Vom Rennfeuer zum Hochofen im LWL-Industriemuseum
18.5. - 24.8.2008
Eisen gilt als der Werkstoff unserer Geschichte. Mit ihm gestalten Menschen ihre Welt – als Schmuck, Werkzeug oder Waffe. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) zeigt in Hattingen die Ausstellung „Altes Eisen. Vom Rennfeuer zum Hochofen“, die von den Universitäten Kiel und Münster entwickelt wurde. Im LWL-Indusriemuseum Henrichshütte geht es bis zum 24. August auf archäologische Spurensuche nach diesem Stoff, der unsere Geschichte seit 6.000 Jahren prägt. „Altes Eisen“ schlägt den Bogen von der Prähistorie über die antike Sagenwelt bis hin zur nordischen Eisenverhüttung. Sie zeigt den Weg vom Erz zum Metall und weiter vom Metall zum geformten Produkt. Gegenüber gestellt werden moderne Hochöfen des Industriezeitalters wie etwa Hochofen 3 der Henrichshütte mit einfachen Rennöfen, wie sie noch vor wenigen Jahrzehnten in Afrika zur Anwendung kamen. Modelle und Experimente laden zum Ausprobieren ein. „Vor Ort“ geht der zweite Teil der Ausstellung. Sie dokumentiert die traditionsreiche Eisenverhüttung im Sauer- und Siegerland bis zum Beginn der Moderne.
Stahl & Eisen
Ein großes Thema kompakt und kompetent dargestellt, Raum an Raum mit der Eisengießerei – zur Feier des Tages hat sich das Industriemuseum ein Stahl & Eisen-Programm einfallen lassen. So bietet das Museum ab 11 Uhr stündlich Führungen auf dem neuen „Weg des Stahls“ über das Hüttengelände an. Um 15 Uhr eröffnen Marlene Lubek, stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung, und Ausstellungs-Kurator Michael Overbeck die Ausstellung. Unterstützt werden sie dabei musikalisch von der „Klangschmiede Langenberg“ sowie handfest vom Förderverein, der an diesem Nachmittag Eisen gießt und Stahl schmiedet.
„Was bisher geschah“
„Die Ausstellung zeigt die eiserne Geschichte bis zum Beginn der Industrialisierung“, erläutert Museums-Kuratorin Andrea Hubert, „sozusagen die Vorgeschichte, die es brauchte, damit es so etwas wie die Henrichshütte überhaupt geben konnte.“ Dafür werden in Hattingen erstmals zwei Ausstellungen gemeinsam gezeigt, die sich dem Thema „Eisen“ aus unterschiedlichen Blickwinkeln nähern. Die Universität Kiel reist in ihrem Beitrag durch Zeit und Raum, immer dem Eisen auf der Spur. Die Reise führt in den Orient, nach Skandinavien, nach Afrika. Die Dokumentation der Universität Münster zeigt hingegen die Ergebnisse jahrzehntelanger Forschungen zum Eisen in südlichen Westfalen. Michael Overbeck, Ausstellungs-Kurator von der Universität Münster, freut sich auf das gemeinsame Projekt mit dem Hattinger Museum: „Wir wollen hier dauerhaft die vorindustrielle Geschichte des Eisens zeigen. Hattingen ist als Mittler zwischen Südwestfalen und Ruhrgebiet sowohl historisch wie geographisch der ideale Standort für solch ein Projekt. Die Ausstellung ist ein erster Schritt in diese Richtung.“
Altes Eisen ist „in“ – Das Begleitprogramm
Das Thema Eisen ist hochaktuell – nicht nur in Wirtschaft und Produktion, wo weltweit Jahr um Jahr immer neue Rekorde aufgestellt werden. Auch die Auseinandersetzung mit der Geschichte dieses Werkstoffes ist allgegenwärtig: „Eiserne Zeiten“ wurden in Gliwice, Bendorf und Berlin gezeigt. In der Wendener Hütte geht es um die „Faszination Archäologie“ und in Oberhausen um einen „Industriearchäologischen Park Antony-Hütte“. Zur Wendener Hütte (11.6.) und auch nach Oberhausen (2.7.) führen im Begleitprogramm entsprechend Exkursionen, auch zur heimatlichen Isenburg (13.8.). Vorträge und Film-Programm runden das Angebot ab. Führungen durch die Ausstellung werden jeden Sonntag um 15 Uhr kostenfrei angeboten oder können nach Vereinbarung gebucht werden.
Mehr Informationen zur Geschichte der Eisenherstellung finden Sie
hier!