27.3.2011 - 15.5.2011
"Das Meer sehen" ist für viele Menschen ein wichtiges Ereignis und ein großer Wunsch. Für viele Blinde und stark Sehbehinderte kann dieser Wunsch nie in Erfüllung gehen. Doch sie können das Meer spüren, mit allen anderen Sinnen. Der Herner Fotograf Dariusz Kantor hat eine Gruppe von Blinden begleitet, die sich allein mit einer sehenden Besatzung mit dem Segelschiff auf hohe See begeben hat.
Eine Auswahl der Fotos, die bei den Turns 2008 und 2009 entstanden sind, präsentiert der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) vom 27. März bis 15. Mai 2011 in seinem Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum.
Die Mannschaft des Schoners „Zawisza Czarny“ bestand aus vier Achtmannwachen, jeweils zur Hälfte besetzt mit Sehenden und Blinden. Hunderte Segelmeilen zwischen Gdynia, Bergen, Helsinki und Tallin lagen vor ihnen. Um die gesteckten Ziele in zehntägigen Törns erreichen zu können, war Teamarbeit gefragt. Der Dreimastschoner bot keinen Platz für zusätzliche Betreuer oder Therapeuten. Vom Segelsetzen bis hin zur Navigation – alle an Bord waren gefordert und mussten ihre Fähigkeiten einbringen. So entstand eine Gemeinschaft, die die Reise für jeden zu einem unvergesslichen Erlebnis machte.
„Die eindringlichen Fotografien von Dariusz Kantor zeigen die Erfahrungen und das Miteinander der Menschen – und lassen spüren, dass sehen nicht alles ist“, so Museumsleiter Dietmar Osses.
Zur Person
Dariusz Kantor, geboren 1967 in Zabrze / Polen, ist seit den 1990er Jahren als Fotograf in Polen und Deutschland tätig. Seine Fotoreportagen wurden in internationalen Magazinen veröffentlicht. Er lebt und arbeitet heute in Herne und in Oberschlesien.
LWL-Industriemuseum Zeche Hannover
Günnigfelder Straße 251, 44793 Bochum
Geöffnet Mi-Sa 14-18 Uhr, So 11-18 Uhr
Nach Westen. Zuwanderung aus Osteuropa und ins Ruhrgebiet
10.6. bis 28.10.2012
Eröffnung: So, 10.6., 11 Uhr
Die Zuwanderung aus dem Osten Europas in das Ruhrgebiet hat eine lange Tradition. Die "Ruhrpolen" aus den ehemaligen polnischen Gebieten prägten Ende des 19. Jahrhunderts wesentlich Kultur und Alltag im Ruhrgebiet. Die Demokratisierung in Osteuropa und der Zerfall des Ostblocks brachten seit Ende der 1980er Jahre zahlreiche Auswanderer, Flüchtlinge, Vertriebene und Spätaussiedler in die Region tief im Westen. So unterschiedlich ihre Motive auch waren - gemeinsam ist ihnen die Erfahrung in den sozialistischen Staaten und das Ziel ihrer Auswanderung: Das Ruhrgebiet. Die Ausstellung "Nach Westen" zeigt die Geschichte und Gegenwart der Zuwanderer aus Polen, den ehemaligen Staaten der Sowjetunion und aus dem ehemaligen Jugoslawien. Sie entstand in Kooperation mit Studierenden des Seminars für Slavistik/Lotman-Institut der Ruhr-Universität Bochum.