1500 Quadratmeter Flachglas, zwei Dutzend Dosen Farbe, jede Menge Silikon und Inspiration – das sind die Rohstoffe, aus denen Therman Statom im Westfälischen Industriemuseum Glashütte Gernheim ein raumfüllendes Kunstwerk schafft. Der Amerikaner – international einer der renommiertesten Künstler seines Genres - ist seit drei Wochen als „artist in residence“ zu Gast an der Weser. Exklusiv und erstmalig in Europa hat Statom für das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) eine Installation entworfen. Er ließ sich vom Fluss, der Landschaft und ihren Mythen inspirieren. „Glas ist für mich eine Metapher für Wasser, beide haben ähnliche Eigenschaften“, sagt Statom. Vom 6. April bis zum 28. September 2003 können Besucher das Ergebnis seiner Arbeit sehen. Der Titel der Installation: "LandTides. Stories from the Weser".
Gerade das Emanzipieren von der Zweckgebundenheit des Gebrauchsglases führte zu ihrer ironischen Umkeh-rung: Mitte der 1980er Jahre fiel einem Galeristen in einer dieser Installationen ein bemalter Glasstuhl auf, von dem wohl niemand erwartete, dass man sich auf ihn setzten könne. Stuhl, Tisch, Haus und Leiter wurden Teil seines visuellen Lexikons, da er in diesen Gegenständen allgemein bekannte, narrative Assoziationsträger oder –auslöser sieht. Die Rezeption seiner ‚zusammengetragenen Geschichten’ (auch: objet trouvé) kann durch den jeweiligen Betrachter zu recht unterschiedlichen Ergebnissen führen, schließlich kann man eine Leiter hinauf oder aber herunterfallen, Erfolg oder Misserfolg; der Stuhl kann an Gemüt- oder Bequemlichkeit, an Herrschaftssitz, Heiligen Stuhl – oder aber an einen elektrischen erinnern. Das ‚Sicheinlassen’ in eine, im Verhältnis zum Alltag, ‚Gegenwelt’, die Kontemplation, ist die Chance des Menschen, Kreativität zu erfahren. Statom gehört zu jenen zehn Künstlern, die für die Zentrale von Corning Glass Inc., das Corning Glass Museum gilt als das bedeutendste weltweit, eine großformatige Installation schuf und von der Fachpresse in einem Satz mit den Pop-Art-Künstlern Robert Rauschenberg und Jasper Johns genannt wird. Für das Westfälische Industriemuseum Glashütte Gernheim hat Statom exklusiv und erstmalig in Europa eine Installation entworfen, LandTides. Stories from the Weser, die nur hier gezeigt wird und gigantische Ausmaße erreicht: 1500 qm industrielles Flachglas, die in einer ortsbezogenen künstlerischen Metamorphose eine Gegenposition zu den ansonsten der historischen industriellen Serienproduktion und der Arbeitswelt einer Glashütte im 19. Jh. vorbehaltenen ständigen Ausstellung beziehen.
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Albert Renger-Patzsch
Industriefotografien für SCHOTT
4.4.–3.6.2012
Eröffnung: Mi, 4.4. 18 Uhr
Die Ausstellung gibt einen Einblick in das Schaffen des Fotografen Albert Renger-Patzsch bei dem Glasproduzenten Schott in Jena und Mainz zwischen 1930 und 1950. Gezeigt werden Vintage Prints und Glasplattennegative aus dem Bestand Albert Renger-Patzsch der SCHOTT AG. Die Fotografien sind zum großen Teil noch unveröffentlicht. Sie wurden im Auftrag der Firmenleitung angefertigt und zeigen charakteristische Stationen der Spezialglasfertigung. Albert Renger-Patzsch gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Fotografie der Neuen Sachlichkeit.
4.4.–20.5.2012
Foto Forum Minden: Plakativ
Die Jahresausstellung des Foto Forum Minden zeigt Fotografien freier Themenwahl, die jedoch eine Gemeinsamkeit aufweisen: Sie sind grell, bunt, extravagant und ein wenig herausfordernd.
10.6.–4.11.2012
ROTATION SiO2
200 Jahre Glashütte Gernheim
Eröffnung: So, 10.6., 11 Uhr
Zum dritten Mal stellt die Glaskünstlervereinigung NRW in der Glashütte Gernheim aus, diesmal zum 200-jährigen Jubiläum. Nach einem Heißglasworkshop mit den Gernheimer Glasmachern, die ebenfalls an der Ausstellung teilnehmen und anschließender weiterer Arbeit bei den Künstlerinnen und Künstlern im Atelier, wird das Ergebnis der künstlerischen Arbeit in der Ausstellung „ROTATION SiO2“ zu sehen sein. Alle Arbeiten wurden speziell für diese Ausstellung und das Herrenhaus als Ausstellungsgebäude geschaffen und nehmen Bezug auf die Geschichte des Ortes und der Glashütte.