Einblicke in die Lebenswelten von jugendlichen Zuwanderern in Nordrhein-Westfalen gibt eine neue Fotoausstellung, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) vom 1. bis 26. Juni 2011 in seinem Industriemuseum Zeche Hannover präsentiert. „Zwei Welten. Zwischen Herkunftsland und neuer Lebenswelt“, so der Titel der Schau, wird am Mittwoch (1.6.) um 20 Uhr in Bochum eröffnet.
Die Fotografin Annet van der Voort hat junge Menschen im Alter von 15 bis 20 Jahren aus 50 verschiedenen Herkunftsländern aufgesucht, interviewt und vor die Kamera gebeten. Offen und unverstellt berichten sie von ihrem Leben in und mit zwei Welten. Sie alle versuchen, zwischen eigener Herkunft und neuer Lebenswelt eine Ausrichtung für ihr Leben zu finden. Die Jugendlichen müssen sich mit Fremd- und Anderssein auseinandersetzen und träumen - wie ihre hier geborenen Altersgenossen - von Akzeptanz, Glück, Wohlstand und Erfolg. Ihre Erwartungen an die Zukunft sind aber auch von Erinnerungen aus ihrem Heimatland geprägt.
Die Ausstellung zeigt ein Panorama von Lebensläufen und Lebensentwürfen, das dem vielgestaltigen Themen Migration und Interkulturalität konkrete Gesichter und Stimmen verleiht. Die eindrucksvollen Portraits sind in der Ausstellung mit Aussagen der Jugendlichen zu ihren Erfahrungen und Hoffnungen kombiniert. So macht die Präsentation neugierig auf die unterschiedlichen Gesichter und Geschichten der Menschen.
„Schon zu Beginn der Arbeit stand für mich fest, die Porträts durch persönliche Aussagen zu ergänzen. Ich wollte wissen, wie die Jugendlichen denken, was sie erlebt und erfahren haben, bevor sie zu uns kamen, wie sie sich jetzt fühlen und wo und wie sie ihre Zukunft sehen“, berichtet die Fotografin Anett van der Voort. „Die Ausstellung ist eine gute Ergänzung zu unserem historischen Rundweg ‚Wege der Migration‘. Sie gibt tiefe Einblicke in das Lebensgefühl von jugendlichen Zuwanderern in der Gegenwart.“ erklärt Museumsleiter Dietmar Osses.
Die Ausstellung ist ein Projekt des Vereins „Arbeit und Leben“ in Trägerschaft des Deutschen Gewerkschaftsbundes und der Volkshochschulen in Nordrhein-Westfalen.
Eine Fotoausstellung von Annet van der Voort
Präsentiert in Zusammenarbeit mit Arbeit und Leben e.V.
Zwei Welten. Zuwanderer zwischen Herkunftsland und neuer Lebenswelt
1.6. bis 26.6.2011
LWL-Industriemuseum Zeche Hannover
Günnigfelder Straße 251, 44793 Bochum
Geöffnet: Mi - Sa 14 - 18 Uhr, So 11 - 18 Uhr
www.lwl-industriemuseum.de
Nach Westen. Zuwanderung aus Osteuropa und ins Ruhrgebiet
10.6. bis 28.10.2012
Eröffnung: So, 10.6., 11 Uhr
Die Zuwanderung aus dem Osten Europas in das Ruhrgebiet hat eine lange Tradition. Die "Ruhrpolen" aus den ehemaligen polnischen Gebieten prägten Ende des 19. Jahrhunderts wesentlich Kultur und Alltag im Ruhrgebiet. Die Demokratisierung in Osteuropa und der Zerfall des Ostblocks brachten seit Ende der 1980er Jahre zahlreiche Auswanderer, Flüchtlinge, Vertriebene und Spätaussiedler in die Region tief im Westen. So unterschiedlich ihre Motive auch waren - gemeinsam ist ihnen die Erfahrung in den sozialistischen Staaten und das Ziel ihrer Auswanderung: Das Ruhrgebiet. Die Ausstellung "Nach Westen" zeigt die Geschichte und Gegenwart der Zuwanderer aus Polen, den ehemaligen Staaten der Sowjetunion und aus dem ehemaligen Jugoslawien. Sie entstand in Kooperation mit Studierenden des Seminars für Slavistik/Lotman-Institut der Ruhr-Universität Bochum.