Auf dieser Seite stellen wir Ihnen die einzelnen Orte der Zeche Zollern mit ihren Ausstellungen vor. Für Kinder gibt es bei einen eigenen Rundweg. Mehr dazu auf unserer Seite Für Kinder. Hinter einem der Steigerhäuser vor dem Zechentor liegt der Arbeitergarten.
Hygiene und Gesundheitsvorsorge im Ruhrbergbau
Als die Waschkaue der Zeche Zollern gebaut wurde, hatten sich auf den Ruhrgebietszechen Umkleide- und Waschräume für die Bergleute bereits durchgesetzt. Die Badebassins, in die alle Angehörigen einer Schicht steigen mussten, wenn sie sich waschen wollten und die Verbreitungsherd vieler Infektionskrankheiten waren, gehörten fast schon der Vergangenheit an. Die Ausstattung der Kaue von Zollern entsprach dem Standard der Zeit: ein Umkleideraum mit Brausegang und Haken, an denen die Bergleute ihre Kleidung unter die Decke zogen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Duschen in einen Anbau ausgelagert und es entstand ein neuer Umkleideraum, in dem nur noch die Straßenkeidung hing.
Die Ausstellung "Sauber und gesund" zeichnet anhand der Kauenausstattung die Geschichte dieser Einrichtung nach und bettet sie in die allgemeine Hygienegschichte ein. Sie stellt mit Bild- und Tondokumenten die Menschen vor, die in der Kaue arbeiteten und die sie benutzten: den Kauenwärter, der sie sauber hielt und die Bergleute, für die die Kaue auch ein wichtiger Ort der Kommunikation war. Einbezogen werden die Frauen der Bergarbeiter, die bis 1969 die Arbeitskleidung der Bergleute waschen und instandhalten mussten. Die Ausstellung behandelt daneben auch die Themen Arbeitsschutz und Gesundheitsvorsorge im Bergbau: mit medizinischen und therapeutischen Geräten aus zecheneigenen Gesundheitshäusern.
Das Geleucht des Bergmanns
Für den Bergmann waren funktionierende Lampen lebensnotwendig. An seinem Arbeitsplatz waren sie häufig das einzige Licht. Sicherheitslampen zeigten an, ob die Luft „rein“ war oder das explosionsfähige Methan enthielt. Grubenlampen waren und sind aber auch begehrte Sammelobjekte. Die Ausstellung „Ein Licht in der Nacht“ vermittelt den Besuchern in einer Dunkelkammer einen sinnlich erfahrbaren Eindruck von dem, was der Bergmann mit Hilfe seiner Lampe sehen konnte zeichnet anhand historischer Grubenlampen die Funktion und Entwicklung des bergmännischen Geleuchts im 20. Jahrhundert nach.
In einer rekonstruierten Werkstatt wird die Arbeit des Lampenmeisters und seiner Mitarbeiter anschaulich. Sie sorgten dafür, dass die Lampen geladen, gewartet oder repariert wurden und richtig funktionierten. Die Ausstellung verdeutlicht darüber hinaus, dass die Lampe nicht nur Arbeitsmittel war, sondern auch Kultobjekt wurde und gibt anhand zahlreicher Beispiele aus Kunst und Alltagskultur Einblicke in die Kulturgeschichte der Grubenlampe im 20. Jahrhundert.
Diese Ausstellung greift mit den tödlichen Arbeitsunfällen am Beispiel der Zeche Zollern eines der schwierigsten Kapitel der Bergbaugeschichte auf. Sie dokumentiert die 161 tödlichen Unfälle auf der Schachtanlage Zollern II/IV.
Die chronologische Übersicht der tödlichen Unglücke auf Zollern zeigt, welche Unfälle typisch waren, wie gehäuft sie auftraten und wie sie sich im Laufe der Zeit veränderten. Die Ausstellung bringt den Besuchern Arbeitsabläufe und Betriebsgeschichte aus einer nie gekannten Perspektive eindringlich und auf beinahe brutale Art und Weise nahe. Der neue Ausstellungsraum ist mit nur wenigen Objekten bestückt. Dadurch wirkt er karg und auf das Wesentliche reduziert. An die Wand ist ein schlichter Wandstein montiert, den die Bergbau-Berufsgenossenschaft Bochum als Dauerleihgabe zur Verfügung stellte. Der „Den Toten“ gewidmete Stein hing früher im Foyer der Genossenschaft.
Weitere Informationen zu diesem Teil der Dauerausstellung hier!
Arbeit und Freizeit im Revier
Seit den 1920er Jahren gibt es im Ruhrbergbau eine planmäßige Ausbildung. Sie war Teil einer neuen betrieblichen Sozialpolitik der Unternehmer: Der bergmännische Nachwuchs sollte systematisch geschult und über ein attraktives Freizeitangebot auch nach der Arbeit an die Zeche gebunden bzw. in die „Werksgemeinschaft“ integriert werden. Die Ausstellung „Keine Herrenjahre“ rekonstruiert mit Originalexponaten unter anderem aus der Lehrwerkstatt, der Berufsschule und dem Lehrrevier die Stationen der Ausbildung.
Dabei geht es um den Arbeitsalltag der jugendlichen Berufsanfänger, ihre Lebensverhältnissen in der Kolonie, im Lehrlingsheim und im Pestalozzidorf sowie um ihre Freizeitinteressen im Spannungsfeld von betrieblicher Sozialpolitik, Arbeiterkultur und moderner Freizeitindustrie. Die Ausstellung skizziert darüber hinaus auch die unterschiedlichen pädagogischen und kulturellen Einflüsse, mit denen die jungen Bergleute sich auseinander setzten und zeigt, wie sie damit umgegangen sind, wo und inwieweit sie ihre Kultur und Geschichte selbst gestaltet haben.
In der Schachthalle finden Sie den neuesten Teil der Dauerausstellung mit dem Titel "Wege der Kohle".
18.3.-30.9.2012
Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg
Internationale Wanderausstellung