Die Veranstaltungsreihe des LWL-Industriemuseums Zeche Nachtigall richtet sich insbesondere, aber nicht ausschließlich, an Besucherinnen. Anhand ausgewählter Frauenportraits soll das Industriezeitalter aus der weiblichen Perspektive betrachtet und der Anteil der Frauen an der Entstehung und Gestaltung der Industriegesellschaft gewürdigt werden.
In entspannter Atmosphäre werden Kurzvorträge, Lesungen, Bilder, Literatur – oder auch Kochrezepte – angeboten. Das Gehörte und Gesehene soll in bester Salon-Tradition Anregungen für Gedanken- und Informationsaustausch, für kritische Diskussionen und Analysen bieten. Damit die Sinne nicht zu kurz kommen, wird jeder Salon begleitet von passender Musik, Getränken und Gebäck.
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) lädt zum nächsten „Salon Frauenbilder“ am Donnerstag, 11. März 2010 von 18-20 Uhr in sein Museum Zeche Nachtigall in Witten ein.
Vorgestellt wird Lousia Catharina Märcker (1718-1795), die 1738 den wohlhabenden Unternehmer Johann Caspar Harkort heiratete und fünf Kinder gebar. Nach seinem frühen Tod führte sie 30 Jahre lang erfolgreich das Unternehmen. Haus Harkorten, der Wohnsitz, entwickelte sich in der Zeit der Märckerin zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt in der Region, wo sich Kaufmannschaft, örtliche Pfarrer und aufgeklärte preußische Verwaltungsbeamte wie der Freiherr vom Stein trafen und austauschten.
Lousia Catharina Märcker (1718-1795)
Lousia Catharina Märcker stammte aus einer geachteten Beamtenfamilie und wurde am Hof der Fürstäbtissin in Essen erzogen. Im Alter von 20 Jahren heiratete sie Johann Caspar Harkort. Die Harkorts waren ein weit verzweigtes, wohlhabendes Geschlecht aus Hagen, dessen wirtschaftliche Basis und Erfolg auf dem Zusammenspiel von Landwirtschaft, Metallverarbeitung und Handel beruhte. Nach nur dreizehn Jahren Ehe starb Johann Caspar, und ließ neben fünf unmündigen Kindern – das älteste war neun Jahre alt - seine Frau und sein Unternehmen zurück.
Während der folgenden dreißig Jahre führte die Witwe Harkort das Unternehmen: Bis 1780 tat sie dies mit Unterstützung ihres Bruders Johann Friedrich Märcker und des Handlungsgehilfen Johann Caspar Wienbrack.. Von 1780 bis zu ihrem Tod 1795 waren ihre beiden Söhne und sie zu gleichen Teilen Teilhaber. Während dieser Jahre sicherte und mehrte sie mit großem unternehmerischem Erfolg Besitz und Vermögen ihrer Familie. Nicht nur führte sie die Firma unbeschädigt durch den siebenjährigen Krieg, wozu ihre guten Beziehungen zur Fürstäbtissin nicht unwesentlich beitrugen. Sie förderte auch das Wachstum der Firma zwischen 1770 und 1790, baute den Export aus und legte neue Hämmer an. Wiederholt übernahm sie als gewählte „Deputierte“ die Rolle einer Sprecherin des regionalen, märkischen Wirtschaftsbürgertums. Die Märckerin verfügte über einen intuitiven Geschäfts- und Unternehmer(innen)sinn und führte ihr Unternehmen mit Weitsicht und großer Selbstverständlichkeit.
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) lädt zum nächsten „Salon Frauenbilder“ am Donnerstag, 10. Juni 2010 von 18-20 Uhr in sein Museum Zeche Nachtigall in Witten ein.
Vorgestellt wird Mathilde Franziska Anneke.
Mathilde Franziska Anneke wurde am 3. April 1817 in der westfälischen Gemeinde Hiddinghausen auf dem Hof Oberleveringhausen, heute Sprockhövel, als Mathilde Franziska Giesler geboren und starb am 25. November 1884 in Milwaukee / USA .
Sie war eine außergewöhnliche Frau, die anfangs, ganz im Sinne des Biedermeiers, mit „Herz-Schmerz-Gedichten“ ihre literarische Tätigkeit begann, später zum Freundeskreis um Herwegh, Freiligrath, Kinkel und Marx zählte und als überzeugte Demokratin die politische Gleichberechtigung der Frau einforderte. In Deutschland eine Frauenrechtlerin in der demokratischen Bewegung des Vormärz, Freischärlerin in der Revolution von 1848/49, Journalistin, Publizistin und Autorin. In den USA
ebenfalls Journalistin und Publizistin, eine engagierte Vertreterin der Sklavenbefreiungsbewegung, Gründerin einer Mädchenschule und Kämpferin für Frauenrechte.
Literarisch-musikalische Collage von Rita Fromm. Als Sprecherinnen: Rita Fromm und Helga Kreiner-Wagner, Schauspielerin. Konzertpianistin: Ana Maria Bohórquez-Campistrús aus Karlsruhe.
Musik von:
Frédéric Chopin, Robert Schumann, Franz Liszt, George Gershwin, Louise Adolpha, Maria Symanowska
Die Texte:
Gedanken, Aufrufe, Briefe,
Artikel und Aufsätze –
ein deutsch-amerikanisches Zeitbild.
Aufführungsdauer:
Ca. 60 Minuten ohne Pause
Informationen zu früheren Veranstaltungen zum "Salon Frauenbilder" finden Sie hier!

