Die Ausstellung „Jederzeit Kaffeezeit!“ zeigt den Weg der Mechanisierung des Alltags - von der Last der Zubereitung bis zur Lust des Kaffeegenusses. Das exotische Heißgetränk, das bis etwa 1715 nur einer kleinen Oberschicht vorbehalten war, wurde so im 18.Jahrhundert innerhalb weniger Jahrzehnte zum gängigen Getränk breiter Bevölkerungsschichten. Kaffeetrinken war zunächst Männersache. Nur sie durften die ersten Caféhäuser betreten. Später öffneten neben den Kaffee-Schenken auch Konditoreien. Sie boten neben Kaffee allerlei Naschwerk an, und waren bei Frauen beliebt. Kaffee war anfangs das Getränk der Oberschicht. Es wurde bei geselligem Zusammensein aus edlem Kaffee-Service genossen. Der regelmäßige Konsum daheim setzte sich langsam bei den Reichen durch. Angehörige der Mittelschicht zogen später nach, etwa ab den Zwanzigerjahren des 19. Jahrhunderts. Die Mittelschichten gönnten sich den Kaffee an Feiertagen oder bei besonderen Anlässen. Leute aus der Unterschicht konnten sich kaum echten Kaffee leisten. Sie griffen auf den Kaffeeersatz Zichorie zurück. Geröstet wurde der Kaffee über dem Herd, mit Hilfe spezieller Röstgeräte. Die industrielle Kaffeeproduktion begann Ende des 19. Jahrhunderts.
Zwischen „Türken-Trunk“ und „Tchibo-Welt“ liegt die steile und schillernde Karriere des Kaffees. Wie diese Entwicklung vonstatten ging, wird in elf originellen Inszenierungen dargestellt: Kaffeetrinken zu Hause, beim Militär, in der Arbeiterkantine, bei der Mitropa, auf der Kreuzfahrtreise, beim Picknick, zu DDR-Zeiten. Anhand einzigartiger Geräte und seltener Porzellane tauchen Sie in die vielfältige Welt des Kaffees ein. Von einer winzigen Thermos-Espressotasse über handbetriebene und elektrische Kaffeemühlen, von einfachen Filterkannen bis hin zu italienischen Designer-Espressomaschinen reicht das Spektrum der über 200 Exponate, die verblüffende Einblicke in die Veränderung der Kaffeetrinkgewohnheiten aller sozialen Schichten und den Fortschritt der Kaffee-Haushaltstechnik geben.
Das umfangreiche Begleitprogramm zur Ausstellung finden Sie hier!
Jederzeit Kaffeezeit ist eine Gemeinschaftsausstellung des Europäischen Industriemuseums für Porzellan Selb, des Museums im Schloss der Porzellanmanufaktur Fürstenberg und des Westfälischen Industriemuseums Ziegelei Lage sowie der Kaffeehistorischen Sammlungen Tchibo.
Aktuelles
Hier finden Sie einen Link zu einem Beitrag der Sendung WestART des WDR zur Sonderausstellung "Wanderabreit - Menschen, Mobilität, Migration".Sendung vom 7.5.2013
Veranstaltungen zur Ausstellung "Wanderarbeit"
So, 9.6., 14 Uhr
Wie wollen wir alt werden?
Vortrag mit dem geschäftsführenden Vorstand des Vereins „Ambulante Dienste e.V.“ Harald Wölter aus Münster über Konzepte des Lebens im eigenen Quartier.
So, 7.7., 14 Uhr
Erzählcafé mit ostwestfälischen Heringsfängern
Die Petershagener Gebrüder Koch waren über Jahre als Heringsfänger in der Nordsee tätig. Wie sah der Arbeitsalltag eines Heringsfängers auf See aus? Welche Auswirkungen hatte die Saisonarbeit für das Familienleben der Familie Koch? Diese und weitere spannende Seefahrtsgeschichten erfahren Sie in einer gemütlichen Runde bei Kaffee und Kuchen in unserem Museumscafé.
So, 21.7., 14-17 Uhr
Scheren schleifen lassen
Der Augustdorfer Messer- und Scherenschleifer Guido Morsbach ist vor Ort am LWL-Ziegeleimuseum Lage und wartet auf Arbeit. Bringen Sie Ihre Messer und Scheren mit ins Museum und lassen sie diese für ein kleines Entgelt vom Fachmann schleifen! Verkauft werden auch Qualitätsprodukte aus Solingen. Nebenbei erfahren Sie interessantes zum historischen Berufsfeld des Scherenschleifers.
Veranstaltungen zur Ausstellung "Schwarze Keramik"
Sa / So, 6./ 7.7.
Schwarze Keramik im Meilerofen. Der portugiesische Töpfer António Marques führt das traditionelle Handwerk des Schwarzbrennens vor. 6. Juli: Aufbau des Ofens; 7. Juli: Brand im Ofen. Die produzierten Vasen und Töpfe können im Museumsshop gekauft werden.