Nach Stilllegung der Zeche Hannover 1973 vergab die Wohnungsverwaltung die schlicht ausgestatteten Häuser zunehmend zu günstigen Mieten an ausländische Mieter. Bis 1999 wohnten die türkischen Familien Arslan, Can und Sevim in den mittlerweile abbruchreifen Häusern. Vom LWL-Industriemuseum als einmaliges Ensemble vor dem Abbruch bewahrt und unter Denkmalschutz gestellt, wurden die Häuser in den letzten Jahren fachkundig restauriert. Heute ergänzen sie das Industriedenkmal
Zeche Hannover um den wichtigen sozialgeschichtlichen Aspekt des Wohnens im Schatten des Förderturms.
Begleitprogramm
So, 7.8., 11 Uhr Ausstellungseröffnung
So, 28.8., 11-13 Uhr Führung und Gespräch: Stratenhoff und andere. Bergarbeiterwohnen um 1900.
So, 25.9., 11-13 Uhr Führung und Gespräch: Nicht nur -siks und -ceks. Flüchtlinge und Vertriebene im Ruhrbergbau der Nachkriegszeit.
So, 23.10., 11-13 Uhr Führung und Gespräch: Arslan, Can und Sevim. Die türkischen Bewohner der Bergarbeitersiedlung "Am Rübenkamp".
Nach Westen. Zuwanderung aus Osteuropa und ins Ruhrgebiet
10.6. bis 28.10.2012
Eröffnung: So, 10.6., 11 Uhr
Die Zuwanderung aus dem Osten Europas in das Ruhrgebiet hat eine lange Tradition. Die "Ruhrpolen" aus den ehemaligen polnischen Gebieten prägten Ende des 19. Jahrhunderts wesentlich Kultur und Alltag im Ruhrgebiet. Die Demokratisierung in Osteuropa und der Zerfall des Ostblocks brachten seit Ende der 1980er Jahre zahlreiche Auswanderer, Flüchtlinge, Vertriebene und Spätaussiedler in die Region tief im Westen. So unterschiedlich ihre Motive auch waren - gemeinsam ist ihnen die Erfahrung in den sozialistischen Staaten und das Ziel ihrer Auswanderung: Das Ruhrgebiet. Die Ausstellung "Nach Westen" zeigt die Geschichte und Gegenwart der Zuwanderer aus Polen, den ehemaligen Staaten der Sowjetunion und aus dem ehemaligen Jugoslawien. Sie entstand in Kooperation mit Studierenden des Seminars für Slavistik/Lotman-Institut der Ruhr-Universität Bochum.