Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war es vor allem die soziale Not der lippischen Wanderziegler gewesen, die zur Gründung einer Vielzahl von Zieglervereinen in Lippe geführt hatte. Diese sahen ihre vorrangige Aufgabe zunächst darin, für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Wanderziegler und ihrer Angehörigen einzutreten.
Später wandelte sich die Bedeutung der Zieglervereine aber erheblich: Zunehmend stand bei ihnen die Traditionspflege im Vordergrund; daneben halfen sie aber auch oft mit bei der Aufarbeitung geschichtlicher Ereignisse.
Nachdem Ende der 70er Jahre in Nordrhein-Westfalen erste Überlegungen mit dem Ziel angestellt worden waren, den Stellenwert der Industriekultur im Lande mit der Hilfe von Museen deutlich anzuheben, machten sich einige Bürger um den damaligen Lagenser Stadtdirektor Dr. Franz Drewes, Lages langjährigen stellvertretenden Bürgermeister Günter Wiesekopsieker und den Zieglerringsvorsitzenden Friedrich Mühlmeier daran, gemeinsam mit kompetenten Vertretern des Landschaftsverbandes ernsthaft über Realisierungsmöglichkeiten in Lippe nachzudenken. Die Voraussetzungen dafür erschienen hier besonders günstig, vor allem wegen der Besonderheiten von Wanderarbeit und der lebendigen Tradition.
Im September 1983 gründeten sie gemeinsam auch mit Vertretern der Ziegelindustrie einen Förderkreis, dessen Zweck die „Unterstützung beim Aufbau eines Ziegler- und Ziegeleimuseums Lage im Westfälischen Industriemuseum“ sein sollte. Dieser Förderkreis erklärte sich zu vielseitigen Beiträgen auch finanzieller Art bereit.
In Lage bestand zudem die Möglichkeit, die Gebäude und die Maschinen der ehemaligen Ziegelei Beermann zu nutzen. Die Voraussetzungen für ein „arbeitendes Museum“ in Lage waren nach alledem so gut, dass der Landschaftsverband im Jahr 1999 mit der Errichtung eines neuen Ausstellungsgebäudes auf dem Ziegeleigelände beginnen konnte.
Mit dessen Fertigstellung 2 Jahre später stellte sich für den damaligen Förderkreis die Frage, wie es denn mit ihm selbst weitergehen sollte. Wenn auch seine bisherigen Zielsetzungen zumeist weiterbestanden, so war sein Hauptzweck aber doch zwischenzeitlich erfüllt.
Die Mitglieder einigten sich im Jahre 2005 dann darauf, den Förderkreis in „Förderverein“ umzubenennen und dem Verein mit dem Namenswechsel zusätzlich einige neue Arbeitsschwerpunkte zu geben. Der Förderverein wurde auf diese Weise neu belebt, was dem Museum insgesamt, aber vor allem auch seinen Besuchern heute zu Gute kommt.