20.9. bis 25.10.2009
Es wird gehämmert, gesägt und geschweißt – aber auch gedichtet, gemalt und musiziert im LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall. Das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) ist Gastgeber und Aktionsbühne für das Industrie-Kultur-Projekt der beiden Wittener Waldorfschulen.
Bereits seit vier Wochen beschäftigen sich die beiden zwölften Klassen der Blote-Vogel-Schule und der Rudolf-Steiner-Schule im Rahmen der sog. „Geschichtsepoche“ mit der Industrialisierung des Ruhrgebietes. Insgesamt sieben Exkursionen führten die 47 Schüler zu bedeutenden Denkmälern und Museen der Industriegschichte. Auf der Besuchsliste standen der Landschaftspark Duisburg Nord, die LWL-Industriemuseen Zollern in Dortmund und Henrichshütte Hattingen, aber auch in die historischen Arbeitersiedlungen und nicht zuletzt die produzierenden Edelstahlwerke Witten.
„Die Beschäftigung mit der Ruhrgebietsgeschichte reichte von den geologischen Grundlagen bis zur laufenden Produktion eines großen Betriebes“, erklärt Christiane Uffmann, Lehrerin und Projektkoordinatorin an der Blote-Vogel-Schule. „Besonders wertvoll waren den Schülern dabei die kompetenten Gesprächspartner, die sich an den einzelnen Exkursionsorten zur Unterstützung des Projektes bereit fanden.“
Seit Montag verarbeiten die Schüler nun die gewonnenen Eindrücke und Erkenntnisse in verschiedenen Arbeitsgruppen auf der Zeche Nachtigall. Die Literarische Schreibwerkstatt, die Musikalische Improvisationsgruppe, die Schrott-Skulpturenwerkstatt und die AG Bildnerisches Gestalten (Malen und Zeichnen) arbeiten ganztägig in den Gebäuden und im Freien und bereiten damit eine Sonderausstellung in den Räumen des Museums vor.
Ein prominenter Helfer konnte auch für das Projekt gewonnen werden: Der stellvertretende Bürgermeister Jürgen Dietrich betreut als gelernter Metallwerker die Schweißer in der Schrott-Skulpturenwerkstatt.
SCHOTT Glaswerke: Fotografien von Albert Renger-Patzsch
Herbst 2012
Die Fotografien von Albert Renger-Patzsch (1897-1966) gelten der Kunstgeschichts-schreibung bis in die Gegenwart als ebenso herausragende wie charakteristische Werke der Neuen Sachlichkeit. Das SCHOTT-Archiv in Jena verwahrt Konvolute von Glasplattennegativen und Vintage Prints des Fotografen, die in den 1930er und 1950er Jahren in mindestens drei Glaswerken - Jena, Mainz und Grünenplan - aufgenommen wurden. Die Fotografien sind für die Unternehmens- ebenso wie für Technikgeschichte interessant; an ihnen kristallisiert sich das Verhältnis zwischen dem auftraggebenden Unternehmer und dem renommierten Fotografen. Letztlich geben sie Auskunft über das in Zusammenwirken von Industrie, Kunst und Handwerk und dürfen als herausragendes Zeugnis der Industriekultur gelten.
Gezeigt werden die Fotografien Albert Renger-Patzschs an zwei Standorten des LWL-Industriemuseums: in der Glashütte Gernheim in Petershagen (Frühjahr 2012) und auf der Zeche Nachtigall in Witten. Für die Glashütte Gernheim sind die Aufnahmen Renger-Patzschs wertvolle Dokumente der Glasproduktion zur Zeit der Hochindustrialisierung. In Witten wurde der Glastechniker Otto Schott 1851 geboren. Für die Zeche Nachtigall ist die Präsentation zugleich Anlass, einen Blick auf den Erfinder Otto Schott und die Spuren, die er in seiner Heimatstadt hinterlassen hat, zu werfen.