Ausstellungsort:
Lehrerfortbildungen
Di, 14.2.
15.30 Uhr
Das Thema „Zwangsarbeit“ an einem außerschulischen Lernort im Religions-Unterricht der Sekundarstufen I und II
Der Workshop stellt Lehrerinnen und Lehrern mit einer Power-Point Präsentation die Ausstellung „Zwangsarbeit“ und die pädagogische Arbeit mit ihr vor. Das zusätzlich gelieferte Unterrichtsmaterial soll die umfassende Vorbereitung des Themas im Unterricht ermöglichen und auch über den Besuch der Ausstellung hinaus Handreichungen zur Bearbeitung des Themas Zwangsarbeit liefern. Anmeldung unter Tel. 0231-6961-211
Do, 16.2.
15.30 Uhr
Das Thema „Zwangsarbeit“ an einem außerschulischen Lernort im Geschichts-Unterricht der Sekundarstufen I und II
Der Workshop stellt Lehrerinnen und Lehrern mit einer Power-Point Präsentation die Ausstellung „Zwangsarbeit“ und das zugehörige pädagogische Programm vor. Das zusätzlich gelieferte Unterrichtsmaterial soll die umfassende Vorbereitung des Themas im Unterricht ermöglichen und auch über den Besuch der Ausstellung hinaus Handreichungen zur Bearbeitung des Themas Zwangsarbeit liefern. Anmeldung unter Tel. 0231-6961-211
Holzsandale steht für
Zwangsarbeiter-Schicksal
Holz, Lederreste und ein paar Nägel - daraus besteht die Sandale eines Zwangsarbeiters, der 1944 beim Bau eines Bunkers in Oberhausen eingesetzt war. Wie er hieß, weiß niemand, auch seine Herkunft ist unbekannt. Fest steht, dass er sein Schicksal mit 20 Millionen Menschen teilte, die in Deutschland und den besetzten Gebieten während des Zweiten Weltkriegs als Fremdarbeiter, Kriegsgefangene oder KZ-Häftlinge Zwangsarbeit leisteten. Ihre Geschichte erzählt ab 18. März eine internationale Wanderausstellung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Weiter zur Pressemitteilung.