15.2. bis 31.5.2009
Der Auftrag kam von oberster Stelle: Preußen-König Friedrich II. schickte Oberbergrat Friedrich Wilhelm von Reden im Jahr 1782 von Oberschlesien ins Ruhrtal. Er sollte seinem Dienstherrn eingehend über den Steinkohlenbergbau Bericht erstatten. Diese Reise ist Ausgangspunkt der Ausstellung "Im Auftrag seiner Majestät".
Ende des 18. Jahrhunderts befand sich der Bergbau im Ruhrtal noch in den Anfängen. In den Berg getriebene Stollen erschlossen die Kohlenlagerstätten. Auf den zahlreichen kleinen Zechen arbeiteten nur eine Hand voll Bergleute. Der Weg zum industriellen Ruhrgebiet war noch weit. Von Reden schilderte als genauer Beobachter den Betrieb in den kleinen Zechen und vergaß auch nicht, auf bestehende Missstände hinzuweisen. "Auf diese Weise vermittelt sein Bericht einen anschaulichen Eindruck vom Ruhrbergbau vor 220 Jahren", erklärt Dr. Olaf Schmidt-Rutsch. Zahlreiche Bilder, Pläne, Dokumente und Modelle hat er für die Ausstellung zusammengetragen.
Der Bericht des Oberbergrats blieb nicht ohne Folgen: Wenige Monate später wurde der Freiherr vom Stein zum Leiter des Bergamts in Wetter berufen. Auf diese Weise wurde nicht nur die Grundlage für die bemerkenswerte Karriere des bedeutenden preußischen Reformers gelegt, auch der Bergbau an der Ruhr erhielt unter der neuen Leitung wichtige Impulse für eine stetige industrielle Entwicklung.
Im schlesischen Montanrevier setzte unter der Leitung Friedrich Wilhelm von Redens gleichzeitig eine kraftvolle Entwicklung ein: Auf den staatlichen Bergwerken arbeiteten schon bald die neuen Dampfmaschinen. Auf den neuen Hüttenwerken in Gleiwitz und Königshütte wurden die ersten Koks-Hochöfen auf dem europäischen Festland errichtet. Schmidt-Rutsch: "Oberschlesien entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu einem Musterland der Frühindustrialisierung."
Die Ausstellung im Hafenmeistergebäude des LWL-Industriemuseums Schiffshebewerk Henrichenburg ruft die Persönlichkeit Friedrich Wilhelm von Redens in Erinnerung und stellt mit dem Ruhrgebiet und Schlesien zwei wichtige europäische Montanregionen an der Schwelle zur Hochindustrialisierung vor.
Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen:
Olaf Schmidt-Rutsch (Hg.): Friedrich Wilhelm von Reden (1752-1815). Beiträge zur Frühindustrialisierung in Oberschlesien und an der Ruhr, 110 Seiten, zahlreiche Illustrationen, Klartext Verlag Essen, 10 €
Vorschau
Regen, Schnee und Hagel
Vom Wetterbericht bis zum Klimawandel
4.7.2013 - 2.2.2014
Die mit Unterstützung der Emschergenossenschaft realisierte Ausstellung liefert Informationen zu den alltäglichen Wetterphänomenen Regen, Schnee und Hagel. Sie stellt wissenschaftliche Erkenntnisse vor, geht auf die Folgen des menschlichen Einwirkens auf die Natur ein und präsentiert Beispiele für den künstlerischen Umgang mit dem Nass, das vom Himmel fällt. Wie werden Wolken zu einem Wassertropfen, einer Schneeflocke oder einem Hagelkorn? Wie sehen diese Niederschläge eigentlich genau aus? Wohin “verschwindet“ die Feuchtigkeit nach ihrem Aufprall auf die Erde? Wie beeinflusst der Mensch das Klima? Forscher haben sich mit diesen Fragen über Jahrhunderte beschäftigt. Unternehmen und Genossenschaften arbeiten an Lösungen, um Regenwasser vom Abwasser zu trennen und Überschwemmungen zu vermeiden. Fotografen, Maler und Bildhauer haben sich mit der Gestalt der Wassertropfen auseinandergesetzt.