22.9. bis 15.10.2006
Mit dem Westfälischen Industriemuseum Henrichshütte öffnete am Freitag, 22.9.2006, die letzte Station der EN-Kunst 2006 ihre Pforten. 16 Künstlerinnen und Künstler präsentieren ihre Arbeiten bis zum 15. Oktober in Hattingen. Zu entdecken sind Foto- und Videoarbeiten, ein Raum ohne Geld sowie Installationen aus Kunststoff, Metall und Gips. Sie tragen Titel wie „Feuerraum“, „Dem Himmel nah“ oder „Abstich“. Das Ausstellungsgelände lebt von seiner imposanten Kulisse und seinem morbiden Charme. Es liefert die Grundlage für die reizvolle Verbindung zwischen Kunst und Industriegeschichte. Die Teilnehmer zeigen ihre Werke in einer Umgebung, in der bis 1987 Koks, Eisen und Stahl produziert, gegossen, gewalzt und geschmiedet worden sind. Wo einst 10.000 Menschen beschäftigt waren, bildet heute der ehemalige Hochofen den Mittelpunkt des Industriemuseums. Dort sowie auf dem weitläufigen Außengelände und im historischen Teil der Gebläsehalle stellen die Werke einen Bezug zu den Rohstoffen Kohle und Erz, den Produkten Eisen und Stahl sowie der Arbeit auf der Hütte her. Eine direkte Verbindung liefern einige Foto- und Videoarbeiten. So sehen die Zuschauer beispielsweise 15 schwarzweiß Bilder, die den Abbau der Halle des Stahlwerks dokumentieren, symbolisch zeigt eine Videoinstallation die Minuten des letzten Abstichs und auf Acrylplatten übertragene Fotografien mit Ausschnitten der Industrieanlage werden als Einzelbilder hängend verbunden und untereinandergereiht. Andere Künstler nutzen für ihre Arbeiten Ölbilder, Paletten oder Kupferblechschlingen, stellen auf diese Weise unter anderem Aspekte des „alten Reviers“ vor. Die Ton- und Klangperformance „Stahlklang“, bei der Georg Zangl Stahlharfen und -fässer einsetzt, wird die Eröffnung der EN-Kunst in der Henrichshütte am Freitagnachmittag abrunden. Die EN-Kunst 2006 bietet seit Mitte August Bilder, Skulpturen und Installationen an ungewöhnlichen Orten, verbunden mit Natur und Industriegeschichte zum Anfassen. Sie ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Städte Ennepetal, Gevelsberg, Hattingen und Witten sowie des Ennepe-Ruhr-Kreises. Insgesamt präsentieren 63 Künstlerinnen, Künstler und Künstlergemeinschaften aus Nordrhein-Westfalen ihre Werke an fünf Schauplätzen im Ennepe-Ruhr-Kreis. Neben der Henrichshütte dienen das Schwelmer Kreishaus und das Westfälische Industriemuseum Zeche Nachtigall in Witten ebenfalls bis zum 15. Oktober als Ausstellungsorte. Die Kluterthöhle in Ennepetal wird bis zum 8. Oktober von 19 Künstlerinnen und Künstlern genutzt, in Gevelsberg hatte die Veranstaltung vom 7. bis 10. September Station gemacht.
Mehr zur EN-KUNST 2006 unter www.en-kunst.com