Sanierung der historischen Terrakotta-Fassade der Regierung von Oberbayern
Ausstellung vom 8.5. bis 28.8.2005
Unter dem Motto "Gebrannte Erde" stellt das Westfälische Industriemuseum Ziegelei Lage in einer kleineren Sonderausstellung die Sanierung einer historischen Ziegelfassade an der Maximilianstraße in München vor.
Das Gebäude der Regierung von Oberbayern wurde 1856 bis 1864 von Friedrich Bürklein erbaut. Die 180 Meter lange Fassade mit ihren stilistisch markanten Sechsecktürmchen gilt vor allem wegen ihres Materials als sehr kostbar: Auf Wunsch Maximilians II. wurde der Bau mit teurer Terrakotta – "gebrannter Erde" - verkleidet. Die überwiegend hohlen Keramiken sind vergleichbar den Kacheln eines Kachelofens; sie haben aufwändige Formen und Ornamente.
Ende der 80er Jahre wurden zahlreiche witterungsbedingte Beschädigungen wie Abplatzungen festgestellt. Bei der Sanierung, die seit Beginn der 1990er Jahre läuft, sind Ziegelhersteller und Steinmetz gleichermaßen gefordert. Stark zerstörte Terrakotta-Kacheln und die nach dem Krieg eingefügten Betonsteine müssen in einem aufwändigen Verfahren Stück für Stück abgeformt, gebrannt, angepasst und in Zentimeterarbeit eingesetzt werden. Ähnlich schwierig ist es, die richtige Farbe zu treffen. Die alten Terrakotten haben ein lebendiges Farbspiel, das zwischen Gelb-, Rot-, Grün- und Brauntönen changiert. Dies ist weitgehend ein Produkt des Zufalls, da die Farben von Faktoren wie dem Tongemisch, der Brenntemperatur und der Lage des Terrakottasteins im Ofen abhingen.
Das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) will mit dieser Ausstellung einen weiteren Teil der Herstellungsgeschichte von Ziegeln dokumentieren. Sie zeigt, welche ungeheueren Fertigkeiten der Ziegler Anfang des 20. Jahrhunderts besaßen. Sie formten komplizierteste Ornamente und Skulpturen aus Ton. Heute sind nur wenige Betriebe noch fähig, diese Techniken anzuwenden.
Gebrannte Erde. Sanierung der historischen Terrakottafassade der Regierung von Oberbayern
8. Mai bis 28. August 2005 Westfälisches Industriemuseum Ziegelei Lage, Sprikernheide 77
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr.
Aktuelles
Hier finden Sie einen Link zu einem Beitrag der Sendung WestART des WDR zur Sonderausstellung "Wanderabreit - Menschen, Mobilität, Migration".Sendung vom 7.5.2013
Veranstaltungen zur Ausstellung "Wanderarbeit"
So, 9.6., 14 Uhr
Wie wollen wir alt werden?
Vortrag mit dem geschäftsführenden Vorstand des Vereins „Ambulante Dienste e.V.“ Harald Wölter aus Münster über Konzepte des Lebens im eigenen Quartier.
So, 7.7., 14 Uhr
Erzählcafé mit ostwestfälischen Heringsfängern
Die Petershagener Gebrüder Koch waren über Jahre als Heringsfänger in der Nordsee tätig. Wie sah der Arbeitsalltag eines Heringsfängers auf See aus? Welche Auswirkungen hatte die Saisonarbeit für das Familienleben der Familie Koch? Diese und weitere spannende Seefahrtsgeschichten erfahren Sie in einer gemütlichen Runde bei Kaffee und Kuchen in unserem Museumscafé.
So, 21.7., 14-17 Uhr
Scheren schleifen lassen
Der Augustdorfer Messer- und Scherenschleifer Guido Morsbach ist vor Ort am LWL-Ziegeleimuseum Lage und wartet auf Arbeit. Bringen Sie Ihre Messer und Scheren mit ins Museum und lassen sie diese für ein kleines Entgelt vom Fachmann schleifen! Verkauft werden auch Qualitätsprodukte aus Solingen. Nebenbei erfahren Sie interessantes zum historischen Berufsfeld des Scherenschleifers.
Veranstaltungen zur Ausstellung "Schwarze Keramik"
Sa / So, 6./ 7.7.
Schwarze Keramik im Meilerofen. Der portugiesische Töpfer António Marques führt das traditionelle Handwerk des Schwarzbrennens vor. 6. Juli: Aufbau des Ofens; 7. Juli: Brand im Ofen. Die produzierten Vasen und Töpfe können im Museumsshop gekauft werden.