Bis heute arbeiten hunderte von Frauen in den Bergwerken Oberschlesiens. Meist sind sie in der Kohlenwäsche oder Sieberei tätig, bedienen dort die Maschinen und sorgen für den einwandfreien Betrieb der Förderbänder. Hantieren mit schweren Brechstangen, Aufklauben von Steinbrocken und Freischaufeln der Förderbänder in der staubgesättigten Luft gehört zu ihrem Arbeitsalltag. Während in der sozialistischen Gesellschaft der 1960er Jahre die Frauen als angesehene Facharbeiterinnen für mechanische Kohlenaufbereitung angestellt waren, arbeiten sie heute meist als ungelernte Helferinnen für wenige hundert Euro im Monat.
Kooperation Die Ausstellung ist eine Kooperations-
projekt des LWL-Industriemuseums Zeche Hannover mit dem Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen.
Begleitprogramm 3.9.2006, 11 Uhr: Werkstattgespräch mit dem Fotografen Dariusz Kantor aus Zabrze/Oberschlesien zu seiner Ausstellung „Von Kohle gezeichnet. Frauen in der oberschlesischen Kohlenaufbereitung".
Katalog Zur Ausstellung ist ein zweisprachiger Katalog erschienen, erhältlich im Industriemuseum Zeche Hannover oder beim Oberschlesischen Landesmuseum. Dariusz Kantor: Von Kohle gezeichnet / Węglem znaczone. Hg. vom Oberschlesischen Landesmuseum Ratingen, Ratingen 2006. 63 Seiten, zweisprachig dt./ pln., 29,- EUR.
Nach Westen. Zuwanderung aus Osteuropa und ins Ruhrgebiet
10.6. bis 28.10.2012
Eröffnung: So, 10.6., 11 Uhr
Die Zuwanderung aus dem Osten Europas in das Ruhrgebiet hat eine lange Tradition. Die "Ruhrpolen" aus den ehemaligen polnischen Gebieten prägten Ende des 19. Jahrhunderts wesentlich Kultur und Alltag im Ruhrgebiet. Die Demokratisierung in Osteuropa und der Zerfall des Ostblocks brachten seit Ende der 1980er Jahre zahlreiche Auswanderer, Flüchtlinge, Vertriebene und Spätaussiedler in die Region tief im Westen. So unterschiedlich ihre Motive auch waren - gemeinsam ist ihnen die Erfahrung in den sozialistischen Staaten und das Ziel ihrer Auswanderung: Das Ruhrgebiet. Die Ausstellung "Nach Westen" zeigt die Geschichte und Gegenwart der Zuwanderer aus Polen, den ehemaligen Staaten der Sowjetunion und aus dem ehemaligen Jugoslawien. Sie entstand in Kooperation mit Studierenden des Seminars für Slavistik/Lotman-Institut der Ruhr-Universität Bochum.