Menschen, die zwischen 1946 und heute in Westfalen angekommen sind und einen neuen Anfang machen mussten, sind die Hauptpersonen der Ausstellung „Ich integriere mich von frühmorgens bis spätabends...“ Entwickelt hat sich die Ausstellung aus einer Kooperation des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Lübbecke e.V. mit dem Projekt IdEAL des Deutschen Roten Kreuzes im Altkreis Lübbecke. Im Mittelpunkt stand dabei die Begegnung von jugendlichen und erwachsenen Zuwanderern, die in Interviews von ihrer Herkunft, ihrer Ankunft und ihren Bemühungen um Neuorientierung berichteten. Jenseits des Begriffs von ‚Menschen mit Migrationshintergrund’, der in der gesellschaftlichen Debatte vor allem im Zusammenhang mit Problemen auftaucht, möchten die Ausstellungsmacherinnen – die Bielefelder Fotografin Hermine Oberück und die Mindener Kulturmanagerin Gertraud Strohm-Katzer - vor allem auf Erfahrungen, Stärke, Mut und Energie der portraitierten Menschen verweisen: Arbeitsmigranten, russlanddeutsche Zuwanderer und Flüchtlinge sowie Heimatvertriebene kommen mit ihren ganz persönlichen Aussagen und Einschätzungen zu Wort. Eingebunden in das Themenjahr ‚Mobilität’ der Museumsintiative in OWL machen die Fotoporträts und Texte nach Espelkamp und der Glashütte Gernheim in den nächsten Monaten in der Altstädter Nicolai-Kirche in Bielefeld, im LWL-Industrieumseum Ziegelei Lage und im Stadtmuseum Gütersloh Station. Bei ihrer Wanderung möchte die Ausstellung jeweils neue Porträts und Texte aufnehmen und neue Aspekte des vielschichtigen Gesamtphänomens Zuwanderung sichtbar machen. Dieses offen angelegte Ausstellungskonzept soll verdeutlichen, dass auch der lokale Hintergrund eine Rolle dabei spielt, ob und in welcher Form ein neuer Anfang gelingt. „Nicht zuletzt bedeutet das für die Besucher der Ausstellung, über den lokalen Bezug eine unmittelbare Verbindung herstellen zu können“, erläutert Museumsleiter Michael Funk. So sind in der Glashütte Gernheim auch Porträts von Menschen aus der Region Petershagen und Minden vertreten.
Albert Renger-Patzsch
Industriefotografien für SCHOTT
4.4.–3.6.2012
Eröffnung: Mi, 4.4. 18 Uhr
Die Ausstellung gibt einen Einblick in das Schaffen des Fotografen Albert Renger-Patzsch bei dem Glasproduzenten Schott in Jena und Mainz zwischen 1930 und 1950. Gezeigt werden Vintage Prints und Glasplattennegative aus dem Bestand Albert Renger-Patzsch der SCHOTT AG. Die Fotografien sind zum großen Teil noch unveröffentlicht. Sie wurden im Auftrag der Firmenleitung angefertigt und zeigen charakteristische Stationen der Spezialglasfertigung. Albert Renger-Patzsch gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Fotografie der Neuen Sachlichkeit.
4.4.–20.5.2012
Foto Forum Minden: Plakativ
Die Jahresausstellung des Foto Forum Minden zeigt Fotografien freier Themenwahl, die jedoch eine Gemeinsamkeit aufweisen: Sie sind grell, bunt, extravagant und ein wenig herausfordernd.
10.6.–4.11.2012
ROTATION SiO2
200 Jahre Glashütte Gernheim
Eröffnung: So, 10.6., 11 Uhr
Zum dritten Mal stellt die Glaskünstlervereinigung NRW in der Glashütte Gernheim aus, diesmal zum 200-jährigen Jubiläum. Nach einem Heißglasworkshop mit den Gernheimer Glasmachern, die ebenfalls an der Ausstellung teilnehmen und anschließender weiterer Arbeit bei den Künstlerinnen und Künstlern im Atelier, wird das Ergebnis der künstlerischen Arbeit in der Ausstellung „ROTATION SiO2“ zu sehen sein. Alle Arbeiten wurden speziell für diese Ausstellung und das Herrenhaus als Ausstellungsgebäude geschaffen und nehmen Bezug auf die Geschichte des Ortes und der Glashütte.