Fotografien von Martin Holtappels, Piotr Muschalik und Thomas Stachelhaus
Im Ruhrgebiet und in Oberschlesien haben Kohle und Stahl die Landschaft in ähnlicher Weise geprägt: Fördertürme und Hochöfen dominierten hier wie dort als neue Wahrzeichen des Fortschritts. Die Ausstellung „Montanrevier“ stellt reviertypische Bauten aus beiden Regionen, darunter Fördergerüste und Bergarbeiterkolonien, einander gegenüber. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) zeigt die Schau mit Fotografien von Martin Holtappels, Piotr Muschalik und Thomas Stachelhaus vom 24. März bis 9. Juni 2012 in seinem Bochum Industriemuseum Zeche Hannover.
„Im Ruhrgebiet und in Oberschlesien weisen gründerzeitliche Zechen und Kolonien, aber auch Kirchen und Theatergebäude nicht selten die gleiche architektonische Handschrift auf“, erklärte Kurator Dr. Thomas Parent, stellvertretender Leiter des LWL-Industriemuseums, in Bochum. Die Parallelen gründen in der gemeinsamen Geschichte: Bis 1918 gehörten die beiden Montanreviere komplett zum Deutschen Kaiserreich. Die gleichen Konzerne engagierten sich deutschland- und europaweit. Einzelne Architekten übernahmen Bauaufträge in unterschiedlichen Industrieregionen. So schuf Carl Moritz nicht nur das Hotel Handelshof am Essener Hauptbahnhof und die Nikolauskirche in Essen-Stoppenberg, sondern auch das Stadttheater in Kattowitz. Obwohl nach dem Zweiten Weltkrieg vielerorts Plattenbau-Siedlungen errichtet wurden, konnte Oberschlesien vielerorts sein „reviertypisches“ Erscheinungsbild bis heute bewahren. Das zeigen die Fotografien von Piotr Muschalik.
„Die Fotos sollen zur Beschäftigung mit den beiden Montanrevieren anregen, mit ihrem typischen Landschaftsbild, ihrer Geschichte, ihrer aktuellen Umstrukturierung, ihren Zukunftsperspektiven“, so Thomas Parent.
Deutsch-polnische Geschichte war schon mehrfach Thema von Ausstellungen auf der Zeche Hannover. „Wir freuen uns, dass wir in diesem Jahr hier weitere Akzente setzen können“, erklärt Museumsleiter Dietmar Osses und verweist direkt auf das nächste Projekt: Ab 10. Juni geht es in der Ausstellung „Nach Westen“, die das LWL-Industriemuseum in Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum erarbeitet, um Zuwanderung aus Osteuropa ins Ruhrgebiet.
Begleitprogramm zur Ausstellung
So, 17.6. 15 Uhr
Kuratorenführung durch die Ausstellung mit Hintergrundinformationen zu Industriegeschichte und Industriekultur im Oberschlesischen Revier und im Ruhrgebiet
Zur Ausstellung, die 2008 erstmals im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern gezeigt wurde, ist ein zweisprachiger gleichnamiger Bildband erschienen.
Aktuelles
Hier finden Sie einen Link zu einem Interview des WDR mit der Fotografin Brigitte Kraemer zur Ausstellung "Im Guten Glauben"! Interview 16.4.2013
Veranstaltungen zur Ausstellung "Zum Wohl"
Mo, 20.5., 14 Uhr
„Kaffeeklatsch“. Führung durch die Ausstellung „Zum Wohl“ mit Gespräch bei Kaffee und Kuchen. Anmeldung unter Tel. 0234 6100-847. Kosten: 5 € pro Person.
Do, 6.6., 19 Uhr
„Vom Wasserhäuschen zur Seltersbude“. Trinkhallen im Ruhrgebiet. Vortrag von Dietmar Osses
Veranstaltungen zur Ausstellung
"Im guten Glauben"
Sa, 25.5., 10-12 Uhr
Exkursion zur Dibit Merkez Moschee in Duisburg-Marxloh mit Führung und Diskussion. Anmeldung erforderlich unter: 0234 6100-874. Kostenfrei!
So, 2.6., 12-14 Uhr
Exkursion zur Jüdischen Gemeinde Bochum - Herne - Hattingen mit Führung durch die Synagoge Bochum. Anmeldung erforderlich unter: 0234 6100-874. Kostenfrei!
So, 9.6., 11-13 Uhr
Museums-Matinee: Einblicke in die Glaubenswelten des Ruhrgebiets. Die Herner Fotografin Brigitte Kraemer im Gespräch mit Museumsleiter Dietmar Osses
Do, 20.6., 19-20 Uhr
Vortrag: Zuwanderung als Glaubenssache - Religiöse Vielfalt im Ruhrgebiet. Die Historikerin Angelika Müller gibt am Beispiel von fünf Familien aus Marl Einsichten in den Glauben verschiedener Religionen und Generationen von Zuwanderen im Wandel der Zeit.