„Dampflokomotiven sind für mich wie Lebewesen,“ sagt der Fotograf Eberhard Nowak. Für seine Aufnahmen wurde der Düsseldorfer schon mehrfach ausgezeichnet. Von Sonntag, 21. Mai, bis 13. August war eine Auswahl seiner Bilder unter dem Motto „Dampflokerlebnisse“ im Westfälischen Industriemuseum Zeche Nachtigall in Witten zu sehen. Der Ort ist Programm: Im Maschinenhaus des ehemaligen Bergwerks dreht sich das gewaltige Schwungrad einer historischen Dampffördermaschine, und ab Mai hält vor dem Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) regelmäßig die nostalgische „RuhrtalBahn“ – gezogen von einer Dampflok. Eberhard Nowak spürt den alten Lokomotiven überall nach: im Bahnbetriebswerk, auf der Strecke, aber auch auf Lokfriedhöfen. Für ihn sind sie „Wunderwerke einer vergangenen Epoche. Alle Vorgänge der Forbewegung, die mechanischen Abläufe, kann ich nachvollzie-hen. Räder, Treibstangen, Zylinder, Kessel und viele zugehörige Aggregate begeistern mich und sind mehr als pure Technik.“ Für den Düsseldorfer steht nicht das reine Abbild der Dampfloks im Focus des Interesses. Er will das „Erlebnis“ darstellen, wenn etwa ein schwarzes Ungetüm anfährt, und es krächzt, dampft, raucht und pfeift. Oft reichen ihm Details oder Abstraktionen aus, um das Motiv zu charakterisieren. Eberhard Nowak fotografiert seit 25 Jahren. Seine ersten bildnerischen Kenntnisse erwarb er in Mal- und Zeichenkursen als Gast in der Werkkunstschule Wuppertal und an Volkshoch-schulen. Autodidaktisch bildete er sich in der bildnerischen Fotografie weiter. Nowak beteiligte sich mehrfach an Ausstellungen im In- und Ausland und stellte seine Bilder in zahlreichen Einzelausstellungen insbesondere im Rheinland aus. Dampflok-Erlebnisse Fotografien von Eberhard Nowak 21. Mai bis 13. August 2006 Westfälisches Industriemuseum Zeche Nachtigall
SCHOTT Glaswerke: Fotografien von Albert Renger-Patzsch
Herbst 2012
Die Fotografien von Albert Renger-Patzsch (1897-1966) gelten der Kunstgeschichts-schreibung bis in die Gegenwart als ebenso herausragende wie charakteristische Werke der Neuen Sachlichkeit. Das SCHOTT-Archiv in Jena verwahrt Konvolute von Glasplattennegativen und Vintage Prints des Fotografen, die in den 1930er und 1950er Jahren in mindestens drei Glaswerken - Jena, Mainz und Grünenplan - aufgenommen wurden. Die Fotografien sind für die Unternehmens- ebenso wie für Technikgeschichte interessant; an ihnen kristallisiert sich das Verhältnis zwischen dem auftraggebenden Unternehmer und dem renommierten Fotografen. Letztlich geben sie Auskunft über das in Zusammenwirken von Industrie, Kunst und Handwerk und dürfen als herausragendes Zeugnis der Industriekultur gelten.
Gezeigt werden die Fotografien Albert Renger-Patzschs an zwei Standorten des LWL-Industriemuseums: in der Glashütte Gernheim in Petershagen (Frühjahr 2012) und auf der Zeche Nachtigall in Witten. Für die Glashütte Gernheim sind die Aufnahmen Renger-Patzschs wertvolle Dokumente der Glasproduktion zur Zeit der Hochindustrialisierung. In Witten wurde der Glastechniker Otto Schott 1851 geboren. Für die Zeche Nachtigall ist die Präsentation zugleich Anlass, einen Blick auf den Erfinder Otto Schott und die Spuren, die er in seiner Heimatstadt hinterlassen hat, zu werfen.