Die neue Abteilung der Dauerausstellung im Kellergeschoss des Lohnhallenkomplexes greift mit den tödlichen Arbeitsunfällen am Beispiel der Zeche Zollern eines der schwierigsten Kapitel der Bergbaugeschichte auf. Sie dokumentiert die 161 tödlichen Unfälle auf der Schachtanlage Zollern II/IV. Die chronologische Übersicht der tödlichen Unglücke auf Zollern zeigt, welche Unfälle typisch waren, wie gehäuft sie auftraten und wie sie sich im Laufe der Zeit veränderten. Die Ausstellung bringt den Besuchern Arbeitsabläufe und Betriebsgeschichte aus einer nie gekannten Perspektive eindringlich und auf beinahe brutale Art und Weise nahe. Der neue Ausstellungsraum ist mit nur wenigen Objekten bestückt. Dadurch wirkt er karg und auf das Wesentliche reduziert. An die Wand ist ein schlichter Wandstein montiert, den die Bergbau-Berufsgenossenschaft Bochum als Dauerleihgabe zur Verfügung stellte. Der „Den Toten“ gewidmete Stein hing früher im Foyer der Genossenschaft. Nähere Informationen zum neuen Teil der Dauerausstellung hier!
"Sauber und gesund" - Hygiene und Gesundheitsvorsorge im Ruhrbergbau
Als die Waschkaue der Zeche Zollern gebaut wurde, hatten sich auf den Ruhrgebietszechen Umkleide- und Waschräume für die Bergleute bereits durchgesetzt. Die Badebassins, in die alle Angehörigen einer Schicht steigen mussten, wenn sie sich waschen wollten und die Verbreitungsherd vieler Infektionskrankheiten waren, gehörten fast schon der Vergangenheit an. Die Ausstattung der Kaue von Zollern entsprach dem Standard der Zeit: ein Umkleideraum mit Brausegang und Haken, an denen die Bergleute ihre Kleidung unter die Decke zogen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Duschen in einen Anbau ausgelagert und es entstand ein neuer Umkleideraum, in dem nur noch die Straßenkeidung hing. Die Ausstellung "Sauber und gesund" zeichnet anhand der Kauenausstattung die Geschichte dieser Einrichtung nach und bettet sie in die allgemeine Hygienegschichte ein. Sie stellt mit Bild- und Tondokumenten die Menschen vor, die in der Kaue arbeiteten und die sie benutzten: den Kauenwärter, der sie sauber hielt und die Bergleute, für die die Kaue auch ein wichtiger Ort der Kommunikation war. Einbezogen werden die Frauen der Bergarbeiter, die bis 1969 die Arbeitskleidung der Bergleute waschen und instandhalten mussten. Die Ausstellung behandelt daneben auch die Themen Arbeitsschutz und Gesundheitsvorsorge im Bergbau: mit medizinischen und therapeutischen Geräten aus zecheneigenen Gesundheitshäusern.
"Ein Licht in der Nacht" - Das Geleucht des Bergmanns
Für den Bergmann waren funktionierende Lampen lebensnotwendig. An seinem Arbeitsplatz waren sie häufig das einzige Licht. Sicherheitslampen zeigten an, ob die Luft „rein“ war oder das explosionsfähige Methan enthielt. Grubenlampen waren und sind aber auch begehrte Sammelobjekte. Die Ausstellung „Ein Licht in der Nacht“ vermittelt den Besuchern und Besucherinnen in einer Dunkelkammer einen sinnlich erfahrbaren Eindruck von dem, was der Bergmann mit Hilfe seiner Lampe sehen konnte zeichnet anhand historischer Grubenlampen die Funktion und Entwicklung des bergmännischen Geleuchts im 20. Jahrhundert nach und zeigt in einer rekonstruierten Werkstatt die Arbeit des Lampenmeisters und seiner Mitarbeiter. Sie sorgten dafür, dass die Lampen geladen, gewartet oder repariert wurden und richtig funktionierten. Die Ausstellung verdeutlicht darüber hinaus, dass die Lampe nicht nur Arbeitsmittel war, sondern auch Kultobjekt wurde und gibt anhand zahlreicher Beispiele aus Kunst und Alltagskultur Einblicke in die Kulturgeschichte der Grubenlampe im 20. Jahrhundert.

