Fotografien von Manfred Vollmer
Ein Jahrhundert lang war das Revier das „Land der 1000 Feuer“. Seit die meisten Hochöfen, Stahlwerke und Kokereien stillgelegt sind, ist der früher so charakteristische Schein am Nachthimmel erloschen. Auf der Suche nach dem Feuer im Ruhrgebiet ist der renommierte Essener Fotograf Manfred Vollmer trotzdem fündig geworden. Über 30 eindrucksvolle Farbfotografien im Großformat bewiesen das in einer Ausstellung, die vom 6. Mai bis 29. Juli 2007 im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum gezeigt wurde. Manfred Vollmer hat das Feuer in seinen verschiedenen Facetten in den Focus genommen: einmal in der ursprünglichen Form, als züngelnde Flammen; dann als Kraft, die vom Menschen gezähmt wird - sei es als Schmiedefeuer bei der Werkzeugherstellung, oder als gleißende Glut des Stahlabstichs. Der Umgang mit dem Feuer in der Industrie ist heute im Revier selten geworden und findet meist im Verborgenen statt. Doch gibt es eine „Renaissance“, wie die jüngsten Fotografien Vollmers zeigen: Feuerspektakel vor Hochöfen, Kokereien oder Fördertürmen bieten eindrucksvolle Erlebnisse, die Manfred Vollmer in seinen Fotografien festgehalten hat.
Er versteht die Geschichte des antiken Helden, der den Menschen erschaffen und ihm das Feuer gebracht hat, auch als Parabel auf die Industriegesellschaft: „In der Mythologie beschwor der Titan mit seiner gestohlenen Gabe an die Menschheit den Zorn der Götter und brachte damit neben dem Wohl auch das Übel in die Welt. Auch als Antriebskraft der Industrialisierung hat das Feuer in der Folgen für die Menschheit eine nicht nur segensreiche Entwicklung angefacht. Manfred Vollmer hat als "Fotograf des Ruhrgebiets" seit über 30 Jahren Arbeitswelt und Strukturwandel des Reviers fotografisch begleitet und dokumentiert. Der Absolvent der Folkwangschule Essen und Schüler von Prof. Otto Steinert erhielt 1979 den ersten Preis des World Press Photowettbewerbs in der Kategorie "News Picture Stories". Seine Arbeiten sind in bedeutenden nationalen und regionalen Museen und Sammlungen vertreten.
Aktuelles
Hier finden Sie einen Link zu einem Interview des WDR mit der Fotografin Brigitte Kraemer zur Ausstellung "Im Guten Glauben"! Interview 16.4.2013
Veranstaltungen zur Ausstellung "Zum Wohl"
Mo, 20.5., 14 Uhr
„Kaffeeklatsch“. Führung durch die Ausstellung „Zum Wohl“ mit Gespräch bei Kaffee und Kuchen. Anmeldung unter Tel. 0234 6100-847. Kosten: 5 € pro Person.
Do, 6.6., 19 Uhr
„Vom Wasserhäuschen zur Seltersbude“. Trinkhallen im Ruhrgebiet. Vortrag von Dietmar Osses
Veranstaltungen zur Ausstellung
"Im guten Glauben"
Sa, 25.5., 10-12 Uhr
Exkursion zur Dibit Merkez Moschee in Duisburg-Marxloh mit Führung und Diskussion. Anmeldung erforderlich unter: 0234 6100-874. Kostenfrei!
So, 2.6., 12-14 Uhr
Exkursion zur Jüdischen Gemeinde Bochum - Herne - Hattingen mit Führung durch die Synagoge Bochum. Anmeldung erforderlich unter: 0234 6100-874. Kostenfrei!
So, 9.6., 11-13 Uhr
Museums-Matinee: Einblicke in die Glaubenswelten des Ruhrgebiets. Die Herner Fotografin Brigitte Kraemer im Gespräch mit Museumsleiter Dietmar Osses
Do, 20.6., 19-20 Uhr
Vortrag: Zuwanderung als Glaubenssache - Religiöse Vielfalt im Ruhrgebiet. Die Historikerin Angelika Müller gibt am Beispiel von fünf Familien aus Marl Einsichten in den Glauben verschiedener Religionen und Generationen von Zuwanderen im Wandel der Zeit.